Umwelt und Natur

Kollunder Wald auf Weg zum Urwald

Kollunder Wald auf Weg zum Urwald

Kollunder Wald auf Weg zum Urwald

Kollund
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Der Kollunder Wald. Foto: Den Danske Naturfond

Stiftung Den Danske Naturfonds geht behutsam vor bei Beseitigung standortfremder Nadelhölzer im wertvollen Küstenwald.

Der Erwerb des 130 Hektar großen Kollunder Waldes hat der erst Ende 2014 auf Beschluss des Folketings gegründeten Stiftung „Den Danske Naturfond“ erstmals die Möglichkeit zur gezielten Naturschutzförderung in Nordschleswig gegeben. Der zuständige Mitarbeiter der Stiftung mit Sitz in Frederiksberg, Mads Jakobsen, berichtet, dass seit dem Erwerb des Waldes durch die Naturschutzstiftung aus privaten Händen 2017 umfangreiche Kartierungen der Tier- und Pflanzenwelt vorgenommen worden sind.

Der Kollunder Wald war 1883 von der Stadt Flensburg erworben worden, um den von Schluchten und steilen Hängen geprägten Wald vor der Abholzung zu bewahren. 2006 war er, begleitet von Protesten vieler Naturfreunde, für rund 9 Millionen Kronen von der Stadt Flensburg verkauft worden. Anschließend wurde auch über verstärkten Holzeinschlag in dem wegen des Vorkommens von Bergsalamander und Schwarzspecht unter Biologen geschätzten Wald berichtet, der von Touristen und Einheimischen als Wandergebiet genutzt wird.
Jakobsen betont, dass der Wald der Bevölkerung wie bisher offen steht. Allerdings dürfen nicht alle Wege von Mountainbikesportlern befahren werden; aus Sicherheitsgründen und zur Verhinderung von Erosion im Bereich der steilen Ufer, die sich hinunter zur Flensburger Förde neigen.

Totholz bleibt im Kollunder Wald stehen. In ihm gedeihen Insektenlarven, die wiederum teilweise seltenen Spechten als Futter dienen. Foto: V. Heesch

Die Naturschutzstiftung lässt bereits abgestorbene Bäume liegen, um Insekten und Vögeln die Lebensbedingungen zu verbessern. „Wir gehen aber behutsam bei der Umwandlung in einen Urwald vor“, so Jakobsen. So werden nach und nach Nadelbäume gefällt. „Wir passen auf, ob sie Nisthöhlen aufweisen“, erklärt er. Die Eschenkrankheit hat viele stattliche Bäume absterben lassen. „Wir hoffen, dass resistente Eschen überleben“, erläutert Jakobsen. Auf dem Wanderweg Krusau-Schusterkarte sieht man die Abrahamsquelle. Selbst bei der aktuellen Hitze ist es dort feucht und kühl.

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