Kultur

Tønder Revy ist die Luft ausgegangen: 2021 letzte Ausgabe

Tønder Revy ist die Luft ausgegangen: 2021 letzte Ausgabe

Tønder Revy ist die Luft ausgegangen: 2021 letzte Ausgabe

Tondern/Tønder
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Wenn der Vorhang im kommenden Jahr fällt, ist Schluss mit der Tønder Revy. Foto: Archiv: Elise Rahbek

Seit 1975 war die Revue einer der kulturellen Höhepunkte in Tondern. Die Qualität wurde besser und besser, die Publikumszahlen erreichten neue Rekorde. Aber der Generationswechsel scheiterte.

Hinter verschlossenen Türen hat die Tønder Revy schon lange an dem schweren Entschluss geknackt, wie es weitergehen soll. Die tragenden Kräfte wurden älter und zogen sich nach und nach aus dem Team zurück, um mehr Zeit für andere „Sachen“, unter anderem für ihre Enkelkinder, zu haben. Neue Kräfte in leitenden Positionen rückten nicht nach. Daher läuft die letzte Revue im April kommenden Jahres vom Stapel.

„Diese schmerzliche Entscheidung hat das Revueteam gemeinsam getroffen. Wir wollten keine Abstriche bei der Qualität machen, die uns immer sehr am Herzen lag. Wir hätten auch eine kleinere Revue mit einfacherer Kulisse und in bescheideneren Räumlichkeiten machen können. Das wollten wir nicht. Uns ist quasi die Luft ausgegangen, denn es kostet viel Zeit, eine Revue in unserem Format auf die Beine zu stellen“, erläutert Regisseur Tommy Juhl, der jedoch unterstreicht, dass der Theaterverein Tønder Amatørscene bestehen bleibt, in dessen Regie die Revue durchgeführt wurde.

Mogens Jeppesen (l.) und Dirk Andresen zählen zu den bewährten Schauspielern der Revue. Jeppesen schreibt auch viele Manuskripte. Foto: Archiv: Elise Rahbek

„Wir haben Abgänge auf allen Ebenen gehabt. Wir haben versucht, neue und jüngere Kräfte zu finden, was uns nicht geglückt ist. Wir würden aber ganz gewiss diejenigen unterstützen und denen behilflich sein, die gegebenenfalls die Revue übernehmen wollen“, versichert Juhl, der auch Vorsitzender der Tønder Amatørscene ist.

Schluss auf dem Höhepunkt

„Wir machen Schluss, während wir noch auf unserem Höhepunkt stehen, ehe wir selbst merken, dass die Qualität schlechter wird und wenn es viele negative Publikumsreaktionen gibt. Die Revue war unser geliebtes Kind und wir haben mitverfolgt, wie es größer und größer geworden ist. Mit Respekt zur Revue haben wir die Entscheidung getroffen“, erklärt Juhl die enge Verbindung der Mitwirkenden zur Revue, deren Einsatz mehrfach mit Theaterpreisen belohnt worden ist.

Die erste Tønder Revy wurde 1975 aufgeführt. In den 1990er Jahren gab es wegen schlechter Finanzen eine kurze Pause, bis das heutige Team um Tommy Juhl wieder loslegte. In diesem Jahr musste die Revue coronabedingt abgesagt werden. Dass das schon lange in der Luft liegende Ende nicht schon an die Öffentlichkeit gedrungen ist, hat einen Grund. Allen Revuemitgliedern wurde Schweigepflicht auferlegt. Es sei aber fraglich gewesen, ob alle während des musikalischen Corona-Festivals an diesem Wochenende dicht halten konnten.

Liebeslieder im November

Im November soll es eine Vorstellung ausschließlich mit Liebesliedern neueren Jahrgangs geben. Gleichzeitig wird an der 40. aber letzten Revue, gewerkelt. Wieder stehen vier Monate harter Arbeit bevor.

Eines ist sicher: Das Publikum wird das Ende der Revue mit Bedauern respektieren müssen.

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