Kommunalwahl 2021

Die SP muss erneut um das dritte Mandat bangen

Die SP muss erneut um das dritte Mandat bangen

Die SP muss erneut um das dritte Mandat bangen

Sonderburg/Sønderborg
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Am Mittwoch hat der Stadtrat im Rathaus beschlossen: Die Stimmen der Kommunalwahl werden erneut ausgewählt. Foto: Sara Eskildsen

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Alle 41.012 in der Kommune Sonderburg abgegebenen Stimmen der Kommunalwahl 2021 werden erneut ausgezählt. Das hat der Stadtrat am Abend beschlossen.

1.052 Stimmen sind bei der Kommunalwahl 2021 in der Kommune Sonderburg für die Konservativen abgegeben worden. Aber stimmt das auch? Der Sonderburger Stadtrat hat am Mittwochabend einer Wahlklage von „Det Konservative Folkeparti“ stattgegeben und die Verwaltung damit beauftragt, alle abgegebenen 41.012 Stimmzettel erneut nachzuzählen.

Die Partei hatte eine Neuzählung aller Stimmen gefordert, da der Ausgang der Wahl sehr eng war und nicht ausgeschlossen werden könne, dass eine erneute Feinzählung der Stimmen das Ergebnis ändern könnte. Am Wahlabend war bis zur Feinzählung unsicher gewesen, ob die Schleswigsche Partei eines ihrer drei Mandate doch wieder abgeben musste – an die Konservativen, die vor der Wahl ein technisches Wahlbündnis mit dem blauen Block eingegangen waren.

Zwei weitere Wahlklagen abgewiesen

Nun werden alle gesetzten Kreuze erneut nachgeprüft. Zwei weitere Wahlklagen hat der Stadtrat am Abend abgewiesen: Peter Thomsen (Venstre) und Jan Rytkjær Callesen (Dänische Volkspartei) hatten die Neuzählung ihrer persönlichen Stimmen gefordert. Beide Anträge wies der Stadtrat einstimmig ab.

Bürgermeister Erik Lauritzen (Soz.) hatte gegen eine solche Feinzählung argumentiert. „Denn das würde bedeuten, dass jeder auch nach der Feinzählung der Wahlstimmen sagen könnte: Das glaube ich nicht. Wenn die Stimmen schon einmal ganz genau gezählt wurden, muss man auch daran glauben, dass die Leute ihre Arbeit ordentlich gemacht haben“, so Lauritzen.

Dieter Jessen von der Schleswigschen Partei sprach sich mit Blick auf die Parteistimmen für eine weitere Auszählung aus – im Namen der Demokratie, so Jessen. „Niemand soll daran Zweifel haben, dass unsere drei Mandate auf den korrekten Wählerstimmen beruhen“, so Jessen. In der Wahlnacht war bis zur Feinzählung unsicher gewesen, ob die Schleswigsche Partei eines ihrer drei Mandate doch wieder abgeben müsste – an die Konservativen. Doch die Feinzählung brachte 1.052 Stimmen für die Konservativen und 3.239 Stimmen für die Schleswigsche Partei, die im Wahlverbund mit der Radikalen Venstre (415 Stimmen) drei Mandate erhielt.

Karsten Schøn unterstützte für die Partei Venstre den Antrag der Konservativen. „Die Wahl ist sehr eng ausgefallen, und es ist die Frage, ob ein Mandat von einer Partei zur anderen wechselt. Daher unterstützen wir eine Feinzählung.“

Wie viele Stimmen den Konservativen zu einem Mandat fehlen, ist unklar. In der Wahlnacht gab es Mutmaßungen, die von 35 Stimmen bis 200 Stimmen ausgingen. Die Mandatsverteilung wird nach der 1878 erfundenen Methode des belgischen Juristen Victor D'Hondt berechnet.

Am Freitag wird in den Dybbøl-Hallen gezählt

Die Verwaltung hat veranschlagt, dass die Auszählung aller Stimmen rund 350.000 Kronen kostet. Die Verwaltungsangestellten seien aufgrund von Corona jetzt schon unter Druck, gab Stadtratspolitiker Helge Larsen (Soz.) vor der Abstimmung zu bedenken.

Doch der Auftrag des einstimmigen Stadtrats war am Ende klar: die Stimmen müssen neu ausgezählt werden. Für die Zählung werden alle Stimmzettel in die Dübbøl-Hallen gefahren, wo sie am Freitag ab 8 Uhr von rund 100 Personen erneut erfasst werden. Bis um 15.30 Uhr soll das Ergebnis feststehen.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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