Kommunalpolitik

Erste Erfahrungen mit dem etwas kälteren Badewasser

Erste Erfahrungen mit dem etwas kälteren Badewasser

Erste Erfahrungen mit dem etwas kälteren Badewasser

Tondern/Tønder
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Die Wassertemperatur in den großen Schwimmbecken wird auf 26 Grad gesenkt (Modellfoto). Foto: Akademie für Sport und Gesundheit

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Der Finanzausschuss heißt die Empfehlung der Verwaltung gut: Die kalten Duschen sind definitiv vom Tisch. Temperaturen in den Schwimmbecken werden aber gedrosselt.

Am Mittwochabend haben die ersten Badegäste ihre Erfahrungen mit den etwas kälteren Wassertemperaturen in den Becken der Tonderner Schwimmhalle gemacht.

Der Finanzausschuss hatte am Mittwoch die Empfehlung der Verwaltung gutgeheißen, die nach dem ersten gescheiterten Anlauf, Energiekosten zu sparen, Gespräche mit den Sportzentren der Kommune Tondern geführt hatte. Im Dialog wurde ein anderes Modell erarbeitet.

Die Wasserrutschen in den Schwimmhallen sind schon vor längerer Zeit geschlossen worden. Foto: DN-Archiv

In den Tondernhallen und in der Schwimmhalle war schon am Mittwoch an den Schrauben gedreht worden. Für diejenigen, die abends in die Halle kamen, machten sich die Temperaturen schon spürbar, andere konnten nicht merken, dass das Wasser zwei Grad kälter geworden ist.

Frauen beim Aquafitness

Bei den Damen, die dort Aquafitness betreiben, fielen die Meinungen unterschiedlich aus. Einige meinten, man könne sehr wohl merken, dass das Wasser im großen, aber auch im Warmwasserbecken kälter geworden ist. Die Frauen im reiferen Alter machten einen kleinen Rückzieher, dass sie vielleicht schon frierend in die Schwimmhalle gekommen waren und weil es draußen auch kälter geworden ist.

Eine Teilnehmerin brach das Training sogar ab und ging zum „Auftauen“ ins Warmwasserbecken. Doch auch hier meinte sie, einen Temperaturunterschied feststellen zu können. Das Training wegen des kälteren Wassers aufgeben will aber keiner.

Warmes Wasser in den Duschen

Eine besorgte Großmutter, die am Wochenende mit ihren Enkeln in die Schwimmhalle gehen will, fragte nochmals nach, ob ihre Kleinen tatsächlich im kleinen Warmwasserbecken nicht frieren würden. Sie wurde vom Hallenpersonal beruhigt. Dort könne sogar das Babyschwimmen fortgesetzt werden. Dort sind die Temperaturen von 36 auf 34 Grad herabgesetzt worden. In den großen Becken fällt die Temperatur von 27 auf 26 Grad.

Froh sind die Sportzentren auch über die Änderung, dass in den Umkleideräumen das warme Wasser in den Duschen nun doch nicht abgestellt wird.

Der neue Vorschlag

  • Die Temperaturen in Sporthallen werden auf 17 Grad gesenkt, in Tagungsräumen und Büros darf es zwei Grad wärmer sein.
  • In großen und mittelgroßen Schwimmbecken wird die Wassertemperatur von 27 auf 26 Grad gedrosselt, in den Baby- und Warmwasserbecken von 34 auf 32 Grad.
  • Die Kommune wird einen Geldtopf mit 3,7 Millionen Kronen für die steigenden Energiekosten bereitstellen.
  • Alle Preise und Zuschüsse werden im Zuge der Inflation um 10 Prozent vom 1. März bis zum 30. Juni 2023 erhöht. Dies gilt auch für Vereine. Die Preiserhöhung bringt Mehreinnahmen von 1,9 Millionen Kronen.
  • Für Mehrausgaben für Energie wird ein Zuschuss in Höhe von 40 Prozent (1,6 Millionen Kronen) in der Zeit vom 1. März 2022 bis zum 30. Juni 2023 auf Antrag bezahlt. Der Vergleichswert ist der entsprechende Zeitraum des vergangenen Jahres.
  • Die kalten Duschen sind vom Tisch.

Der erste Vorschlag

  • Die Wassertemperatur sollte in allen Becken auf 26 Grad gesenkt werden.
  • Die Wasserrutschen sollen geschlossen werden.
  • Spa-Bäder, Saunen, türkische Bäder usw. werden geschlossen.
  • Die Temperatur wird in den Sporthallen auf 17 Grad gesenkt.
  • In den übrigen Räumen im Hallenbereich soll das Thermometer auf 19 Grad stehen.
  • Die angepeilten Maßnahmen hätten im Januar ausgewertet werden sollen.
  • Aus den Duschen in den Umkleideräumen der Sporthallen (mit Ausnahme der Schwimmhalle) sollte nur noch kaltes Wasser fließen.

Bürgermeister Jørgen Popp Petersen, Schleswigsche Partei, war Anlass dafür, dass ein zweiter Vorschlag auf den Tisch kam, nachdem das ursprüngliche Modell heftig kritisiert worden war. Er griff ein und forderte einen Dialog zwischen den Sportstätten und der Verwaltung.

Falls es im Winter plötzlich auf 15 Grad minus kalt werden sollte, sieht die Situation gleich anders aus.

Jørgen Popp Petersen

„Die ganze Sache hängt unweigerlich mit den hohen Energiekosten und mit nichts anderem zusammen. Der Krieg in der Ukraine ist nicht beendet“, erläutert er.

Die Kommune könne diese Mehrkosten bezahlen, da sich die Ausgaben im Energiesektor stabilisiert haben. Sonst hätte es anders ausgesehen.

„Hinter uns liegt ein Herbst mit noch nie dagewesenen, hohen Temperaturen. Falls es im Winter plötzlich auf 15 Grad minus kalt werden sollte, sieht die Situation gleich anders aus“, so Popp Petersen.

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