Recht & Justiz

Ankläger fordert Haft – Verteidiger will Freispruch

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Tondern/Sonderburg
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Gericht Sonderburg
Foto: Ute Levisen

Die Plädoyers im Schöffengericht in Sonderburg sind gehalten: Das Urteil über den Lehrer der Ludwig-Andresen-Schule, der Kinder gewaltsam behandelt haben soll, fällt um 14 Uhr.

Am vierten und abschließenden Verhandlungstag im Verfahren gegen einen 40-jährigen Lehrer der Ludwig-Andresen-Schule in Tondern wegen des Vorwurfs der Gewalttätigkeit gegen Schüler hat der Ankläger Jens Lang Rask angesichts der vorliegenden Beweise eine Haftstrafe nicht unter einem Jahr ohne Bewährung gefordert. Er verwies insbesondere auf die Angaben von Kindern, die unabhängig voneinander über Halsgriffe des Lehrers berichtet hatten. Auch habe es Bestätigung in Aussagen von Kollegen gegeben.

Dagegen forderte der Verteidiger Niels Erik Nielsen Freispruch. Er hatte in seinem Plädoyer die Glaubwürdigkeit der gehörten Zeugen in Zweifel gezogen. Insbesondere die von Kindern, deren Aussagen aus Videoverhören im Gerichtssaal vorgespielt worden waren.

Nielsen betonte, dass es keine echten Beweise wie Dokumentation von Würgemalen gegeben habe. Der Verteidiger unterstrich, dass die Art und Weise der Beweisaufnahme nicht überzeugend gewesen sei. So seien die Kinder portionsweise erst verhört worden, nachdem die Anzeige und Beschuldigungen zu Beginn der Sommerferien öffentlich geworden seien.

Er gehe davon aus, dass über Facebook-Informationen Eltern aufgehetzt worden seien. Unter Hinweis auf Protokolle eines der Verhöre eines Kindes sah er Grund zur Annahme, dass Kinder auch unter Einflussnahme ihrer Eltern oder Schulkameraden den Lehrer belastet hätten.

Der Verteidiger erklärte, im dänischen Rechtssystem habe nicht der Angeklagte seine Unschuld zu beweisen. Im Zweifel müsse zugunsten des Angeklagten entschieden werden.
Das Schöffengericht unter Leitung von Richter Sören Rune Schröder hat die Verkündung des Urteils um 14 Uhr angekündigt.

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