Leserbrief

„Unerwünschte Spitzenposition für Sonderburger Kommune“

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Gerhard Bertelsen, Stadtratskandidat für die Schleswigschen Partei, fordert in seinem Leserbrief neue Ansätze, um Jugendliche in Sonderburg besser in Ausbildung und Arbeit zu integrieren.

In Sonderburg stehen 8,7 Prozent der 15- bis 24-Jährigen ohne Ausbildung und Arbeit da. Gerhard Bertelsen von der Schleswigschen Partei fordert neue Ansätze, um junge Menschen besser zu erreichen und den Übergang von der Schule auf den Arbeitsmarkt zu stärken.

Die Sonderburger Kommune nimmt eine Spitzenposition ein, auf die wir nicht stolz sein können: 8,7 Prozent der jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren stehen ohne Ausbildung und Arbeit da – das entspricht 620 Jugendlichen. Das ist nicht hinnehmbar. Im Laufe der Zeit haben wir viele Initiativen auf den Weg gebracht, zum Beispiel das Projekt „Sonderburg in Arbeit“, eine Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Bildungseinrichtungen, Gewerkschaften und der Kommune. Dennoch erreichen wir das Ziel nicht.

Die Frage ist, ob wir die richtigen Ansätze gegenüber den Jugendlichen wählen. Konzentrieren wir uns in der Beratung auf ihre Fähigkeiten oder auf ihre Schwächen? Wir müssen tiefer in die Analyse gehen, um zu verstehen, warum so viele junge Menschen außen vor bleiben. Unterschiedliche Ursachen erfordern unterschiedliche Lösungen.

Die Schleswigsche Partei arbeitet für ein Sonderburg, in dem Menschen sich begegnen, lernen und zusammenarbeiten – vom ersten Tag in der Kindertagesstätte bis zum Eintritt ins Arbeitsleben. Wir wollen die Motivation für Ausbildung und Arbeit unter den älteren Schülerinnen und Schülern der Volksschule stärken und die Schule stärker für die Wirklichkeit öffnen – etwa durch offene Lernverläufe in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft.

Gleichzeitig müssen wir Praktika, Lehrstellen und Studentenjobs sichern, damit junge Menschen in der Region bleiben, und neue Wege zum Arbeitsmarkt untersuchen, zum Beispiel durch Fördermittel zur Aktivierung im Pflegesektor. Schließlich wollen wir sinnvolle Beschäftigung für Bürgerinnen und Bürger mit besonderen Herausforderungen sichern und weiterentwickeln, damit alle Arbeitsfreude und Gemeinschaft erleben können.

Mit einem offenen, flexiblen und einladenden Arbeitsmarkt kann Sonderburg stark dastehen – heute und in Zukunft. Doch dafür müssen wir eine Brücke bauen, die vom Kinder- und Schulsystem den ganzen Weg bis in das Arbeitsleben reicht.

Gerhard Bertelsen, Stadtratskandidat für die Schleswigsche Partei in Sonderburg