Schauplatz Flugzeughangar

Theaterprojekt: Eine fiktive Geschichte fußt auf der Wirklichkeit

Theaterprojekt: Eine fiktive Geschichte fußt auf der Wirklichkeit

Theater: Eine fiktive Geschichte fußt auf der Wirklichkeit

Tondern/Tønder
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Regisseur Kristian Hald (r.) ist vom Flugzeughangar begeistert. Foto: Monika Thomsen

Bei der Aufführung von„Højt til Himlen“ 2020 geht es „hoch hinaus“. Im historischen Flugzeughangar aus dem Ersten Weltkrieg wird das Stück „Zusammen“ gezeigt. Die geschichtlichen Fakten werden mit Anekdoten angereichert.

Dem Lockruf des heimatgeschichtlichen Theaterprojekts „Højt til Himlen“ zum Großtreffen im Flugzeughangar in Tondern folgten um die 80 Interessierte. Das historische Bauwerk im Soldaterskoven wird Dreh- und Angelpunkt der Aufführung im Mai 2020 sein. Es ist nicht das erste Mal, dass das Freilichtspiel unter Dach stattfindet. Dies war auch 1999 bei der ersten Ausgabe der bislang 14-teiligen Serie in der alten Scheune auf dem Gutshof Troiburg bei Wiesby/Visby der Fall.

Ankedoten beflügelten Denkarbeit

„Es handelt sich um eine fiktive Handlung, die auf der Wirklichkeit fußt“, wie der Autor Lars Thelonius aus Vejle erläuterte. Zu den geschichtlichen Fakten und der Fiktion gesellen sich noch Anekdoten. Lieferant für diese war Manfred Petersen, der eng mit dem Zeppelinmuseum verknüpft ist. Den früheren Stützpunkt, in dem er seit jungen Jahren umhergepirscht ist, kennt Petersen wie seine Westentasche. „Ob die Anekdoten geschichtlich wahr sind, oder ob sie ausgeschmückt wurden, das ahne ich nicht. Sie sind aber verdammt gut und haben meine Denkarbeit beflügelt“, so Thelonius, der bei dem Theaterprojekt neu ist.

In dem Stück „Zusammen“ (Sammen) geht es um das Leben auf der Zeppelinbase und in der Stadt Tondern zwischen Deutschen und Dänen während des Ersten Weltkriegs. Thematisiert wird die Zeitspanne zwischen 1913 und 1920, wobei auch Freundschaft und Liebe eine Rolle spielen.

Männergespräch: Der Autor Lars Thelonius, Regisseur Kristian Hald und der Vorsitzende des Theaterprojekts, Henrik Dahlmann (v. l.). Foto: Monika Thomsen

„Ich bin mit großer Spannung hier vor Ort. Bislang habe ich ja alleine mit dem Stück gearbeitet“, so Thelonius. Er hat sich etwa zwei Jahre lang gedanklich mit dem Stück befasst. In den Sommerferien ging es dann für den Lehrer der Nachschule in Hoptrup mit Recherche und dem Schreiben los. Er berichtet, dass Graf Schack, der einen Finger mit im Spiel hatte, damit das Grenzziehungs-Puzzle aufging, im Stück auch vorkommt.

„Wir sind hier an einem historischen Ort, der uns eine einzigartige Möglichkeit bietet, die Geschichte Tonderns zur damaligen Zeit zu erzählen. Diese konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen“, sagte der Vorsitzende des Theaterprojekts, Henrik Dahlmann.

Ein inspirierender Rahmen

„Es ist ein unglaublich inspirierender Raum“, sagte Regisseur Kristian Hald. „Die Arbeitsmethode ist die übliche. Wir machen die Dinge gemeinsam und experimentieren. Es gibt zwar keine Sprechrollen für Kinder, aber es gibt dennoch Platz für Kinder“, so Hald. An die Neuen gewandt meinte er: „Es ist spannend, lehrreich und lustig und man bekommt Freunde fürs Leben.“

Dass das Mitmachen Spaß macht, ist auch eine Erfahrung, die Dirk Andresen aus Tondern gemacht hat, der bisher bei fünf Theaterstücken mitgemacht hat, und somit seine sechste Saison als Darsteller in Angriff nimmt. „Ich finde es außerdem toll, dass man Leute aus der gesamten Kommune trifft, da alle Teile der Gemeinde vertreten sind. Und dann wird man nicht dümmer davon“, sagt Andresen mit einem Lachen.

Ich bin auf den Geschmack gekommen und es handelt sich um ein gutes Hobby, in das ich gerne Zeit investiere. Ich denke, es wird genauso gut wie beim vergangenen Mal. Dafür werden wir jedenfalls einen Einsatz leisten. Mit der Geschichte aus unserer Gegend handelt es sich um ein spannendes Thema.

Per Johanning

Zum zweiten Mal dabei ist Per Johanning aus Tondern, der in Ballum an der Seite der Schauspielerin Bodil Jørgensen sein Debüt hatte und vorher nicht als Laiendarsteller aktiv gewesen ist. „Ich bin auf den Geschmack gekommen und es handelt sich um ein gutes Hobby, in das ich gerne Zeit investiere. Ich denke, es wird genauso gut wie beim vergangenen Mal. Dafür werden wir jedenfalls einen Einsatz leisten. Mit der Geschichte aus unserer Gegend handelt es sich um ein spannendes Thema“, erklärt der 32-Jährige. Auch die Gemeinschaft gefällt ihm gut. „Der Umgang miteinander ist familiär. Das ist eine tolle Sache und macht viel aus“, so Johanning.

Auch nach dem Großtreffen besteht weiterhin Bedarf für mehr junge Männer. Die Proben gehen am 6. Januar in der kommunalen Schule in Bredebro los.

Regisseur Kristian Hald schlüpfte in die Rolle als Fotograf, um ein Foto von allen Akteuren zu machen, damit er den genauen Überblick hat. Hier ist Per Johanning an der Reihe. Foto: Monika Thomsen
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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Gemeinsinn statt Hygge“