Eishockey

SønderjyskE verschenkt von der Strafbank aus den möglichen Sieg

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David Madsen zeigte für die Verteilung der Strafminuten wenig Verständnis.

Der Titelverteidiger hätte zum Playoff-Auftakt einen 2:6-Rückstand fast wettgemacht, musste aber nach fünf Gegentoren in Unterzahl eine 5:7-Niederlage gegen Odense einstecken. Kapitän David Madsen wundert sich über die Schiedsrichter.

Von der Strafbank aus kann man keine Spiele gewinnen, so lautet eine alte Eishockey-Weisheit. Dies schienen die Eishockeyspieler von SønderjyskE zum Playoff-Auftakt nicht verinnerlicht zu haben, denn von der Strafbank aus verschenkten sie ihre Siegchance und mussten eine 5:7-Niederlage einstecken.

Die Odense Bulldogs bestraften den Rivalen in Überzahl gnadenlos, erzielten fünf Powerplay-Tore und verbuchten in der Viertelfinalserie den ersten von vier nötigen Siegen, auch weil SønderjyskE sich auf dem Weg zu einem spektakulären Comeback selbst ein Bein stellte.

Aufholjagd nicht belohnt

Der amtierende Meister hatte nach einer 2:1-Führung nach dem ersten Drittel im zweiten Abschnitt fünf Gegentreffer kassiert, aber nach dem 2:6-Rückstand nicht aufgesteckt und war wieder auf 5:6 herangekommen.

Bei den Bulldogs begann das große Zittern, doch zu allem Überfluss leistete sich William Boysen drei Minuten vor Schluss ein völlig unnötiges Foul und nahm seiner Mannschaft die Chance, den Torwart rauszunehmen und den Ausgleich zu erzwingen. In Überzahl machte Odense den Sack zu.

48 Strafminuten kassierte SønderjyskE, der Gegner lediglich 12.

Seitenhieb in Richtung Schiedsrichter

„Ich bin nicht damit einverstanden, dass es in einem Viertelfinalspiel in Sachen Strafminuten so einseitig sein kann, aber daran muss man sich in dieser Liga gewöhnen“, so David Madsen am Mikrofon von „metalligaen.tv“.

Der Seitenhieb in Richtung Schiedsrichter Martin Theiltoft Christensen und Rasmus Haarkær Ankersen war verständlich, denn hier wurden vergleichbare Vergehen nicht gleichermaßen bestraft, aber das ändert nichts daran, dass die Hellblauen disziplinierter auftreten müssen.

Von der Strafbank aus kann man keine Spiele gewinnen, auch keine Playoffserien.

Das erste Playoffduell zeigte, dass der Siebte der regulären Saison gegen den Zweiten durchaus auf Augenhöhe spielen kann, solange fünf gegen fünf auf dem Eis stehen.

SønderjyskE mit den größten Chancen

SønderjyskE hatte in der ersten halben Stunde ein kleines Plus an Spielanteilen und ein großes Plus an dicken Torchancen, am Ende steht aber das gewaltige Plus an Überzahl-Toren aufseiten von Odense.

„Wir waren über 45 Minuten die bessere Mannschaft auf dem Eis. Wir haben 45 extrem gute Minuten hingelegt und machten fünf gegen fünf das Spiel, aber unser Unterzahl-Spiel war nicht gut genug“, sagt Casper Stockfisch zum „Nordschleswiger“.

Der SønderjyskE-Trainer wollte, dass seine Mannschaft körperbetont spielte, ärgerte sich aber, dass einige Spieler hin und wieder übers Ziel hinausschossen. Gleichzeitig wunderte er sich, dass die vergleichbaren Fouls des Gegners nicht bestraft wurden.

Trainer lobt die Moral

„Ich möchte gar nicht so viel über die Schiedsrichter sprechen, sondern viel lieber die Moral, die die Mannschaft gezeigt hat, mit ins nächste Spiel nehmen. Wir haben eine Mannschaft, die in dieser Serie etwas reißen kann. Wir glauben daran“, so Stockfisch.

Spiel zwei steigt am Sonntag ab 14 Uhr in Woyens (Vojens).

Odense Bulldogs - SønderjyskE (1:2,5:1,1:2) 7:5

1:0 Brandon Estes (4:04/5 gegen 4), 1:1 David Madsen (12:34/Ass.: Nikolaj Krag-Christensen, Alexander Wiklund), 1:2 Joseph Jonsson (19:59/Ass.: Oskar Drugge, Nikolaj Krag-Christensen/5 gegen 4), 2:2 Sebastian Maddock (24:39), 3:2 Daniel Baastrup Andersen (32:14/5 gegen 4), 4:2 Radim Piroutek (32:46/5 gegen 4), 5:2 Radim Piroutek (35:27/5 gegen 4), 6:2 Michael Prapavessis (36:56/5 gegen 4), 6:3 Alexander Wiklund (37:49), 6:4 Mathias Borring Hansen (45:15/Ass.: Nikolaj Krag-Christensen), 6:5 Jacob Panetta (46:52/Ass.: Cameron Brown, Mathias Borring Hansen), 7:5 Jonathan Brinkmann Andersen (59:02/5 gegen 4).

Spieldauer Disziplinarstrafe: Joseph Jonsson (39:57).

Zeitstrafen: Odense 6x2 – SE 1x5 und 10x2 Minuten. Schiedsrichter: Martin Theiltoft Christensen/Rasmus Haarkær Ankersen. Zuschauende: 2.155.