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Maßgeschneiderte gesundheitliche Fachausbildung für osteuropäische Kräfte

Maßgeschneiderte gesundheitliche Fachausbildung für osteuropäische Kräfte

Maßgeschneiderte Ausbildung für osteuropäische Kräfte

Monika Thomsen
Monika Thomsen
Tondern/Hadersleben
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Mit dem neuen Vorstoß sollen osteuropäische Kräfte für die Altenpflege gewonnen werden. Foto: Monika Thomsen

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Die Kommunen Hadersleben und Tondern stellen eine neue Vorausbildung für Gesundheitspersonal auf die Beine. In der Altenpflege fehlen Hände. Daher soll bei ungelernten Kräften das Interesse geschürt werden.

Mit einem maßgeschneiderten Vorstoß wollen die Kommunen Tondern (Tønder) und Hadersleben (Haderslev) unter anderem Menschen osteuropäischer Herkunft dazu animieren, sich als Sozial- und Gesundheitspersonal auszubilden.

Anstoß zu dieser Maßnahme bringt das Zahlenmaterial von Danmarks Statistik.

Demzufolge haben viele eingewanderte zweisprachige Einwohnerinnen und Einwohner – unter anderem Osteuropäer – keine Ausbildung, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Zudem herrscht landesweit im Wohlfahrtsbereich ein Mangel an ausgebildeten Fachkräften.

Einstieg wird erleichtert

In Zusammenarbeit mit Social- og Sundhedsskolen Syd in Apenrade (Aabenraa) wird ein Versuch mit einem Ausbildungsverlauf gestartet, bei dem die Zugangsvoraussetzungen zurückgeschraubt werden.

Auch sollen in Regie der Ausbildungsstätte und während des Praktikums besondere Maßnahmen zugunsten besserer Dänisch- Sprachkenntnisse und Kulturvermittlung laufen.

Mit diesem Projekt wollen wir es für die hier lebenden Menschen einfacher machen, den Weg zu Ausbildungen und Jobs zu finden.

Torben Lindbæk-Larsen, Abteilungsleiter

Gewöhnlich gibt es eine 20 Wochen dauernde Grundausbildung, bevor der Ausbildungszweig als Sozial- und Gesundheitshelferin oder -helfer (14 Monate) beschritten wird. Eine Assistenten-Ausbildung dauert zwei Jahre und neun Monate.

Schulung vor der Grundausbildung

Das neue Angebot, das sich an Zweisprachige richtet, umfasst einen 18-wöchigen Vorlauf zur Grundausbildung.

Während dieser Zeitspanne, die zwischen Theorie und Praxis wechselt, erhalten die Auszubildenden, die als erwachsene Lehrlinge entlohnt werden, ein monatliches Bruttogehalt von etwa 21.000 Kronen.

Wenn die Interessierten nach der Vorausbildung als geeignet angesehen werden, können sie einen Ausbildungsvertrag bekommen.

An gute Erfahrungen anknüpfen

„Wir haben bereits gute Erfahrungen mit osteuropäischen Auszubildenden und Mitarbeitenden. Mit diesem Projekt wollen wir es für die hier lebenden Menschen einfacher machen, den Weg zu Bildung und Jobs zu finden“, sagt Torben Lindbæk-Larsen, kommunaler Fachbereichsleiter für Pflege und Fürsorge in Tondern.

„Teils handelt es sich dabei um den Wunsch, die erforderliche Arbeitskraft in der Altenpflege und in den Betrieben zu sichern, wo Ehepartner beschäftigt sind. Außerdem wollen wir damit die Rahmen für ein stabiles Leben als Familie abstecken“, so der Abteilungsleiter.

Das ist für beide Seiten gewinnbringend. Sie erhalten eine Ausbildung mit nachfolgender Jobgarantie. Somit können sie zur Versorgung der Familie beitragen, ohne auf eine Ausbildungsförderung oder einen niedrigen Lohn als Azubi angewiesen zu sein.

Linda Thisgaard, Abteilungsleiterin

Eine gewinnbringende Situation

„Für unsere Altenpflege ist es von essenzieller Bedeutung, dass wir mehr Kräfte rekrutieren können. Wir hoffen, dass wir mit dem maßgeschneiderten Angebot einige der guten Ressourcen hervorlocken können, die in vielen der hier lebenden Osteuropäer stecken. Laut unseren Erfahrungen passt ihre Einstellung zur Fürsorge zu unserem Wunsch, für die Bürgerinnen und Bürger einen wertvollen Alltag zu schaffen“, erklärt die kommunale Abteilungsleiterin in Hadersleben, Linda Thisgaard.

„Das ist für beide Seiten gewinnbringend. Sie erhalten eine Ausbildung mit nachfolgender Jobgarantie. Somit können sie zur Versorgung der Familie beitragen, ohne auf eine Ausbildungsförderung oder einen niedrigen Lohn als Azubi angewiesen zu sein“, so die Abteilungsleiterin.

14 Interessenten sind erforderlich

Es müssen sich mindestens 14 ungelernte Fachkräfte finden, die die Ausbildung machen wollen. Los geht es am 3. Oktober 2022. Für Interessierte gibt es am Montag, 25. April, an der Sozial- und Gesundheitsschule, Bjerggade 4M in Apenrade von 16 bis 17.30 Uhr ein Informationstreffen.

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