Kommunalwahl 2025

Neues SP-Rezeptheft: Heißer Herbst startet mit kalter Suppe

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Harro Hallmann
Der Kommunikationschef des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Harro Hallmann, hat die Rezepte zusammengestellt und das Heft mithilfe von Künstlicher Intelligenz illustriert.

Bis zuletzt war es ein Geheimnis, welches Motto das fünfte Rezeptheft der Schleswigschen Partei bereithält. Am Donnerstag wurde es im Kreise einiger SP-Politikerinnen und -Politiker gelüftet. Suppenfans dürfen sich freuen, und auch Freundinnen und Freunde Künstlicher Intelligenz kommen vielleicht auf ihre Kosten.

Der Kommunikationschef der Minderheit hantiert mit ausgedruckten Zetteln, statt eine Powerpoint an die Wand zu werfen, denn aufgrund von Renovierungsarbeiten und dem damit verbundenen Umzug der Bücherei in das überdachte Atrium, das hier „Pyramide“ genannt wird, musste die Vorstellungsrunde in den nicht überdachten Innenhof ausweichen. „Etwas chaotisch“, nennt Harro Hallmann daher die Präsentation des neuen Rezeptheftes der Schleswigschen Partei (SP) am Donnerstag im Haus Nordschleswig, das anlässlich der Kommunalwahl im November erscheint.

Herbstlicher hätte das Setting dann auch kaum werden können, denn immer wieder nieselt es bei grauem Himmel. Das allerdings passt am Ende gut zum Motto der fünften Auflage der Rezepthefte, das bis zum Schluss ein gehütetes Geheimnis blieb, wie Hallmann etwas stolz betont.

Es hat mittlerweile Tradition und ist ein Alleinstellungsmerkmal der SP.

Rainer Naujeck

Mit „Sønderjysk suppekøkken – med supper gennem året“ hält der 62-Jährige zwölf Suppenrezepte auf insgesamt 27 Seiten in der Hand, die einfach nachzukochen sein sollen. Die zwei Testsuppen für die Anwesenden – in erster Linie SP-Politikerinnen und -Politiker – markieren zugleich den Übergang zwischen Sommer und Herbst: Es gibt Gazpacho, eine traditionell kalt servierte Tomatensuppe, sowie eine Suppe mit Pilzen aus nordschleswigschen Wäldern.

Warum Suppen? „Weil Suppen lecker sind und sie gut in den Wahlkampf passen, der im Oktober und November stattfindet“, sagt Harro Hallmann. Erneut gibt es das Rezeptheft an den Wahlständen der Partei im handlichen Format, „ohne viel Politik“, wie er betont. So findet man einen Großteil der anwesenden Spitzenkandiatinnen und -kandidaten nicht nur auf der Rückseite des Heftes, sondern auch beim Probieren an den Tischen.

Harro Hallmann
Harro Hallmann mit Gazpacho und dem passenden KI-generierten Bild dazu, das im Rezeptheft zu finden ist

Hoher Wiedererkennungswert

Rezeptheft
Angeregtes Blättern im neuen Rezeptheft bei kalter Gazpacho

„Es hat mittlerweile Tradition und ist ein Alleinstellungsmerkmal der SP“, sagt Parteichef Rainer Naujeck in einer kurzen Ansprache über die 2009, 2013, 2017 und 2021 zu den jeweiligen Wahlen erschienenen Rezepthefte.

Die Kostprobe an diesem Donnerstag stammt von alten Bekannten. 2017 hatte das Restaurant „Sjøsternen“ in Djernis (Diernæs) für die nordschleswigschen Rezepte im Heft „SøMa – Sønderjysk Mad“ – gesorgt. Das Restaurant schloss 2018, doch Roald Bøgh Nissen und seine Frau Tina blieben der Küche treu. Heute betreiben beide die Haderslebener Cateringfirma „Food-Story“ und bereiteten die beiden Suppen zu, die zur Verkostung stehen.

Verschiedene Geschmäcker und Spielraum für Kreativität

Das Fazit der anwesenden Suppentesterinnen und Suppentester fällt überwiegend positiv aus. Für Sonderburgs SP-Kandidatin Christel Leiendecker hätte die Gazpacho weniger Knoblauch vertragen können, BDN-Kommunikationskonsulentin Sally Flindt-Hansen steigt erst bei der Pilzsuppe ein, weil sie keine kalten Suppen mag. Der BDN-Hauptvorsitzende Hinrich Jürgensen findet die Gazpacho „sehr gut“, wie er sagt. Einige andere nehmen Nachschlag.

Die Rezepte selbst würden ebenfalls Spielraum für Kreativität lassen, sagt der Kommunikationschef. So gibt es zu den Rezepten Tipps, wie man sie variieren kann. Bei der Spargelsuppe heißt es: „Lass die gekauften Fleischbällchen weg und mach lieber deine eigenen – gerne mit hausgemachtem Schweinehackfleisch.“ Oder bei der vietnamesischen Pho Gà: „Brate oder röste die Zwiebeln und den Ingwer für einen vollmundigen Geschmack.“

Christel Leiendecker
Christel Leiendecker schmeckte die kalte Suppe zwar, privat würde sie aber weniger Knoblauch verwenden.

Suppen sind lecker und passen gut in den Wahlkampf.

Harro Hallmann

Die zwölf Suppen kommen aus der nordschleswigschen Küche und von weiter her. Während der Januar mit „Gule Ærter“ eine Erbsensuppe bereithält, die kaum von hiesigen Küchentischen wegzudenken ist, gibt es im März ein Rezept für französische Lauchsuppe. Im Sommer hält das Heft mit Gurkensuppe und Gazpacho kalte Suppen bereit, mal sind die Suppen mit Fleisch, mal vegetarisch oder vegan. Eine Mischung aus Tradition und Moderne – „genau wie die Schleswigsche Partei“, sagt Hallmann.

Illustrationen entstanden mithilfe von KI

Rezeptheft
Das neue Rezeptheft wird nun an den Wahlkampfständen zu finden sein.

Das Design des Heftes passt durchaus in die Moderne. Statt teurer Fotos oder Illustrationen hat der Kommunikationschef mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Bilder zu den Rezepttexten erstellen lassen. Dabei habe er sich von verschiedenen Kunststilen – von Salvador Dalí bis Vincent van Gogh – inspirieren lassen.

„Für die Suppe mit Rømøkrabben war es etwas schwierig, weil die KI es auch nach 50 Bildern, die ich zur Vorlage hochgeladen habe, nicht hinbekommen hat, echte Nordseekrabben zu zeigen“, so Hallmann. Entstanden seien aber originelle Bilder, die keine Kopie von irgendwas seien. Tatsächlich findet man im Bild zur Kartoffelsuppe Uhren mit merkwürdigen Ziffernblättern, bei der Pilzsuppe eine Herdplatte auf einem Holztisch oder schwebendes Wasser in einer Flasche auf dem Tisch neben der Krabbensuppe.