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Nichts für schwache Nerven

Nichts für schwache Nerven

Nichts für schwache Nerven

Silkeborg
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Silkeborg-Torwart Rafael Romo faustet am Ball vorbei und ermöglicht Eggert Jonsson den 1:1-Ausgleich. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Neue Hoffnung im Abstiegskampf gibt es für die Superliga-Kicker von SønderjyskE nach einem Comeback in Überzahl in der letzten Viertelstunde und einem 2:1-Sieg in Silkeborg.

Die SønderjyskE-Fußballer hatten lange Zeit die Nerven nicht im Griff und waren auf dem besten Wege, noch tiefer in den Abstiegsschlamassel zu rutschen, haben aber mit einem starken Comeback doch noch die Kurve gekriegt.

Die Hellblauen haben in der letzten Viertelstunde aus einem 0:1-Rückstand einen 2:1-Auswärtssieg gegen Silkeborg und damit nicht nur den Gegner endgültig in die Zweitklassigkeit geschickt, sondern auch Lyngby Boldklub im Kampf um den so wichtigen zweiten Tabellenplatz unter Druck zu setzen, bevor es am Montag zum Duell zwischen Lyngby und OB kommt.

Mit dem Druck sind die SønderjyskE-Fußballer lange Zeit nicht fertig geworden. Viele Aktionen waren verkrampft und fehlender Abgeklärtheit geprägt, doch die Moral ist intakt und wurde letztenendes auch belohnt. Anders K. Jacobsen behielt in der 89. Minute die Nerven und verwandelte einen Elfmeter zum 2:1-Sieg.

SønderjyskE geriet früh in Rückstand. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Erst mussten die Hellblauen aber eine emotionale Achterbahnfahrt durchmachen. Ausgerechnet Kees Luijckx hatte seinen Anteil daran, dass es für SønderjyskE eine vergnügliche Achterbahnfahrt wurde. Silkeborg war nach einer guten ersten Halbzeit nach dem Seitenwechsel zwar immer mehr unter Druck geraten, hatte diesem Druck aber standgehalten, bis der ehemalige SønderjyskE-Kicker in der 68. Minute die gelb-rote Karte sah, als er einen krassen Fehler seines Nebenmannes Frederik Alves Ibsen ausbügeln musste.

SønderjyskE nutzte die Überzahl und drehte ein Spiel, das zunächst nach den Vorstellungen von Silkeborg gelaufen war.

Glen Riddersholm hatte auf eine 3-5-1-1-Formation umgestellt, mit Alexander Bah und Julius Eskesen auf den Außenbahnen sowie Peter Christiansen als hängende Spitze hinter Anders K. Jacobsen, doch rund lief es in der ersten Stunde nicht, und hinten fehlte die Abstimmung in der neuen Dreierkette.

Patrick Banggaard hob der 14. Minute das Abseits auf, der Rest zögerte in der Hoffnung auf eine Abseitsstellung, und so konnte Mads Emil Madsen ungehindert zum 1:0 einschieben.
Silkeborg ging in der Folge besser mit dem Ball um, aber die besseren Chancen hatte der Gegner. Es wurde aber immer wieder direkt auf Silkeborg-Torwart gezielt, der die Bälle ascheinend wie ein Magnet anzog.

Keinen Elfmeter gab es nach diesem Zweikampf zwischen Stefan Gartenmann und Junior Brumado. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Alexander Bah hätte sicherlich schlaflose Nächte gehabt, wenn SønderjyskE nicht gewonnen hätte. In der 65. Minute schoss er freistehend über den liegenden Silkeborg-Torwart, aber auch über die Querlatte.

Die Zahl der SønderjyskE-Chancen nahm jedoch zu, und der erlösende Ausgleich fiel zehn Minuten später, als ein liegender Eggert Jonsson den Ball über die Linie drückte. Danach gab es einen offenen Schlagabtausch. Silkeborg musste in Unterzahl nach vorne, um den drohenden Abstieg zu verhindern und lief ins offene Messer. Der eingewechselte Mads Hansen holte in der dramatischen Schlussphase einen Elfmeter heraus, den Anders K. Jacobsen verwandelte.

Doch damit nicht genug. Sebastian Mielitz musste in der Nachspielzeit noch eine Glanzparade zeigen, um den überaus wichtigen Sieg festzuhalten.

Silkeborg - SønderjyskE (1:0) 1:2

1:0 Mads Emil Madsen (14.), 1:1 Eggert Jonsson (74.), 1:2 Anders K. Jacobsen (Elfmeter/89.)
Silkeborg: Rafael Romo – Rasmus Carstensen, Frederik Alves Ibsen, Kees Luijckx, Frederik Møller – Mads Emil Madsen, Filip Lesniak (85.: Jeppe Okkels), Mads Kaalund (71.: Mark Brink) – Nicolai Vallys (71.: Anders Hagelskjær), Junior Brumado, Vegard Moberg (61.: Sebastian Jørgensen).
SønderjyskE: Sebastian Mielitz – Stefan Gartenmann, Pierre Kanstrup, Patrick Banggaard – Alexander Bah (87.: Mads Hansen), Eggert Jonsson (76.: Emil Frederiksen), Victor Mpindi (87.: Rasmus Vinderslev), Mads Albæk (76.: Christian „Greko“ Jaobsen), Julius Eskesen – Peter Christiansen (63.: Artem Dovbyk), Anders K. Jacobsen.
Rote Karte: Kees Luijckx (68.)
Gelbe Karten: Kees Luijckx – Patrick Banggaard (im nächsten Spiel gesperrt), Christian „Greko“ Jakobsen.
Schiedsrichter: Aydin Uslu.
Zuschauer: 300.

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