Fussball

Kulturträger Henrik Hansen mit eigenem Trikot geehrt

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Hadersleben/Haderslev
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Foto: Svend Anker Iversen

Der 38-jährige Assistenztrainer freut sich über die Sonderedition mit seinem Namen drauf.

Die „Share Legends“-Kampagne von „hummel“ hat nun auch SønderjyskE erreicht. Der Sportartikelhersteller kürt dänische Klublegenden und ehrt die verdienten Spieler in den von „hummel“ gesponserten Vereinen mit einer limitierten Sonderedition eines Trikots. Nach John Stampe (AGF), Torben Boye (AaB), Søren Jochumsen (Horsens) und Kim Vilfort (Brøndby) ist die Wahl bei SønderjyskE auf den langjährigen Kapitän und heutigen Assistenztrainer Henrik Hansen gefallen.

Kaum einer hat die so oft gelobte Kultur bei Sønder-jyskE so geprägt wie der 38-Jährige, der von den Mannschaftskollegen vor dem Montagstraining mit dem Trikot überrascht wurde.

„Das war eine Riesenüberraschung, und ich freue mich sehr darüber, für etwas Anerkennung zu bekommen, in das ich Leib und Seele investiert habe. SønderjyskE ist ein großer Teil meines Lebens gewesen und bedeutet extrem viel für mich, und da ist es schön, wenn man auch etwas für andere, für den Klub und für die ganze Region bedeutet hat und die Gefühle erwidert werden“, sagt Henrik Hansen, der im Januar 2005 in den Anfangsjahren von SønderjyskE nach Hadersleben kam und sich schnell zu einem Leistungsträger entwickelte, aber nur für zwei Jahre blieb, bevor er über AC Horsens zu OB ging, wo er zweimal Vizemeister wurde. Im August 2010 kehrte er zu SønderjyskE zurück, übernahm dort die Kapitänsbinde und beendete dort auch im Sommer 2015 seine Karriere, um erst als A+-Trainer und später als Assistenztrainer weiterzumachen.

„Als ich kam, waren wir ein großer Haufen, der aus Nah und Fern geholt worden war. Die Qualität war zwar da, aber es fehlte das Fundament. Wir waren keine Einheit. Die Kultur und das Milieu, wie wir es heute kennen, fehlten. Wir haben erst später herausgefunden, dass da etwas fehlte“, sagt Henrik Hansen, der sich nicht hat verstellen müssen, um mit seinen Tugenden die Kultur bei SønderjyskE zu prägen: „Ich habe eine Tugend daraus gemacht, eine gute Atmosphäre zu schaffen. Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch, und dort, wo ich bin, bringe ich alles ein, was ich habe. Ich habe mich nicht verstellt, weder in guten noch in schlechten Zeiten. Ich war immer ich selbst.“

Wie lange er bei SønderjyskE bleiben will, steht in den Sternen. Der 38-Jährige hat wie schon als Spieler auch als Trainer Ambitionen und will 2020 den P-Trainerschein in Angriff nehmen.

„Ich denke, dass in mir ein Cheftrainer versteckt ist, aber da mache ich mir keinen Druck. Ich bin wahnsinnig froh über die Rolle, die ich hier habe“, so Henrik Hansen.

Tommy Bechmann kehrte im Sommer 2011 nach sieben Jahren in der Fußball-Bundesliga beim VfL Bochum und SC Freiburg zurück und lernte bei SønderjyskE Henrik Hansen als natürlichen Mittelpunkt in der Umkleidekabine und auf dem Platz kennen. Der Stürmer profitierte vier Jahre lang von den Vorlagen des Mittelfeldstrategen und findet das oft überstrapazierte Wort „Kulturträger“ hier mehr als angebracht.

„Henrik ist außerhalb des Platzes eine Stimmungskanone und hat bei SønderjyskE die Kultur mit geschaffen und geprägt. Es gibt keine Themen, die so ernst sind, dass man keine Witze darüber reißen kann. Er sorgt aber nicht nur für die gute Laune. Auf dem Platz will er um jeden Preis gewinnen, und zwar bei jeder Trainingseinheit“, sagt Tommy Bechmann: „Er weiß genau, wann es gemütlich sein kann und wann ernst ist.“

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