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Geteilte Meinung über die aktuellen Pläne an der Sundgade

Geteilte Meinung über die aktuellen Pläne an der Sundgade

Geteilte Meinung über die aktuellen Pläne an der Sundgade

Sonderburg/Sønderborg
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Der große Saal des Multikulturhauses war voller Menschen. Foto: Ilse Marie Jacobsen

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Was muss die Kommune bei ihren Plänen für das neue Wohngebiet am Alsensund ändern oder beachten? Viele Teilnehmende kamen am Montagabend im Multikulturhaus mit Input und guten Fragen.

So viel Interesse am neuen Sundgade-Projekt hatte die Vorsitzende des Technischen Ausschusses, Kirsten Bachmann (Schleswigsche Partei), am Montag kurz vor 19 Uhr nicht erwartet.

Die 150 Stühle im großen Saal des Multikulturhauses waren schon längst besetzt, und noch mehr Frauen und Männer strömten von der Bibliothek in den Raum. Es wurden noch mehr Stühle aufgestellt, aber viele mussten doch stehen bleiben. Im großen Saal dürfen sich aber lediglich 150 Menschen aufhalten.

Gut und schlecht

„Das ist ja gut, aber auch schlecht. Dass ihr so viele seid, dass sich so viele für das große Hafengebiet interessieren“, so die kommunale Planerin und Projektleiterin Gitte Thomsen. Das Treffen musste also in zwei Termine aufgeteilt werden. An die 80 Personen mussten den Saal erst einmal wieder verlassen und sich die Zeit bis 20 Uhr vertreiben. Dann erst konnte das zweite Treffen beginnen.

Kirsten Bachmann (r.) mit dem Architekten Kristian Martinsen und einer weiteren Mitarbeiterin von „Tegnestuen Vandkunst“ Foto: Ilse Marie Jacobsen

Das Architektenbüro „Tegnestuen Vandkunsten“ aus Kopenhagen (København) hat mit seinem von der Kommune gewählten Vorschlag für das neue Wohngebiet am Westufer des Alsensund für sehr viel Aufsehen gesorgt. Der Plan unter anderem mit zwei hohen Wohngebäuden, diversen kleineren Häusern, Parkplätzen und für alle zugänglichen Areale präsentierte Architekt Kristian Martinsen.

Alle können mit Inputs kommen

Wie Projektleiterin Gitte Thomsen mehrfach hervorhob: Das Papier der Architekten bildet lediglich den Rahmen. Die Bewohnerinnen und Bewohner können weiterhin mit Inputs und guten Ideen kommen. Diese werden dann später in eine Projektbeschreibung eingebaut.

Dieser Vorschlag belebt den Bereich, und es handelt sich um eine hohe bauliche Qualität.

Kirsten Bachmann, Stadtratsmitglied (Schleswigsche Partei)

Die Kommune hatte den Architekten vier Themen gegeben, die berücksichtigt werden müssen: Tourismus, Identität, Wohnungen und Klima. Die Jury war sich beim Durchgang der Vorschläge einig gewesen: „Dieser Vorschlag belebt den Bereich, und es handelt sich um eine hohe bauliche Qualität“, so Kirsten Bachmann vorab.

Fantastische Aufgabe an fantastischem Ort

Architekt Kristian Martinsen bedankte sich „für die fantastische Aufgabe und den fantastischen Ort“. Er und seine Kollegen hatten sich immer wieder in der Sonderburger Gegend umgeschaut, um die ganz spezielle Stimmung des Ortes in den Hafenbereich mit einzubinden.

Kristian Martinsen hat über ein Jahr lang immer wieder Sonderburg besucht, um besondere Gebäude und die besondere Geschichte der Gegend zu erkunden. „Hier gibt es keine Schablonen. Wir wünschen die guten Gene einzubauen", so der Architekt. Foto: Ilse Marie Jacobsen

„Wir wollten die guten Gene mit einarbeiten, und alles dahinter sollte nicht einfach abgeschirmt und versteckt werden“, sagte Martinsen. Er sprach von visuellen Verbindungen und „semioffentlige områder“, eine Kombination von privaten und öffentlichen Bereichen.

