Grenzüberschreitendes

Zusammengestrichene Zusammenarbeit

Zusammengestrichene Zusammenarbeit

Zusammengestrichene Zusammenarbeit

Vejle
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Foto: Jesse Orrico/Unsplash

Vier grenzüberschreitende Projekte der Region Süddänemark im Gesundheitswesen sind in den vergangenen Jahren aufgegeben worden. Nicht nur, weil gespart werden sollte – sondern auch, weil Angebote nur wenig genutzt wurden oder komplett wegfielen.

Die Region Süddänemark hat in den vergangenen Jahren grenzüberschreitende Gesundheitsprojekte weggespart. Zu den Sparmaßnahmen gehört auch die Kündigung der Zusammenarbeit mit dem Malteser St. Franziskus Krankenhaus in Flensburg. Dort wurden noch bis Ende 2016 dänische Krebspatienten aus der Region zur Strahlentherapie gesendet.

Doch im Regionsrat gibt es Meinungen, dass diese Zusammenarbeit wieder aufgenommen wird – zugunsten der Patienten, die erstens schneller in Behandlung kommen und zweitens kürzere Anfahrtswege haben, da sie nicht in das Krankenhaus nach Vejle fahren müssen, wo die Strahlenbehandlung der Patienten in der Region durchgeführt wird. Ob das Angebot wieder aufgenommen werden kann, kann der Regionsrat erst bei den Haushaltsverhandlungen für das kommende Jahr beschließen.

Vier Projekte aufgegeben

Insgesamt vier Projekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Gesundheitswesen wurden in den vergangenen Jahren aufgegeben. Darüber wurde der Gesundheitsausschuss auf seiner jüngsten Sitzung informiert, die in dieser Woche im „Roten Wurm“ in Vejle stattfand.
Neben der Strahlenbehandlung in Flensburg wurde 2015 auch die Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum in Kiel gestoppt. Dort wurden süddänische Krebspatienten dann behandelt, wenn die zeitliche Vorgabe zur Behandlung im Land nicht eingehalten werden konnte.

Schon 2009 wurde der Vertrag mit dem Schweriner Krankenhaus gekündigt. In dem Fall aus Spargründen, aber auch, weil die Möglichkeit nur sehr begrenzt in Anspruch genommen wurde.

Die Absprache mit der Geburtenstation in Niebüll musste allerdings aus anderen Gründen Mitte des Jahres 2016 aufgegeben werden. Die Station wurde nämlich geschlossen, weil im Land Schleswig-Holstein Hebammen fehlten und sie deshalb personell nicht besetzt werden konnte.

Projekt mit Bestand

Weiterhin Bestand hat allerdings das Projekt „Beredskab uden grænsen 2.0“. Dabei können Rettungskräfte wie Krankenwagen oder Rettungshubschrauber auch über die Grenze hinweg eingesetzt werden, um die möglichst schnellste Hilfe zu gewährleisten (wir berichteten).
Zudem wurde bei der Sitzung des Gesundheitsausschusses über Möglichkeiten berichtet, dass sich Patienten unter bestimmten Voraussetzungen im Ausland behandeln lassen können. So können Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen zu experimentellen Behandlungen im Ausland Hilfe suchen. Das sieht das Gesundheitsgesetz vor.

Mehr für Grenzlandbürger

„Grenzüberschreitend geht mehr für den Bürger, auch wenn wir etwas draufzahlen müssen.“
Das ist zumindest die weit verbreitete Auffassung im neuen Regionsrat Süddänemarks – und auch die des zuständigen Vorsitzenden des Ausschusses für regionale Entwicklung, Søren Rasmussen, von der Dänischen Volkspartei. Auf der jüngsten Sitzung gab es den Tagesordnungspunkt „Neues über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit“.

„So viel Neues gibt es noch nicht, da wir erst einmal eine Bestandsaufnahme aller Aktivitäten machen und uns da informieren im neuen Aufgabenbereich des Ausschusses“, so Søren Rasmussen, der aber spontan meint, dass die Wiedereinführung der Strahlenbehandlung in Flensburg ein Punkt wäre, den man nun aufgreifen werde im Zuge der Budgetverhandlungen: „Dafür haben sich ja fast alle im Wahlkampf ausgesprochen. Es geht ganz klar mehr grenzüberschreitend, was den Bürgern zugutekommen würde. Das sollten wir dann auch machen, auch wenn es etwas mehr kosten sollte. Wir müssen ja zum Wohle der Bürger agieren.

Die Abschaffung der Strahlenbehandlung war da sicherlich ein Rückschritt. Wir müssen den entgegengesetzten Weg gehen mit mehr Zusammenarbeit. Ob alle das wollen, weiß ich nicht, aber das Interesse dafür ist breit vorhanden.“

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