Deutsche Minderheit

Für einige beginnt Weihnacht immer in der deutschen Schule

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25 Kinder beteiligten sich am Lucia-Umzug in der Aula der Deutschen Schule Sonderburg. Die Jungen und Mädchen hatten sich freiwillig gemeldet. Es hätten noch mehr dabei sein können, hätte die Schule noch mehr weiße Kutten gehabt.

Seniorinnen und Senioren haben ein unterhaltsames Bühnenprogramm mit Theater, Gesang und klassischen und modernen Darbietungen erlebt. Neu: Auf die diesjährige Aufführung der Theater AG darf sich das Publikum im März an zwei Nachmittagen freuen.

Es ist seit vielen Jahren eine feste Tradition: Die Großeltern von Schülerinnen und Schülern und die Mitglieder des Sozialdienstes Sonderburg lassen sich Anfang Dezember in der Aula der Deutschen Schule Sonderburg in die rechte Weihnachtsstimmung versetzen. Mit Kaffee, Tee, Stollen, Keksen und einem unterhaltsamen Bühnenprogramm der vorher immer sehr gespannten Kinder. Für sie ist es die Premiere ihres Auftritts.

Am Freitag, 5. Dezember, hatte das unterhaltsame Treiben einen neuen Einstieg. Rund 30 Frauen und Männer fanden an den langen Tischen zu den Klängen von Nat King Coles „The Christmas Song“ einen guten Platz, bevor das zweistündige Programm offiziell in der dunklen Aula mit einem feierlichen Lucia-Umzug von 25 in Weiß gekleideten, singenden Kindern eingeleitet wurde. 

Der richtige Einstand

Zwischen den Gästen saß ein Sonderburger, für den Weihnachten schon seit fast 40 Jahren in der Deutschen Schule Sonderburg beginnt. Ulli Toft (67) war nach seinen zehn Jahren Volksschule auch 29 Jahre lang der Hausmeister der Institution in der Arnkilgade. In seinem früheren Job hat er Stühle geschleppt, und er stand hinter der Bühne, um zuzupacken und hinter dem Vorhang die Bühne für die nächste Szene vorzubereiten.

Nun können er und seine Frau sich einfach an den Tisch setzen und das Programm genießen: „Es ist einfach so schön! Jetzt ist wieder Weihnachten. Für mich war das schon immer der Anfang von Weihnachten. So werden wir richtig eingestimmt.“

Es ist einfach so schön! Jetzt ist wieder Weihnachten. Für mich war das schon immer der Anfang von Weihnachten.

Ulli Toft

Inken Knutzen ist die Vorsitzende des Sozialdienstes Fördekreis in Gravenstein (Gråsten). Das war für sie bei der Senioren-Weihnachtsfeier in Sonderburg aber Nebensache: „Ich bin heute als Oma hier. Ich war schon im vergangenen Jahr dabei, und ich finde es schön, wenn diese Feier so gestaltet wird.“

Ulli Toft (M.) während der Pause, wo den Teilnehmenden Getränke angeboten wurden.

Anne und Kristian Ellegaard Hansen genossen das Programm in der Schule ihrer achtjährigen Enkelin. „Wir finden, das ist eine richtig gute Idee“, so das Paar. Ingelise Broghammer war als Oma zweiter Schüler dabei: „Gut ist auch, dass alles mit den Großen beginnt. Das wurde nicht immer so gemacht.“

So lebt die schöne Julia ohne Romeo

Nach dem Lucia-Umzug bot die Theater AG den Zuhörenden einen kleinen Einblick in die moderne und recht kreativ abgeänderte Form des Klassikers „Julia und Romeo“. Auf der Bühne lebt Julia in der Deutschen Schule Sonderburg nämlich weiter. Sie trauert um ihren Romeo – aber die Arme findet sogar heraus, dass ihr verstorbener Ehemann ein Techtelmechtel mit diversen Frauen gehabt hat.

Wie sich Julias neue Reise gestalten wird, darauf muss das Publikum noch einige Monate warten. Am 5. und 6. März, 17 Uhr, werden die 15 Schauspieler der Theater AG in der Aula der Schule mit ihrem ganzen Stück unterhalten. 

Julia (Tilda Schmidt) lebt in der Deutschen Schule Sonderburg nach dem Tod ihres Gatten Romeo weiter.

Zu den Darbietungen gehörten auch der Tinka-Tanz zweier Schülerinnen, ein Weihnachtslied der 3. Klasse und mehrere Auftritte von musizierenden Schülerinnen und Schülern am Klavier und auf dem Cello. „Ich hoffe, es hat euch gefallen“, sagte die Schulleiterin am Ende der Veranstaltung. Die Veranstaltung kam gut an: Die Gäste dankten den Kindern mit einem tosenden Applaus.

Die Unterstufe unterhielt mit Gesang und Tanz.