Deutsche Kindergärten

Kritik zeigt Wirkung: DKA strukturieren sich neu

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Maria Harbo sprach die Probleme in einigen DKA-Kindergärten und der früheren DKA-Gesamtleitung an. (Archivfoto)

Die Probleme standen 2024 Schlange im Kindergartenbereich des Deutschen Schul- und Sprachvereins. Die finanzielle Lage ist weiterhin angespannt und vor allem einige DKA-Einrichtungen bereiteten dem DSSV Sorgen.

Häufig wechselndes Personal, zentralisierte Leitungsfunktionen, Krankschreibungen, verunsicherte Eltern und eine desolate Haushaltslage. Das waren die Ergebnisse des misslungenen Konzepts, das in den vergangenen Jahren in den Einrichtungen der Deutschen Kindergärten Apenrade (DKA) durchgeführt wurde. Ein „stark kritisiertes“ Konzept, das seit einigen Monaten zurückgerollt wird, um das Vertrauen der Elternschaft zurückzugewinnen.

„Es wurde versäumt, die Leitungen, das Personal und die Eltern einzubeziehen. Alles wurde mit der Fusion auf den Kopf gestellt“, sagte Maria Harbo im Rahmen der Vertretertagung des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig (DSSV). Die Maugstruperin ist Vorsitzende des Kindergartenausschusses.

Ihr Ausschuss habe keine Arbeitgeberfunktion, so Harbo einleitend, habe den DKA aber beratend zur Seite stehen und unter anderem einen externen Coach hinzuziehen können. In diesem Verlauf sei es zur Trennung zwischen den DKA und der damaligen DKA-Gesamtleiterin gekommen.

Uhr wird zurückgedreht

Seitdem drehen die DKA mit der neuen kommissarischen Gesamtleiterin Heidi Ullrich die Uhr zurück. An den meisten Standorten (16 von 19) gebe es wieder lokale Leiter und Leiterinnen. Die festen Ansprechpartner würden laut Maria Harbo in der Elternschaft für ein erneutes Gefühl der Sicherheit sorgen. Die stark kritisierte Rotation des Personals sei ebenfalls abgeschafft und festere Personalgruppen sowie Vertretungen seien geschaffen worden.

Viele Elterngespräche, Elterncafés und Elternabende sollen wieder für Vertrauen sorgen, doch da der Umkehrschwung in den DKA-Einrichtungen „Zeit braucht“, so Harbo, hätten einige Eltern ihre Kinder aus einigen DKA-Kindergärten genommen. „Das bedauern wir sehr“, sagt Maria Harbo.

Herausforderndes Jahr

Stefan Sass sprach bei der Vertretertagung des DSSV-Kindergartenbereichs von einem herausfordernden Jahr. (Archivfoto)

Stefan Sass, Geschäftsführer des Kindergartenbereichs des DSSV, bezeichnete 2024 als „extrem herausforderndes Jahr“.

„Rückblickend müssen wir erkennen, dass es in den DKA zeitweise einen zu geringen Fokus auf ebendiese Stabilität in den Abteilungen gab, was auch zu Unruhe in der Eltern- und Mitarbeiterschaft geführt hat. Darüber hinaus gab es an anderen Standorten einige Differenzen zwischen Personen oder Personengruppen, die ihrerseits für Unruhe sorgten. Es hat hier einen extrem großen Einsatz von Kindergartenausschuss, Geschäftsstelle, Vorstand/Elternvertretungen und Leitungen gegeben, der auch teilweise mit externer Hilfe dazu beigetragen hat, die Situation betroffener Abteilungen zu verbessern. Wir sind mancherorts noch nicht ganz am Ziel, aber wir können feststellen, dass wir auf einem guten und richtigen Weg sind“, meint Stefan Sass.

Finanzielle Schwierigkeiten

Darüber hinaus kämpft der Kindergartenbereich – und vor allem die DKA – mit finanziellen Problemen. Der Kindergartenbereich schließt das Jahr mit einem Minus von 5,4 Millionen Kronen ab (darin enthalten ist das Vorjahresminus von 3,1 Millionen Kronen.) Dazu kommt außerdem ein Darlehen in Höhe von 2,5 Millionen Kronen – somit stand der Kindergartenbereich Ende des Jahres mit 8 Millionen Kronen in der Kreide.

Bei der anschließenden Aussprache unter den 45 Vertreterinnen, Vertretern und Gästen gab es keine Kommentare oder Fragen zu den Berichten, die von der Versammlung einstimmig angenommen wurden.

592 Kinder in den deutschen Kindergärten

Der demografische Wandel trifft auch die Kindergärten der deutschen Minderheit, sagte Maria Harbo. „Wir brauchen einen Plan und eine Strategie, wie wir damit umgehen“, so Harbo.

592 Kinder wurden 2024 in den Kindergärten der deutschen Minderheit in Nordschleswig betreut. Das sind 51 Kinder weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der Kleinkinder (Krippenkinder) fiel von 223 auf 189, während die Zahl der Kinder im Kindergartenbereich von 420 auf 403 zurückging.

In den Schulfreizeitordnungen wurden 105 Kinder betreut (113).

Die Zahl der Kinder, die aus den Kindergärten in den deutschen Schulen eingeschult werden, liegt laut Geschäftsführer Stefan Sass mit 82 Prozent weiterhin auf dem „hohen Niveau“ des Rekordjahres 2023.