Baukultur

Comebacks an der Grenze: Historische Wiedau- und Süderaubrücken kehren restauriert zurück

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Legan morgens kurz nach sieben Uhr: die restaurierte Brücke kehrt nach sechs Monaten zurück.

Nach monatelanger Abwesenheit sind die denkmalgeschützten Brücken bei Legan und Mühlenhaus wieder an Ort und Stelle – frisch restauriert und bald befahrbar. Ab dem 1. August soll der Grenzverkehr bei Mühlenhaus-Aventoft wieder rollen. Doch der Weg dahin war teurer und aufwendiger als gedacht.

Jetzt sind sie wieder zurückgekehrt, die zwei geschichtsträchtigen Brücken über der Wiedau und der Süderau in der Nähe des Grenzübergangs Mühlenhaus-Aventoft.

Bei ihrer Abwesenheit handelte es sich nicht nur um einen kurzen Sommertrip. Die Stahlbrücken mit Betondeck verließen Ende Januar ihren jeweiligen Standort, um als Schwertransporte gen Osten zu reisen. Es führte sie knapp 40 Kilometer quer durch Nordschleswig nach Jordkirch (Hjordkær). Dort restaurierte das Unternehmen SM-Industries die mehr als 100 Jahre alten Brücken, die unter Denkmalschutz stehen.

Seit Jahresanfang ist die Verkehrsader nach Aventoft für den motorisierten Verkehr gesperrt und Umwege über andere Grenzübergänge sind erforderlich. Für Menschen zu Fuß und auf dem Fahrrad ermöglichte eine zwischenzeitliche Brücke die Passage.

Ein millionenschweres Projekt

Die Strecke von Jordkirch nach Legan wurde mit einem Schwertransporter zurückgelegt, und am Bestimmungsort sorgte ein riesiger Kran für einen schwebenden Zustand.

Für die von langer Hand vorbereitete Instandsetzung der Brücke bei Legan (Lægan) aus dem Jahr 1866 und des 21 Jahre jüngeren Modells bei Mühlenhaus (Møllehus) hatte die Kommune Tondern 23,4 Millionen Kronen vorgemerkt.

Im Mai entlarvten die Beauftragten weitere Korrosionsschäden im Stahloberbau unter der Fahrbahn, insbesondere bei der Leganbrücke. Zudem tauchten bei der Süderaubrücke Schäden im Fundament auf. Das verteuerte das Vorhaben um zusätzliche 2,8 Millionen Kronen.

Bald kann der Grenzverkehr wieder rollen

Die Brücke bei Legan kehrte Donnerstag zurück, und die Grenzbrücke bei Mühlenhaus kam ein paar Tage vorher. Die Abreise erfolgte im Januar in umgekehrter Reihenfolge.
Präzision war bei der Landung angesagt. Nachbar Werner Tygsen (l.) beobachtete das Manöver interessiert aus nächster Nähe.

Jetzt sind beide alten Brücken in restaurierter Ausgabe jedoch wieder sicher an ihrem Stammplatz gelandet und die Arbeiten laufen im Endspurt. Die Kommune erwartet, dass die Montage Ende des Monats abgeschlossen ist und es ab Freitag, 1. August, für alle „freie Fahrt“ heißt. Dann kann der Grenzverkehr wieder ungehindert und ohne Umwege rollen.

Steg ist umgezogen

Die Rückkehr wurde interessiert verfolgt.
Die Passage für Spazierende und Radfahrende führt neuerdings über die Arnau.

Auch Fußgänger und Radfahrende müssen sich so lange gedulden, da der zwischenzeitliche Steg für diese Zielgruppe wieder abgebaut worden ist.

Er ist nicht etwa in Rente geschickt worden, sondern die Kommune Tondern setzt auf Wiederverwertung. Seine dauerhafte Dienststelle ist nun über der Arnau beim Rastplatz in Sollwig (Sovig) östlich von Tondern (Tønder) wo er eine in die Jahre gekommene Ausgabe ersetzt.

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