Drei Gebäudetypen

An der Sundgade sollen zwischen Straße und Alsensund drei Gebäudetypen errichtet werden: zwei Punkthäuser in vier Stockwerken, relativ große Stadthäuser und Häuser mit einem oder zwei Etagen. Das Unternehmen Udos Fisk wird wie das Hotel Alhambra erhalten bleiben. Der Fischladen soll außerdem einen Außenbereich am Hafen erhalten.

Der Architekt rechnet mit dem Umbau einer großen Lagerhalle, die in ein gemeinsames Haus der Stadt verwandelt werden soll. Dort sollen unter anderem auch Konzerte stattfinden können. An der Anlegestelle für kleinere Boote gibt es im Freien eine Küche und Toiletten. Das Feuer-Kunstwerk an der Sundgade soll später auf einem runden von einer Brücke abgegrenzten Wasserbereich platziert werden.

Maritimes wird bewahrt

Ein Teilnehmer wunderte sich bei der anschließenden Fragestunde, wo denn der Rest des Hafens bleibe. Und wo sollte der Heimwehrkutter künftig anlegen? Gitte Thomsen beruhigte den Mann: „Wir wollen gern etwas Maritimes dort bewahren. Der Kutter soll auch weiterhin dort anlegen. Er wird einen Ort erhalten. Und das Ganze ist ja ein Vorschlag.“

Die Teilnehmenden schauten sich vorab die ausgestellten Zeichnungen an. Foto: Ilse Marie Jacobsen

Die Vorsitzende des Bewohnervereins „Forny Sundgade“, Gudrun Kromand, sprach von „einem sehr kompakten“ Vorschlag. „Dort gibt es nicht viele Freiräume, wenn das eine Gebäude 9,5 Meter hoch ist und dies wegen des steigenden Wasserpegels auf einem einen Meter hohen Fundament über dem Straßenniveau errichtet werden soll. Das Wohnungsgebäude ist 14 Meter hoch“, so Gudrun Kromand, der eine Visualisierung des ganzen Projekts fehlte. Das Restaurant Sundhalle sei nicht erwähnt, und gebe es genug Parkplätze?

Alles wird untersucht

Gitte Thomsen bedankte sich für Gudrun Kromands Inputs und ihre guten Fragen. „Wir werden alles untersuchen“, versprach sie. Ob es Miet- oder Eigentumswohnungen werden, das kommt auf einen Investor an. Ein Mitglied des Konzertarrangeurs „New Orleans Jazz i Sønderborg“ fragte, wo künftig die Konzerte am Hafen abgehalten werden können. Er wurde auf die geplante umgebaute Lagerhalle verwiesen.

Kirsten Bachmann begrüßte die vielen Teilnehmenden. Foto: Ilse Marie Jacobsen

Die Stadtratspolitikerin Kirsten Bachmann versprach, dass alles in die weitere Arbeit im Projekt einfließt. Man habe etwas höhere Häuser gewählt, weil damit mehr Platz für die grünen Bereiche um die Gebäude geschaffen werden kann.

Alle werden einbezogen

Wann das neue Wohnprojekt in Angriff genommen werden kann, wurde nicht erwähnt. Es muss außerdem erst ein neuer Flächennutzungsplan gutgeheißen werden.

„Wir müssen diese Fragerunde leider kurz halten. Aber wir werden sehen, wie wir die Identität des Bereichs erhalten können. Ihr werdet einbezogen. Wir schauen alles nach und werden versuchen, alles einzubeziehen. Schaut auf Facebook und unsere Homepage“, so Kirsten Bachmanns Aufforderung.

Beim Thema Sundhalle wurde immer wieder geklatscht. „Die Sundhalle gibt es seit 1870, und wir müssen aufpassen, dass es genug Parkplätze gibt. Wir wollen ja nicht nur reiche Sonderburger dort haben“, so die Bemerkung eines Mannes.

https://sonderborg.viewer.dkplan.niras.dk/plan/53#/37108

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