Eishockey

Torklau bei Pflichtsieg ohne Bedeutung

Torklau bei Pflichtsieg ohne Bedeutung

Torklau bei Pflichtsieg ohne Bedeutung

Woyens/Vojens
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Die Szene, die die Gemüter erhitzten: Der Puck ist bereits im Tor, William Boysen noch einen Meter davon entfernt. Foto: SIS Web TV

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Zwei Schiedsrichter im Tiefschlaf und ein Systemabsturz beim Bilderlieferanten haben Martin Eskildsen ein einwandfreies Tor geklaut. SønderjyskE besiegte Rødovre dennoch klar.

Im Fußball gibt es den VAR, im Eishockey gibt es das Sport-Video-Analyse-System Spiideo, das den Schiedsrichtern bei kniffligen Entscheidungen unter die Arme greifen soll. Doch wenn sowohl Technik als auch Schiedsrichter versagen, dann kommt es weiterhin zu kuriosen und krassen Fehlentscheidungen.

Martin Eskildsen jubelte im Heimspiel gegen die Rødovre Mighty Bulls bereits über seinen zweiten Treffer des Abends zur vermeintlichen 4:0-Führung, als William Boysen von einem Rødovre-Verteidiger rustikal ins Tor geschubst wurde und das Gehäuse aus seiner Position brachte. Der Puck war aber bereits deutlich über die Torlinie. Da hätte man sich fast noch eine Wurst holen können, bevor das Tor verschoben wurde.

Die Schiedsrichter Vernon Hofferd und René Jensen wollten dennoch das Tor nicht anerkennen und hatten auch kein Sicherheitsnetz, das die Fehlentscheidung hätte korrigieren können. Ein Systemabsturz bei Spiideo hatte für ein um 15 Minuten verspätetes Signal gesorgt.

Die Fehlentscheidung war am Ende ohne größere Bedeutung. Die Eishockeyspieler von SønderjyskE kamen dennoch zu einem klaren 5:0-Heimsieg gegen das Tabellenschlusslicht aus Rødovre.

Nach der 1:4-Niederlage im Verfolgerduell gegen Frederikshavn dauerte es allerdings ein Drittel lang, bevor die Hellblauen auf Betriebstemperatur waren. Die vorentscheidenden Tore fielen in der schlechtesten Phase der Gastgeber, die erst mit einer 3:0-Führung im Rücken gut spielten.

Die deutliche 3:0-Führung nach dem ersten Drittel täuscht über den wahren Spielverlauf hinweg. Die Partie war ausgeglichen, Spielanteile und Torchancen hielten sich die Waage, doch die Tore fiel nur am einen Ende der Eisfläche. Und die ersten zwei waren fast allein das Eintrittsgeld wert.

Mads Eller tanzte gegen seinen langjährigen Verein mit einem Alleingang gleich drei Gegenspieler aus und passte quer auf Martin Eskildsen, der nur noch einschieben musste. Noch schöner war kurz darauf die Einzelleistung von Matt Salhany, der mit einer Pirouette seinen Gegenspieler alt aussehen ließ und die Hartgummischeibe mit der Rückhand elegant ins Netz schlenzte.

Das Tabellenschlusslicht hatte danach mehrere Chancen auf einen Anschlusstreffer, scheiterte aber immer wieder an Torwart Patrick Galbraith. Sein Gegenüber John Muse patzte kurz vor der ersten Drittelpause, als Daniel Kønig Hansen den Puck einfach aufs Tor schleuderte, und nahm seiner Mannschaft den Wind aus den Segeln.

SønderjyskE steigerte sich mächtig, diktierte in den letzten 40 Minuten überzeugend das Geschehen und hätte höher gewinnen können, doch es haperte noch im Powerplay. In Überzahl lief es nicht rund, und als die Hellblauen im vierten Anlauf endlich ein Powerplay-Tor erzielten, versagten Schiedsrichter und Technik.

SønderjyskE – Rødovre Mighty Bulls (3:0,0:0,2:0) 5:0

1:0 Martin Eskildsen (10:02/Ass.: Mads Eller), 2:0 Matt Salhany (11:39/Ass.: Steffen Frank), 3:0 Daniel Kønig Hansen (18:56/Ass.: Cameron Brown), 4:0 Cameron Brown (52:21/Ass.: Matt Salhany), 5:0 Mathieu Foget (56:02/Ass.: Shawn O´Donnell, Yannick Vedel).

Zeitstrafen: SE 1x2 – RMB 6x2 Minuten.

Schiedsrichter: René Jensen/Vernon Hofferd.

Zuschauer: 1.917.

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