Kultur

Wer findet den Mörder im Lille Teater in Apenrade?

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Hella Nissen-Petersen (Mitte) aus der Minderheit ist eine der Schauspielerinnen.

Ein kleines Theater, ein unbeliebter Theaterintendant, der schließlich tot ist und viele Verdächtige: Das sind die Zutaten für das neue Stück am „Det Lille Teater“ in Apenrade. Doch dieses Mal gibt es eine Besonderheit.

Plötzlich wird es dunkel: Ein Kind kommt schreiend angelaufen, große Aufregung. Offenbar gibt es einen Toten im Theater! Was ist passiert? Genau das soll das Publikum im „Det Lille Teater“, also dem kleinen Theater in Apenrade, dieses Mal selbst herausfinden.

Dafür hat die Theatercrew das Stück auf fünf verschiedene Räume aufgeteilt. Die Schauspielerinnen und Schauspieler spielen dort jeweils ihre Szene – und das Publikum soll sich selbst ein Bild machen und herausfinden, wer Marius, den unbeliebten Theaterintendanten, umgebracht hat.

Als Schauspielerin ist dieses Mal wieder Hella Nissen-Petersen mit von der Partie. „Dass das Publikum selbst aktiv wird, das machen wir so zum ersten Mal“, erklärt sie. Die Idee dazu hatte ihr Kollege Claus Auning. „Wir wollten das einfach mal ausprobieren. Wie das Publikum das aufnimmt, wissen wir ja nicht“, sagt Hella Nissen-Petersen bei der Generalprobe am Mittwochabend.

Wir legen unser ganzes Herzblut rein, aber ob es funktioniert, wissen wir nicht.

Hella Nissen-Petersen

In dem aktuellen Stück spielen viele junge Darstellerinnen und Darsteller mit: darunter die 14-jährige Amalie. „Ich finde das total hyggelig. Und man lernt viele neue Leute kennen“, erzählt sie. Hella Nissen-Petersen ist als erfahrene Schauspielerin sehr stolz auf das junge Ensemble. „Sie lernen, auf der Bühne zu stehen, dass die Leute sie anschauen. Und das machen sie verdammt gut!“

Ist die Köchin mit dem Nudelholz die Mörderin? Oder war es die junge Schauspielerin (rechts), die der unbeliebte Theaterintendant gegen ihren Willen geküsst hat?

Ob das Publikum die aktive Mördersuche gut annimmt?

„Wir legen unser ganzes Herzblut rein, aber ob es funktioniert, wissen wir nicht“, sagt Hella Nissen-Petersen.

Angst vor Dunkelheit sollte das Publikum auf jeden Fall nicht haben. Denn in den verschiedenen Räumen geht das Licht – wie geplant – immer wieder aus. Hinweise gibt es viele: Waren es vielleicht die beiden Lichttechnikerinnen, die selbst immer wieder aneinandergeraten? Oder die Kostümbildnerin mit Blut auf ihrem weißen Pullover?

Die Auflösung – verraten wir hier natürlich nicht. Wer bei der Vorstellung meint, den Mörder oder die Mörderin gefunden zu haben, darf den letzten der abgedunkelten Räume betreten, in dem lediglich eine große Wand beleuchtet ist. Dort ist des Rätsels Lösung angepinnt. Mehr wird aber auch hier nicht verraten.

Wer war der Mörder oder die Mörderin unter den vielen Verdächtigen? Das Publikum soll Licht ins Dunkel bringen.

Das neue Theaterstück wird auf Dänisch aufgeführt und hat am Sonnabend Premiere in Apenrade.

Spieldaten: 4. und 5. Oktober ab 15 Uhr, 8. und 9. Oktober ab 19 Uhr. Tickets gibt es über die Webseite des Theaters.

Es gibt viele Verdächtige in dem aktuellen Stück „Mord im Theater“: Auch die Kostümbildnerin, die der Ermordete mit seinen ständigen Änderungswünschen drangsalierte, gehört dazu.