Ansteckungsgefahr

Corona: Weniger Flüge, eine Klasse in Neapel und viele Absagen

Corona: Weniger Flüge, eine Klasse in Neapel und viele Absagen

Corona: Weniger Flüge, eine Klasse in Neapel und Absagen

Sonderburg/Sønderborg
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Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist allgegenwärtig. Foto: Aly Song/Reuters/Ritzau Scanpix

In der Sonderburger Kommune prägen Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus den Alltag: Die lokale Fluggesellschaft drosselt ihre Flüge nach Kopenhagen und ein Gymnastikverein hat eine große Vorführung abgesagt.

Der Coronavirus und die Angst vor einer Ansteckung prägen derzeit in vielerlei Hinsicht das Leben der Bürger in der Sonderburger Kommune. Absagen, weniger Flüge und eine Schulklasse der Staatsschule, die nicht aus Neapel nach Hause fliegen konnte – die Angst vor dem Coronavirus hat viele Gesichter.

Der Seniorenverein „Danske Seniorer“ hat zwei geplante Konzerte mit Stig Rossen abgesagt. Grund ist die Ansteckungsgefahr, die vom kursierenden Coronavirus ausgeht. Davon betroffen ist auch das Konzert, das am Donnerstag, 12. März, im Sonderburger Alsion hätte stattfinden sollen.

„Wir versuchen, neue Termine für die Konzerte zu finden, bis auf Weiteres bitten wir um Verständnis für die Situation“, sagt die Direktorin von „Danske Seniorer“, Katrine Lester. „Weder wir noch die Konzertstätten noch die Behörden haben so eine Situation je erlebt, daher gibt es sicher nicht Antworten auf alle Fragen.“

Gymnastikvorstellung abgesagt

Eine weitere Entscheidung für eine Absage fiel am Dienstagabend: Der Verein „Dybbøl Gymnastik Forening“ beschloss, die für Sonntag im „Skansen“ geplante Gymnastikvorführung abzusagen. Durch die Ansagen der Regierung habe man es als richtig empfunden, Verantwortung zu übernehmen und die Vorstellung abzusagen, teilte der Vorstand am Dienstag mit.

Mit der Gymnastikschau wollte der Verein sein 100-jähriges Bestehen feiern. 1.100 Personen wären im Laufe der achtstündigen Veranstaltung erwartet worden.

Die Absage kommt den Verein nicht nur emotional teuer zu stehen: Blumenschmuck, Dekoration und Musik waren bereits bezahlt, als man sich für die Absage entschied.

Auch in Wester-Satrup/Vester-Satrup, Hörup/Hørup und Tandslet wurden kleinere örtliche Vorführungen abgesagt.

Fluggesellschaft streicht Flüge nach Kopenhagen

Die Fluggesellschaft Alsie Express ist ebenfalls von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen. Die Reiselust der Dänen ist rapide gesunken, daher verringert man die Anzahl der Flüge zwischen Kopenhagen und Sonderburg. Ab Mittwoch, 18. März, wird es nur noch drei statt fünf Flüge zwischen den Städten geben.

Nach Angaben des Flughafenbetreibers ist der Betrieb in Kastrup seit Ausbruch der Coronakrise um 33Prozent eingebrochen. Foto: Johan Nilsson/TT/Ritzau Scanpix

„Wir merken ganz deutlich, dass weniger Menschen nach Kopenhagen und auch weiter hinaus in die Welt reisen wollen“, sagt der Geschäftsführer von Alsie Express, Dennis Rybasch, der Zeitung „JydskeVestkysten“. „Es herrscht quasi Stillstand, daher passen wir uns so gut an, wie wir können.“ Die Angestellten werden zum Teil in den Urlaub geschickt oder für andere Aufgaben eingespannt.

Was aus den geplanten Flügen nach Rom wird, die man zusammen mit der Reisegesellschaft „Best Travel“ ab dem 15. April geplant hat, ist noch offen. Bislang gelten die Reiserestriktionen für Italien bis zum 4. April.

Gymnasiasten in Neapel gestrandet

Bereits nach Italien geflogen ist eine Klasse der Sonderburger Staatsschule. Die Schüler waren am Sonnabend zu einer Studienreise nach Neapel gereist und sollten Montagnachmittag wieder nach Hause kommen. Doch der Flug wurde gestrichen, und die Jugendlichen mussten zurück in ihr Hotel gehen, berichtete TV Syd.

Die Sonderburger Staatsschule liegt mitten in der Stadt. Foto: Sara Wasmund


Wie die 25 Schüler und ihre beiden Lehrer nach Hause geholt werden können, ist noch offen. Anlass für eine Quarantäne nach der Rückkehr der Reisenden sieht der Rektor der Schule nicht. „Wir haben engen Kontakt mit dem Außenministerium, und wir halten uns an die Empfehlungen. Wie es heute aussieht (am Dienstag, d. Red.), werden die Schüler nach Hause kommen und am nächsten Tag in der Schule beginnen können“, sagt Ole Kamp Hansen.

SDU verlegt Karrieremesse ins Netz

Die Süddänische Universität hat ihre Veranstaltung „Business Lunch“ mit Studenten und über 60 Unternehmen auf eine digitale Plattform verlegt, anstatt die Veranstaltung in Sonderburg und Kolding abzuhalten. Stattdessen wird es eine virtuelle Karrieremesse geben.

„Das ist natürlich ärgerlich, weil eine Menge Arbeit und Engagement in die Veranstaltung gesteckt wurden, aber die Änderung ist auch verständlich mit Blick auf die Lage“, sagt Lars Frank-Larsen, Unternehmenskonsulent an der SDU.

Anstatt das persönliche Gespräch zu suchen, können Unternehmen und Studenten nun am Donnerstag, 12. März, von 8.30 bis 12 Uhr im sogenannten „Virtual Career Fair“ (VCF) miteinander chatten.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Grüne Zukunft“