Avocados

Fett und dennoch gesund

Marlies Wiedenhaupt
Marlies Wiedenhaupt Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Aus botanischer Sicht ist die Avocado ein Obst und gehört zur Familie der Lorbeergewächse. Foto: adobe stock

Aus Avocados lassen sich zahlreiche unterschiedliche Speisen zubereiten.

Immer mehr Menschen finden – frei nach Loriot –, dass ein Leben ohne Avocados möglich, aber trostlos ist. Sie sind gesund, lecker durch ihren samtig-nussigen Geschmack, machen satt und sind vielseitig nutzbar – nicht nur als Dip oder Brotbelag. Avocado-Fett ist eines der gesündesten, da es reichlich einfach ungesättigte Fettsäuren enthält.

Auch wenn die birnenförmige Butterfrucht im Laden meist noch etwas hart ist – bei Raumtemperatur zu Hause reift sie schnell nach. Wer dem etwas nachhelfen möchte, lagert sie zusammen mit Äpfeln, denn diese verströmen das Reifegas Äthylen und beschleunigen den Prozess. Essreif ist die Avocado, wenn sie bei leichtem Druck mit dem Finger nachgibt.

Unter den knapp 400 verschiedenen Avocadosorten gibt es in unseren Breitengraden zwei klare Champions: die „Fuerte-“ und die „Hass-Avocado“. Andere Sorten werden hierzulande nur selten angeboten. Die etwas größere, längliche Avocado mit ihrer birnenähnlichen Form und der glatten, grünen Schale zählt zur Sorte „Fuerte“ und ist geschmacklich eher mild. Ihre kleine Schwester, die „Hass-Avocado“, ist etwas runder und knubbeliger. Sie hat von Beginn an eine dunkle bis schwarze Schale und schmeckt würziger als ihre größere Verwandte.

Die Avocado ist aus botanischer Sicht ein Obst und zwar eine Beerenfrucht und gehört zu der Familie der Lorbeergewächse. Ursprünglich stammt die grüne Superfrucht aus Südmexiko, wo sie schon seit über 10.000 Jahren angebaut wird. Bis heute gehören Kalifornien und Länder in Zentral- und Südamerika (Mexiko, Chile und Peru) zu den größten Avocado-Anbaugebieten. Aber auch Australien, Südspanien und Südafrika liefern die Früchte in die Supermarktregale der Welt.

Chinas Mittelschicht verlangt nach „Superfood“

Obwohl die Avocado viele gesunde Inhaltsstoffe mitbringt, muss dennoch bedacht werden, dass sie einen langen Transportweg im Kühlcontainer zurückgelegt hat, bevor sie auf unseren Tellern landet. Deshalb sollten lieber Früchte aus Israel oder Spanien gekauft werden als aus Südamerika.
Für Avocado-Plantagen werden mittlerweile andere Pflanzen mit ökologisch wichtiger Funktion sukzessiv abgeholzt. Zum Beispiel weil die chinesische Mittelschicht sich zunehmend an westlichen Ernährungstrends orientiert.

So wuchsen Chinas Avocado-Importe aus lateinamerikanischen Erzeugerländern wie Chile, Guatemala und vor allem Mexiko von 154 Tonnen im Jahr 2013 auf 25.000 Tonnen in 2016 (Zeitschrift Geo, 7/2017).

Andere Medien weisen auf den Wasserverbrauch der Pflanze an. Vielfach werden die Früchte in Gebieten angebaut, in denen die Bevölkerung unter Wasserknappheit leidet.

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