Deutsch-Dänisch-Friesische Zusammenarbeit

ECMI: Frischer Wind für die Vernetzung der Minderheitenforschung

ECMI: Frischer Wind für die Vernetzung der Minderheitenforschung

Frischer Wind für die Vernetzung der Minderheitenforschung

Kilian Neugebauer
Kilian Neugebauer
Flensburg/Flensborg
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Martin Klatt besetzt seit dem 1. September 2022 die neue Position als Forschungsleiter für deutsch-dänische Minderheitenfragen. Foto: ECMI

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Die Ergänzung von Martin Klatt als Forschungsleiter beim Europäischen Zentrum für Minderheitenfragen in Flensburg bietet die Chance, die Forschung zu den regionalen Minderheiten auf eine neue Ebene zu heben.

Kurswechsel beim ECMI, dem Europäischen Zentrum für Minderheitenfragen, das nun auch aktiv an Minderheitenfragen und Themen der deutsch-dänischen Grenzregion forscht. Dies war Martin Klatt zufolge vorher nicht möglich. Nun wurde Klatt, der bereits 20 Jahre an der Süddänischen Universität in Sonderburg (Sønderborg) an zentralen Themen europäischer Grenzregionen geforscht hat, als Leiter der Forschung für dänisch-deutsche Minderheitsfragen ausgewählt und das ECMI um weitere Kompetenzen erweitert.

Klatt widmet sich zukünftig gänzlich der deutsch-dänisch-friesischen Region und deren Minderheitenforschung, die seiner Meinung nach noch besser vernetzt sein könnte. „Die Forschung über die Minderheiten der Grenzregion stärker zu vernetzen – in der unterschiedliche Museen, Forschungsinstitute etc. vorhanden sind – ist eines der Ziele, die ich in meiner Position verfolge“, erklärt Martin Klatt im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

Die Forschung über die Minderheiten der Grenzregion stärker zu vernetzen – in der unterschiedliche Museen, Forschungsinstitute etc. vorhanden sind – ist eines der Ziele, die ich in meiner Position verfolge.

Martin Klatt, Leiter der Forschung für dänisch-deutsche Minderheitsfragen

Deutsch-dänische Grenzlandgeschichte international vermitteln

Klatt spricht sich dafür aus, die grenzübergreifende Zusammenarbeit der Forschungsinstitute und Museen untereinander zu verstärken und möchte somit ein grenzübergreifendes Netzwerk aufbauen. Dieses soll die deutsch-dänische Grenzlandgeschichte international vermitteln und gemeinsam an neuen Themen mit Relevanz für die Grenzregion forschen.

An Ideen mangelt es dafür nicht: Die Untersuchung der kulturellen Diversität in der Grenzregion mit Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung ist bereits in Planung. „Spannend ist beispielsweise auch, wie sich die Minderheiten beim Übergang von einem Schulbesuch einer Minderheitenschule ins Berufsleben verhalten. Bleibt man gleichermaßen mit der Minderheit verbunden? Darüber wissen wir bislang wenig“, sagt Martin Klatt.

Selbstkritisch bleiben

Die deutsch-dänische Grenzregion und ihr Arrangement mit den Minderheiten seien positiv, so Klatt. Dennoch sei es eine Herausforderung, selbstkritisch zu bleiben und das Modell der Minderheiten in der Grenzregion weiterzuentwickeln, das ein gutes Miteinander auch fortlaufend etabliert. Die Forschung in der deutsch-dänischen Grenzregion könnte dabei helfen, andere europäische Minderheitskonflikte mit Erkenntnissen aus dieser Region zu lösen.

Was ist das ECMI?

Das ECMI ist eine Stiftung, die von den Regierungen Dänemarks, Deutschlands und Schleswig-Holsteins gegründet wurde. Dänemark ist zu 50 Prozent am „Gründungszuschuss“, also der jährlichen Grundförderung des Instituts, beteiligt. Der Bund übernimmt 27 Prozent, Schleswig-Holstein 23 Prozent. Um die neue Forschungseinheit finanzieren zu können, sind die Mittel laut ECMI von fast 1 Million Euro zuletzt auf 1,37 Millionen Euro angehoben worden.

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