Minderheiten-Europameisterschaft

Die Planungen zur Heim-Europeada nehmen Form an

Die Planungen zur Heim-Europeada nehmen Form an

Die Planungen zur Heim-Europeada nehmen Form an

Flensburg
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Der Projektleiter der Europeada, Ruwen Möller, lud am Mittwoch ins Flensborghus, um den aktuellen Stand der Planungen zu präsentieren. Foto: dodo

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Der Projektleiter der Fußball-Europameisterschaft der Minderheiten, Ruwen Möller, hat in dieser Woche über den aktuellen Stand der Planungen informiert. Ein großes Augenmerk wird auf die Platzverhältnisse gelegt. „Wir brauchen Topplätze, denn die sind es, an die sich alle erinnern werden“, so Möller.

In genau einem Jahr findet die Europeada, die Fußball-Europameisterschaft der autochthonen nationalen Minderheiten, im deutsch-dänischen Grenzland statt. Ausgerichtet wird das Turnier, das von der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) alle vier Jahre veranstaltet wird, von der deutschen Minderheit in Nordschleswig sowie der dänischen Minderheit, der friesischen Minderheit sowie den Sinti und Roma in Schleswig-Holstein.

In dieser Woche lud Projektleiter Ruwen Möller unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Vereine, die die Spielorte stellen, zu einem Infoabend ins Flensborghus ein, um sie über den Stand der Dinge zu informieren.

So viele wie nie dabei

Möller berichtete stolz, dass das Turnier mit einer Rekordteilnehmerzahl stattfinden wird. Insgesamt hätten sich 35 Mannschaften, davon 10 Frauen- und 25 Männerteams angemeldet, so der Projektleiter.

Mindestens an 10 verschiedenen Spielorten, sollen die Partien ausgetragen werden. 9 sind laut Projektleiter bereits fix. Das sind auf dänischer Seite Krusau und Tondern und in Deutschland Flensburg, Schleswig, Eckernförde, Tönning, Bredstedt, Risum-Lindholm und Niebüll. „Mit den Kommunen Apenrade und Sonderburg habe ich die Gespräche bereits aufgenommen. Sie sind angetan von dem Projekt und ich bin zuversichtlich, dass wird dort Spielstätten haben werden“, so Ruwen Möller im Flensborghus. Ebenfalls befindet er sich in Gesprächen mit den Vereinen in Harrislee und Leck.

Wer bekommt das Eröffnungsspiel?

Bekannt ist, dass das Finale im Stadion von Weiche stattfindet und der traditionelle Kulturtag auf dem Knivsberg abgehalten wird. Doch wo findet das Eröffnungsspiel statt? „Wir haben vier Minderheiten, es steht noch nicht ganz fest, welche das Eröffnungsspiel bekommen wird. Das hängt vor allem vom Spielplan ab, den wir aber erst nach der Auslosung im Dezember haben werden“, so der Europeada-Planer.

Damit die Spiele und das gesamte Drumherum ohne Probleme ablaufen, braucht es Freiwillige. Möller hofft, während des Turniers pro Spielort immer mindestens 10 Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler im Einsatz zu haben. „Bisher haben mir alle Vereine, mit denen ich gesprochen habe, gesagt, dass das kein Problem für sie sein wird, die Leute zu finden.“ Daher sei er sehr zuversichtlich, für 10 Spielorte rund 100 Freiwillige zusammenzubekommen.“

Gute Plätze sind das A und O

Ein Thema, das ihm besonders am Herzen liegt, sind die Platzverhältnisse. „Wir wollen Topplätze anbieten. Bei der letzten Europeada waren die Spielfelder in einem herausragenden Zustand. Das ist es, woran sich die Teams erinnern werden und nicht daran, wie die Kabinen oder die Duschen waren“, so Möller.

Er kündigte diverse Maßnahmen an, um im kommenden Jahr ideale Platzverhältnisse sicherzustellen. Unter anderem wird es eine Arbeitsgruppe Plätze geben. Diese soll bereits viele Wochen vor Turnierstart ein Auge auf die Spielorte haben, um dann frühzeitig mit den Vereinen in Kontakt treten und Maßnahmen einleiten zu können, wenn die Rasenflächen nicht im gewünschten Zustand sind. „Das sind keine Probleme, die man kurzfristig beheben kann, deshalb müssen wir da gegebenenfalls frühzeitig etwas machen.“

Er appellierte an die Vereinsvertreter, die unter anderem von den dänischen Vereinen aus Schleswig, Flensburg, Tönning und Eckerförde anwesend waren, auf die Plätze zu achten und im kommenden Jahr unnötige Spiele auf andere Plätze zu verlegen. „Wenn eure dritte Mannschaft ihr unwichtiges 38. Saisonspiel hat, muss das ja vielleicht nicht auf dem A-Platz stattfinden“, sagte Möller mit einem zusätzlichen Augenzwinkern in die Runde.

Außerdem sollen auch die Schulen sensibilisiert werden, ihre Sportstunden kurz vor Beginn der Europeada, nicht auf den Plätzen abzuhalten, auf denen der Ball rollen soll. „Idealerweise brauchen die Plätze, um in einem idealen Zustand zu sein, zuvor mindestens sechs Wochen komplette Ruhe Es wäre super, wenn wir das überall hinbekommen“, so der Chefplaner.

Finanzierung noch in der Schwebe

Um Kitas und Schulen bei dem Turnier einzubeziehen, wird es auch Spiele geben, die vormittags stattfinden, sodass sie von den Klassen besucht werden können.

Keinerlei Neuigkeiten gibt es hingegen beim Thema Finanzen. Man habe öffentliche Gelder in Deutschland und Dänemark beantragt und warte nun darauf, dass diese bewilligt werden, erklärte Möller und forderte im selben Atemzug die Anwesenden auf, weiter Werbung zu machen, um weitere Sponsoren mit ins Boot zu holen. „Jeder, der uns unterstützen will, ist herzlich willkommen“.

Große Bühne nutzen

Die Europeada findet zeitgleich mit der Fußball-Europameisterschaft der Uefa statt, die im kommenden Jahr in Deutschland ausgetragen wird. Ein Umstand, den die Veranstalter des Minderheiten-Turniers ausnutzen möchten. „Wir wollen die Fußball-EM dafür nutzen, auf die Europeada und vor allem das Thema Minderheiten in Europa aufmerksam zu machen. Das soll zum Beispiel durch kleine Video-Clips passieren, die dann auf den Leinwänden der großen Stadien abgespielt werden“, erklärt Merle Bornemann, Pressesprecherin der FUEN. Zur Umsetzung des Projektes sucht die Dachorganisation der Minderheiten aktuell eine Kampagnenmanagerin oder einen Kampagnenmanager.

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