Gesundheit

Sehnsucht nach Auszeit: Urlaub für Demenzbetroffene in Apenrade überrannt

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Einige gemeinsame Tage außerhalb der eigenen vier Wände genießen: Das können Demenzerkrankte und ihre Angehörigen beim Demenzurlaub (Symbolfoto).

Die Kommune Apenrade bietet Demenzerkrankten und deren Angehörigen zum ersten Mal einen zielgerichtet zusammengestellten gemeinsamen Urlaub an. Schon wenige Stunden nachdem das Angebot veröffentlicht war, war es ausgebucht.

Für Menschen, die ihre demenzkranken Angehörigen pflegen, ist eine Auszeit wichtig. Die Kommune Apenrade hat gemeinsam mit dem Alzheimerverein ein Urlaubsangebot speziell für Menschen mit Demenz und deren Angehörigen entwickelt und jüngst zum ersten Mal angeboten.

Überwältigend große Nachfrage

„Es ist überwältigend zu sehen, wie groß die Nachfrage gewesen ist. Wir haben ein Bedürfnis getroffen, das viele Menschen betrifft, und das bestätigt uns darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es geht darum, Urlaube zu schaffen, in denen sowohl Sicherheit als auch Lebensfreude Platz haben“, sagt Erik Uldall Hansen (Soz.), der Vorsitzende des Ausschusses für nachhaltige Entwicklung in einer Mitteilung.

Die 28 Plätze für den fünftägigen Urlaub waren nämlich innerhalb weniger Stunden ausgebucht – und es gibt eine Warteliste mit über 40 Personen, die hoffen, noch teilnehmen zu können.

„Wir haben mit dem Angebot wohl einen Bedarf mit großer Nachfrage getroffen“, kommentiert Uldall Hansen.

Abstand vom Alltag – und von der Demenz

„Wir wissen von unseren Mitgliedern, wie viel es bedeutet, einen Rückzugsort vom Alltag mit Demenz zu haben – einen Ort, an dem man als Paar oder Familie zusammen sein kann, ohne sich erklären, anpassen oder sich Sorgen um das Verständnis der Umgebung machen zu müssen. Dass der Ferienaufenthalt innerhalb weniger Stunden komplett ausgebucht ist, zeigt deutlich, wie groß der Bedarf ist. Es bestätigt, dass wir gemeinsam etwas schaffen, das für eine Gruppe von Menschen, die tagtäglich mit den Folgen einer Demenzerkrankung lebt, Wert, Nähe und Lebensqualität bringt“, ergänzt Mette Raun Fjordside, Direktorin des Alzheimervereins.

Das Ferienangebot Ende September beinhaltet eine Führung durch die historische Innenstadt mit den Apenrader Nachtwächtern, eine Fährüberfahrt nach Barsø mit Berichten eines Insulaners über das Inselleben und Besuche im Zoll- und Grenzmuseum sowie dem Museumshof.

Die Kommune Apenrade verbindet mit diesem Angebot zum einen demenz-freundlich zu werden und den Tourismus zu unterstützen. Es sei ein Start – auch um Erfahrungen zu sammeln.

Basis für neue Angebote

Sind die Ferien zum ersten Mal durchgeführt, werde evaluiert, berichtet Helle Malene Kjølsen Olsen, kommunale Leiterin bei der Abteilung Gewerbe und Nachhaltigkeit. Diese zeige hoffentlich, so Kjølsen Olsen weiter, dass eine Basis geschaffen sei, mit der weitergearbeitet werden könne.

Angebot für mehr Menschen zugänglich machen

Bisher hatte der Stadtrat 100.000 Kronen in das Pilotprojekt investiert. Zeigt sich, dass es ein Erfolg ist, soll es ein neues Angebot geben „und dann für eine größere Gruppe, damit die Warteliste nicht so lang ist“, so die Abteilungsleiterin.

Neben der finanziellen Unterstützung für das Demenz-Ferienangebot trägt die Kommune mit Mitarbeit aus der Sozial- und Gesundheitsverwaltung, der Demenzkoordination und der Abteilung für Planung, Technik und Umwelt zum Vorhaben bei.

Auf die Frage, ob das Ferien-Projekt auch auf andere Zielgruppen übertragen werden kann, antwortet Helle Malene Kjølsen Olsen: „Ja, es gibt hier viel Inspiration. Diese Zielgruppe ist jedoch mobil. [...] Das Programm muss an andere Zielgruppen angepasst werden.“

„Wir hoffen sehr, dass wir unser Angebot auch in Zukunft weiterführen können – und ich hoffe außerdem, dass wir damit andere Akteure inspirieren können, ähnliche Projekte durchzuführen“, sagt sie.