Sozialdienst

Mit der Kindergruppe gegen Einsamkeit und stille Sorgen

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Die Kinder sollen lernen: Mit meinen Gefühlen bin ich nicht allein (Symbolbild).

Trennungen, Jobverlust oder andere Belastungen im Familienalltag hinterlassen auch bei Kindern Spuren. Um sie in solchen Situationen zu stärken, hat die Familienberatung des Sozialdienstes die Kindergruppen ins Leben gerufen – einen Ort, an dem die Mädchen und Jungen erleben dürfen: Ich bin nicht allein mit meinen Gefühlen. Familienberaterin Lena Meyhoff Hansen erklärt, warum dieser Raum so wichtig ist.

„Der Bedarf ist groß – aus verschiedenen Gründen. Es gibt viele Kinder, die im Stillen leiden. Da ist es wichtig, dass sie merken, dass es anderen ähnlich geht“, sagt Lena Meyhoff Hansen, Familienberaterin für die Ortsvereine des Sozialdienstes Buhrkall (Burkal) sowie Rapstedt (Ravsted) und Umgebung. 

Das stärke nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern sei auch entscheidend für die mentale Gesundheit eines Kindes. „Es ist mir wichtig, dass die Kinder einen Raum haben, in dem sie mit ihren Gefühlen nicht allein sind“, so Meyhoff Hansen.

„Du bist nicht allein“

Aus diesem Grund hat der Sozialdienst die Kindergruppen ins Leben gerufen – ein Angebot, bei dem die Familienberaterinnen an die Schulen kommen, um Kinder in kleineren oder größeren Gruppen bei persönlichen Sorgen zu begleiten. Die Gruppengröße wird individuell an den Bedarf angepasst. In Hadersleben wird das Angebot bereits sehr gut angenommen.

„Momentan haben wir hier zwei Gruppen – eine für die Jüngeren bis zur 2. Klasse und eine für die Älteren. Auch Eltern von Kindergartenkindern können sich jederzeit an uns wenden“, erklärt Hansen.

Lena Meyhoff Hansen freut es, dass das Kindergruppen-Angebot in Hadersleben so gut angenommen wird.

In den Treffen geht es darum, Gefühle sichtbar und besprechbar zu machen. „Wir machen verschiedene Übungen. Ich lese zum Beispiel eine Geschichte vor, in der sich jemand traurig fühlt. Dann frage ich, ob die Kinder dieses Gefühl kennen. So kommen wir über eine fiktive dritte Person ins Gespräch“, erläutert sie.

Sicherheit als Voraussetzung

Wichtig sei, dass sich die Kinder sicher und geborgen fühlen – erst dann würden sie sich öffnen. „Manchmal hilft schon eine Partie UNO, um ins Gespräch zu kommen“, sagt Hansen mit einem Lächeln.

„Es geht darum, dass die Kinder sich wohlfühlen und spüren, dass ihr ganzes Regal an Gefühlen hier Platz hat.“

Dass das gelingt, merkt die Familienberaterin deutlich: „Ich sehe, dass sich etwas bewegt. Wenn Kinder ihre Gefühle benennen und sagen: ‚Ich merke auch diesen Klumpen im Bauch‘, dann ist schon ein großer Schritt getan.“

Wie es nach den drei Wochen, in denen sich die Gruppen jeweils zweimal treffen, weitergeht, ist individuell verschieden. „Alle Kinder sind unterschiedlich“, betont Hansen. „Manchmal gibt es Nachgespräche – aber in jedem Fall steht die Familienberatung unterstützend zur Seite, wenn es gewünscht ist.“

Das positive Echo bestärkt sie in ihrer Arbeit. „Ob Kindergarten- oder Schulkind und egal in welcher Kommune Nordschleswigs – Eltern, Pädagogen oder Lehrer können sich jederzeit an uns wenden.“