Deutsche Minderheit

SP-Duo präsentierte sich in Lügumkloster wählernah und offen

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Louise Thomsen Terp (l.) und Leif Hansen (r.) zusammen mit der Vorsitzenden des Sozialdienstes Lügumkloster, Christa Lorenzen (Mitte)

Die SP-Kandidaten Louise Thomsen Terp und Leif Hansen sprachen bei einer Wahlveranstaltung des Sozialdienstes Lügumkloster offen über aktuelle Themen, über die Bürgermeisterkrise und darüber, was im Ort in den vergangenen Jahren erreicht wurde. Am Ende gab es Applaus, Wein, Blumen und das Lied „Bunt sind schon die Wälder“.

Bei Kaffee, Kuchen und klaren Worten war der Sozialdienst Lügumkloster in dieser Woche Gastgeber einer besonderen politischen Veranstaltung. Eingeladen waren die zwei Stadtratsabgeordneten der Schleswigschen Partei in der Kommune Tondern (Tønder), Louise Thomsen Terp aus Toft und Leif Hansen aus Lügumkloster. Fast alle der rund 40 vorbereiteten Plätze im Gemeindehaus waren besetzt – etwa 38 Interessierte nahmen teil.

Nach der Begrüßung durch Vorsitzende Christa Lorenzen und dem gemeinsam gesungenen Lied „Die Gedanken sind frei“ startete der politische Teil. Louise Thomsen Terp, Fraktionssprecherin der SP im Kommunalrat Tondern, eröffnete den Nachmittag – und nahm kein Blatt vor den Mund: Sie sprach offen über die politischen Turbulenzen rund um Bürgermeister Jørgen Popp Petersen. Die jüngsten Medienberichte über die Zustände auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb hatten landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Auch innerhalb der SP-Fraktion habe es intensive Gespräche gegeben.

Geschlossenheit der SP-Fraktion

„Die wichtigste Botschaft ist: Wir stehen geschlossen hinter Jørgen“, betonte Thomsen Terp. Das sei auch ein Signal an die Parteizentrale in Apenrade gewesen. Die Familie Popp sei von der Situation stark betroffen. Dass der Bürgermeister sich dennoch kurz darauf öffentlich im Rahmen einer Veranstaltung in Lügumkloster gestellt habe, sei eine bewusste und richtige Entscheidung gewesen. Thomsen Terp schilderte ein Beispiel, bei dem ein anfangs sehr kritischer Bürger durch das persönliche Gespräch mit dem Bürgermeister zu einer ganz anderen Einschätzung gekommen sei – jenseits von Medienberichten und Kommentaren in sozialen Netzwerken.

Zur Frage, wer die belastenden Informationen an die Presse weitergegeben habe, sagte sie knapp: „Diese Information ist für uns nicht relevant.“ Es gelte nun, nach vorn zu blicken – eine Haltung, die im Publikum offenbar Zustimmung fand. Negative Rückmeldungen habe es jedenfalls keine gegeben, wie Marion Ohlsen vom Vorstand des Sozialdienstes im Nachgang berichtete.

Das alltägliche politische Geschäft

Thomsen Terp, die im Kommunalrat auch im Gesundheits- sowie im Kinder- und Schulausschuss sitzt, sprach zudem über ihre Arbeit an der „Velfærdsboligstrategi“ – der Strategie für sozialen Wohnungsbau in der Kommune Tondern. In diesem Prozess sei der Dialog mit über 60 Bürgerinnen und Bürgern aktiv gesucht worden. Auch die Entscheidung zur Schließung des Tonderner Pflegeheims „Leos Plejehjem“ sei kein Schnellschuss gewesen, sondern das Ergebnis eines längeren Dialogs.

Ein weiteres Thema war die Umbenennung von Begriffen im Pflegebereich. Das Wort „Pflegeheim“ habe im Sprachgebrauch zunehmend einen negativen Klang, so Thomsen Terp. Auch zu eher praktischen Fragen wusste sie Antworten zu geben, etwa zur Arbeit von sogenannten Visitatorinnen und Visitatoren, die im persönlichen Gespräch mit älteren Menschen Hilfsmittel und Unterstützungsbedarf klären, um ein möglichst selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Viel passiert in Lügumkloster

Leif Hansen, SP-Kandidat und Mitglied im Ausschuss für Technik und Umwelt sowie Vertreter der Kommune im Vorstand der kommunalen Versorgungsgesellschaft „Tønder Forsyning“ und im Glockenspielvorstand von Lügumkloster, blickte auf die kommunalen Entwicklungen der letzten Jahre in seinem Heimatort zurück. Die kulturellen Höhepunkte im Rahmen der 850-Jahr-Feier, der Auftritt des Königlichen Balletts sowie die „Pappkirche“ hätten viele Menschen begeistert.

Auch ganz praktische Fortschritte sind in Lügumkloster sichtbar: Die Straßen erhielten eine neue Asphaltschicht, der Amagervej wurde ausgebaut, und mit dem Abriss der lange leerstehenden Brandruine „Møllekroen“ kann nun die nächste Phase der Ortsentwicklung beginnen. Besonders gefragt sind die Seniorenwohnungen im Sølstedgaardparken, die im Ort liebevoll „Rynkeby“ (Faltenstadt) genannt werden. Wegen der großen Nachfrage denkt man derzeit über weitere Standorte nach – etwa dort, wo einst das Hotel „Stadt Hamburg“ und später die Freischule untergebracht war.

Königin Margrethe sorgte für das Highlight

Zum Schluss gab Hansen noch einen Termin bekannt: Am 9. November soll das renovierte Glockenspiel feierlich eingeweiht werden – ein weiteres kulturelles Zeichen für Lügumkloster.

Zwei weitere SP-Kandidaten aus der Region, Victor Terp und Claus Hansen, waren ebenfalls anwesend. Beide sind neu auf der SP-Liste, die sich am 18. November dem Votum der Wählerinnen und Wähler stellt. An der Spitze der Liste steht – trotz der aktuellen Debatte – weiterhin Bürgermeister Jørgen Popp Petersen.

Ein emotionaler Höhepunkt sei für beide Kandidaten der Besuch von Königin Margrethe im Jahr 2022 in Tondern gewesen – darin waren sich Thomsen Terp und Hansen einig. Ihre lebendige, klare und verständliche Art zu sprechen wurde vom Publikum sehr positiv aufgenommen, wie Marion Ohlsen vom Sozialdienst betonte: „Sie haben alles so erklärt, dass es jeder verstehen konnte.“

Zum Abschied gab es Applaus, einen Blumenstrauß für Louise Thomsen Terp und Wein für Leif Hansen – sowie ein zweites Lied: „Bunt sind schon die Wälder“. Ein politischer Nachmittag, der viele Fragen beantwortete – und wenig offen ließ.