Kommunalwahl 2025

SP-Neuzugänge mit Erfahrung und frischer Wind aus Lügumkloster

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Freudige Gesichter: Jakob Tästensen ist einer der vier Neuen im achtköpfigen SP-Team. Für die wiedergewählte Randi Damstedt bricht zum Jahresanfang ihre zweite Legislaturperiode an.

Die achtköpfige Fraktion der Schleswigschen Partei gewinnt besonders im Raum Lügumkloster an Gewicht. Drei der Neuen bringen im Gepäck kommunalpolitische Erfahrung mit.

„Das war ein großartiges Ergebnis für uns alle, nicht zuletzt für Jørgen“, sagt der neugewählte Mathias Knudsen, Schleswigsche Partei, mit Blick auf die 3.845 Stimmen, die Bürgermeister Popp Petersen bei der Wählerschaft erzielte. 

Mit seinem eigenen Ergebnis von 169 Stimmen ist Knudsen auch zufrieden. Dies entspreche in etwa der Zahl vor vier Jahren, als er als Venstre-Kandidat 173 Stimmen holte. Damals fehlten dem Mann aus Bedstedt (Bedsted) 17 Stimmen für ein Mandat.

Als erster Stellvertreter von Venstre ist er in zwei Etappen jedoch ungefähr die Hälfte der laufenden Legislaturperiode im Kommunalrat im Amt gewesen. 

„Ich war sehr gespannt, wie die Wählerinnen und Wähler meinen Wechsel zur SP aufnehmen würden. Als ich erfuhr, dass ich in Bedstedt 98 Stimmen erhalten hatte, wurde ich sehr froh“, so Knudsen am Tag nach der Wahl. 

Eine ausgewogene Stimmabgabe

Mathias Knudsen (l.) und Claus Hansen (r.) vertreten ab Januar die Schleswigsche Partei im Stadtrat. Bei einem Vorbereitungstreffen im Schützenhaus Anfang Oktober war auch Ulf Terp mit von der Partie. Sein Sohn Victor zieht ebenfalls ins Stadtparlament ein (Archivfoto).

Knudsen erzählt von einem Gespräch mit einem Ehepaar, das eifrig diskutierte, ob es für Knudsen oder Popp Petersen stimmen sollte, um den Bürgermeisterkandidaten zu unterstützen. „Es endete mit einer Stimme für jeden von uns“, sagt Knudsen mit einem Lachen. Popp habe ja überall die Stimmen aufgesaugt.

Knudsen kehrte im März Venstre den Rücken und wandte sich der Schleswigschen Partei zu, um Jørgen Popp Petersen als Bürgermeister zu unterstützen.

Mathias Knudsen war am Dienstag als Wahlhelfer in Osterhoist (Øster Højst) aktiv und traf erst gegen 23 Uhr im Rathaus in Tondern (Tønder) ein. Dort wurde er von der frohen Botschaft überrascht, dass er (mit etwas Vorbehalt) gewählt worden sei. „Ich freue mich auf die Arbeit, in der Fraktion, die mit acht Mitgliedern ja die größte ist“, so der Bedstedter.

Mit ihm steigt ein erfahrener Politiker in das SP-Boot. Er gehörte dem Kommunalrat ab 2014  für zwei Legislaturperioden an, bevor er wie erwähnt als Stellvertreter aktiv war.

Zu den erfahrenen politischen Kräften gehört außerdem Claus Hansen.

Jakob Tästensen weiß, worauf er sich einlässt

Obgleich neugewählt, betritt Jakob Tästensen aus Lügumkloster als Stadtratsmitglied für die Schleswigsche Partei kein komplettes Neuland. Als Stellvertreter war er Ende 2023 für zwei Monate eingesprungen und auch in den Fachausschüssen tätig. 

Vollkommen unerwartet kam die Wahl für ihn nicht. „Nach der Prognose vor einigen Wochen konnte ich wohl sehen, in welche Richtung es ging. Und die Umfrage war ein ziemlicher Volltreffer“, so Jakob Tästensen bezüglich der Epinion-Umfrage, die der SP in Tondern rund 26 Prozent der Stimmen voraussagte.

„Ich habe meine Wahl noch nicht ganz verdaut, da es am anderen Ende durch meine Arbeit Herausforderungen gibt. Es wird aber spannend, und ich habe durch mein Hineinschnuppern ja schon eine Vorstellung davon, was mich erwartet“, sagt er. 

Beruflich viel auf Reisen

Als Systemspezialist für Prozessanlagen im Bereich der Meiereibranche ist er weltweit beruflich viel auf Achse. „Ursprünglich waren 50 Tage im Jahr angedacht. 2024 wurden daraus aber 180 Tage. Das war auch zu viel des Guten. Ich denke, dass ich in diesem Jahr bei etwa 120 Tagen landen werde. Es sollen aber gerne noch weniger werden“, so das kommende Stadtratsmitglied.

Zum Glück habe er viel Planungsfreiheit. Zudem habe ihn die Fraktionsvorsitzende Louise Thomsen Terp darauf hingewiesen, dass die Termine für die verschiedenen Sitzungen jeweils für ein Jahr terminlich festgelegt sind.

„Ich bin gespannt darauf, in welchen Ausschuss ich komme, und nehme es als ein Erlebnis“, so der 42-Jährige.

Lügumkloster ist stark vertreten

Von den 13 Kandidierenden auf der Liste S ziehen acht in den Kommunalrat ein.

Durch den vierköpfigen Zuwachs im SP-Lager rückt Lügumkloster stärker ins Bild. Damit vertreten Jørgen Popp Petersen und der ebenfalls wiedergewählte SP-Politiker Leif Hansen nicht mehr im Alleingang den Großraum Lügumkloster. 

Außer Tästensen und Knudsen, kommt der neugewählte Claus Hansen aus dieser Ecke und auch der neugewählte Victor Puck Terp hat seine Wurzeln in Lügumkloster. Die SP ist die einzige der künftig neun Parteien im Kommunalrat mit Vertretern aus Lügumkloster.