FUSSBALL

Kühlen Kopf bewahren im Abstiegskampf

Kühlen Kopf bewahren im Abstiegskampf

Kühlen Kopf bewahren im Abstiegskampf

Hadersleben/Haderslev
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Rasmus Vinderslev gratuliert Joao Pereira zu seinem Treffer beim 2:2 gegen Silkeborg. Foto: Frank Cilius/Ritzau Scanpix

Das Pokalhalbfinale gegen AC Horsens hat Hoffnung gemacht: Die Unbekümmertheit der jungen Garde könnte auch in der Liga zum Erfolg führen. Sie muss nur anstecken.

Sechs Spiele sind für die Fußballer von SønderjyskE in dieser Superliga-Saison noch zu absolvieren. Im besten Fall.

Im schlimmsten Fall kommen noch zwei weitere gegen den Drittplatzierten der Gruppe 2 hinzu, um einen direkten Absteiger zu ermitteln.

In solchen Situationen will kein Fußballer stehen. Doch genau dort befindet sich SønderjyskE gerade mit fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer. Dort steht Lyngby und die sind am Sonntag zu Gast bei SønderjyskE.

Ein erstes Finale

Es ist ein erstes Finale um die Jagd auf den zweiten Platz in der Gruppe. Und vielleicht auch schon das letzte. Denn bei einer Niederlage sind die Seeländer acht Punkte weg und praktisch kaum noch in Reichweite. SønderjyskE ist seit fünf Spielen ohne Sieg, aber das gewonnene Pokalhalbfinale könnte ein neues Feuer entfacht haben.

Besonders die junge Garde um Emil Frederiksen (19), Peter Christiansen (20), Julius Eskesen (21), Rasmus Vinderslev (22) und Victor Mpindi (23) wusste dabei zu überzeugen.

Die Jungen übernehmen Verantwortung

„Es gab einige Dinge, die gut funktioniert haben. Wir haben großen Druck ausgeübt und eine gute Energie ausgestrahlt. Das müssen wir in die wichtigen Spiele der Superliga mitnehmen“, sagt Rasmus Vinderslev zum „Nordschleswiger“. „In den Pokalspielen haben wir eine gute Energie aus unserem Traum gezogen, den Cup zu gewinnen. Die Energie und die Unbekümmertheit hat uns eventuell in einigen Superligaspielen gefehlt; da sind wir teilweise zu passiv aufgetreten. Wir müssen freier aufspielen, dann kommen die Ergebnisse auch“, so der 22-Jährige.

Nichts mehr zu verteidigen

Das ist natürlich leicht gesagt bei dem enormen Druck im Abstiegskampf, aber wenn die Spieler die Lockerheit aus dem Pokalhalbfinale bewahren können, kommt das Spiel gegen Lyngby zu einem perfekten Zeitpunkt. Und verkürzt SønderjyskE am Sonntag den Rückstand auf zwei Punkte, ist alles möglich.

„Wir haben etwas, das wir schaffen müssen. Es gibt nichts mehr zu verteidigen, wir müssen einfach diese fünf Punkte einholen. Es ist wichtig, dass wir in jedem Spiel 100 Prozent geben und immer nur ans nächste Spiel denken“, sagt Rasmus Vinderslev und muss selbst ein wenig über diese Phrase schmunzeln. „Es klingt abgedroschen, aber so ist es nun einmal jetzt: Jedes Spiel ist wahnsinnig wichtig, und wir müssen jedes Mal alles geben. Wir müssen nach vorne schauen und positiv bleiben, statt uns Schreckensszenarien auszumalen“, sagt der 22-Jährige.

Der dritte Anlauf

Rasmus Vinderslev weiß, wovon er spricht. Im Januar kam er nach einer Leihe von Vendsyssel FF zurück und zeigte gute Leistungen in der Vorbereitung. Dann brach er sich bei einem Testspiel gegen Kolding IF die Hand.

Anfang März war das Eigengewächs zurück, doch kurze Zeit später kam die Corona-Unterbrechung.

Jetzt folgt der dritte Anlauf für den Mittelfeldspieler, der, nachdem die meisten Spieler bereits das Trainingsgelände verlassen haben, noch mit seinen jungen Kollegen Julius Eskesen, Viktor Mpindi und Peter Christiansen aufs Tor schießt. Aus Spaß, wie Rasmus Vinderslev berichtet.

Genau diese Unbekümmertheit und Lust am Fußball kann für SønderjyskE im Abstiegskampf noch sehr wichtig werden.

SønderjyskE empfängt am Sonntag ab 16 Uhr Lyngby Boldklub.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Voneinander lernen“