Umwelt & Natur

Frösleer Moor: Über 30 Jahre erfolgreicher Naturschutz

Frösleer Moor: Über 30 Jahre erfolgreicher Naturschutz

Frösleer Moor: Über 30 Jahre erfolgreicher Naturschutz

Fröslee/Frøslev
Zuletzt aktualisiert um:
In Nachbarschaft zum Frösleer Forst liegt das Frösleer Moor, das nach Torfabbau, Entwässerung und Verbuschung inzwischen in Teilen wieder den Charakter eines Hochmoores bekommen hat. Foto: Volker Heesch

Mit deutsch-dänischer Renaturierung wurde Pionierarbeit auf dem Gebiet der Nutzung von EU-Fördermitteln geleistet. Förster Martin Reimers berichtet über festen Bestand von Kranichen im Feuchtgebiet: „Das Moor passt sich heute selbst.“

Das einst ebenso wie das südlich der Grenze liegende Jardelunder Moor zur Torfgewinnung genutzte Frösleer Moor steht seit 1985 unter Naturschutz. Ab 1988 wurden beide Moore im Rahmen eines grenzüberschreitenden Renaturierungsprojektes durch Verschließen der Entwässerungsgräben gezielt wieder vernässt.

EU-Förderung gemeinsam genutzt

Dazu wurden in Zusammenarbeit des damaligen Amtes Nordschleswig mit dem Land Schleswig-Holstein Interregmittel der Europäischen Union eingesetzt. Über 30 Jahre später zeigt sich, dass die Naturschutzarbeit sich gelohnt hat. „Wir haben aus dem zuvor stark ausgetrockneten Moor mehrfach die sich dort ausbreitende Buschvegetation entfernt. Ziel war es, durch die Vernässung die Hochmoorvegetation wiederherzustellen“, berichtet Förster Martin Reimers von der staatlichen Naturschutzbehörde Naturstyrelsen Sønderjylland. Neu war bei dem Vorhaben, dass erstmals Mittel aus dem Interregprogramm angezapft werden konnten, mit dem die EU das Zusammenwachsen von Grenzregionen vorantreiben wollte.

„Das Moor passt sich inzwischen selbst“, so der zuständige Mitarbeiter für Naturschutzprojekte bei der Behördenzweigstelle mit Sitz in Gravenstein/Gråsten. „Anfangs wurden die Moorflächen auch beweidet. Inzwischen sind viele Bereiche dafür zu nass“, erläutert Reimers.

Die Rückkehr der Kraniche nach Nordschleswig begann mit der Brut einzelner Paare der imposanten Vogelart im Fröslee-Jardelunder Moor. Foto: DOF/Erik Beijing

Als Zeichen des erfolgreichen Naturschutzeinsatzes kann man die Rückkehr der Kraniche in das deutsch-dänische Moor bezeichnen. Seit Ende der 1990er Jahre brüten die großen Vögel im Frösleer Moor. „Inzwischen haben sie sich in Nordschleswig stark bis zur Westküste ausgebreitet“, so der Naturschutzförderer der Naturbehörde.

Und er fügt hinzu: „Inzwischen brüten sogar welche an eigentlich für die Art nicht geeigneten Stellen, was zeigt, dass die guten Plätze ausgebucht sind.“ In Dänemark hatte es in der 1990er Jahren nur Kraniche in Nordjütland und auf Bornholm gegeben. Aus Nordschleswig sind die im Landesteil Anfang des 20. Jahrhunderts verschwundenen Vögel von Schleswig-Holstein aus eingewandert, wo nach gezielten Schutzmaßnahmen für Restvorkommen im Herzogtum-Lauenburg eine Nordausbreitung seit 1980 einsetzte.

Ziel von Vogelkundlern

Zusammen mit dem Jardelunder Moor umfasst das Frösleer Moor 275 Hektar Fläche. Es wird oft von Vogelkundlern besucht, denn es wurden dort mehrfach für Dänemark neue Arten gesichtet, die sich teilweise im Zuge des Klimawandels Richtung Norden ausdehnen. So wurden die ersten dänischen Schwarzkehlchen im Frösleer Moor gesichtet, die als einst eher mediterrane Art heute an vielen Stellen in Dänemark vorkommen. Auch die Blaukehlchen begannen ihren Wiedereinzug im Frösleer Moor.

Interessante Brutvögel

Das deutsch-dänische Moor ist auch Brutrevier des Großen Brachvogels, der Bekassine und der Trauerseeschwalbe. In angrenzenden Wäldern sind der Ziegenmelker und der Wendehals zu Hause. In trockeneren Bereichen kommt auch die seltene Heidelerche vor. Das Jardelunder Moor südlich der Grenze ist im Besitz der schleswig-holsteinischen Stiftung Naturschutz.

Diese hat dort auch die Pflanzen- und Insektenwelt untersuchen lassen. Man kann dort Sonnentau und eine Vielfalt an Libellen finden. Ein Naturerlebnispfad lädt dazu ein. Wanderungen über die Grenze im Naturschutzbereich sind wegen der aktuellen Absperrung als Anti-Corona-Maßnahme derzeit nicht möglich.

Mehr lesen