Deutsche Minderheit

Dem Abfall auf der Spur: DSH-Kinder werden zu Müll-Detektiven

Dem Abfall auf der Spur: DSH-Kinder werden zu Müll-Detektiven

Abfall auf der Spur: DSH-Kinder werden zu Müll-Detektiven

Hadersleben/Haderslev
Zuletzt aktualisiert um:
Die Kinder der 2. und 3. Klasse waren am Donnerstagmorgen auf „Müllsammel-Mission“. Foto: Karin Riggelsen

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Plastikflaschen, Weihnachtsdeko oder ein Bürostuhl – die Kinder der Deutschen Schule Hadersleben haben am Donnerstag im Rahmen der Müllsammel-Aktion Abfall gesammelt. Dabei fanden sie nicht nur Kuriositäten, sondern bewiesen auch großes Upcycling-Talent.  

Gut gefüllte Plastiktüten türmten sich am Donnerstagvormittag auf dem Schulhof der Deutschen Schule Hadersleben (DSH). Die Schülerinnen und Schüler der 2. und 3. Klasse waren am Morgen schon fleißig gewesen. Bei einer großen Runde durch die Haderslebener Südstadt sammelten die Kinder Müll. Neben den üblichen Verdächtigen – wie Plastikmüll und Zigarettenkippen – verirrten sich auch Weihnachtsschmuck, ausrangierte Aquariumsgegenstände und fast – letztlich war er zu groß – ein ganzer Stuhl in die Mülltüten der Kinder.

Etwas schwierig wurde es, als es durch Gestrüpp und Büsche ging. Foto: Karin Riggelsen

Nicht alles ist Müll

So gelangte auch ein besonderer „Schatz“ in die Hände von Schülerin Stella. Die Drittklässlerin fand beim Sammeln einen Weihnachtswichtel und freute sich: „Den schmeiße ich nicht weg. Ich wasche ihn, und dann ist er wie neu“, erzählte das Mädchen stolz. Das fehlende Bein wäre kein Problem, versicherte die Neunjährige: „Das Bein ist aus Holz, das kann man ganz einfach ersetzen.“

 

Die Freundinnen (v.l.) Holli und Helene freuen sich über Stellas (Mitte) Fund. Foto: Amanda Klara Stephany

Mit dem Müllsack durch die Südstadt

Auch die anderen Kinder hatten große Freude am Müllsammeln, obwohl durch den Wind das Sammeln und Behalten des Mülls auf die Probe gestellt wurde. Wem ein Müllstück entwischte, der rannte voller Tatendrang hinterher. Nichts wurde zurückgelassen: Die Kinder hatten eine Mission.

„Ren Dag“ auch an der DSH beliebt

In der nächsten Woche werden im Rahmen der Müllsammel-Aktion „Ren Dag“, die der dänische Naturschutzbund, „Danmarks Naturfredningsforening“ ins Leben gerufen hat, Müll in den Kommunen gesammelt. Auch „Der Nordschleswiger“ wird am Sonntag, 26. März, dabei sein.

Die 2. und 3. Klasse der DSH hat bereits diese Woche begonnen: „Wir haben nächste Woche eine andere Projektwoche, deswegen hat es an diesem Donnerstag am besten gepasst“, erklärt die Klassenlehrerin der 3. Klasse, Susan Dirschauer die verfrühte Teilnahme. Die Klassen 0 bis 1 wären aber auch angemeldet und würden noch sammeln. 

„Die Kinder sind so begeistert von der Aktion und auch sehr enthusiastisch dabei“, schwärmt Anna Britta Naujeck, Klassenlehrerin der 2. Klasse. Die Aktion sei dementsprechend ein riesiger Erfolg – sowohl für die Kinder als auch für die Natur. Zusätzlich lernen die Kinder auch den Umgang mit Themen wie Mülltrennung und werden für Projekte wie Upcycling sensibilisiert: „Wir hatten im vergangenen Jahr ein Projekt zum Thema ‚Upcycling‘, und es ist super, dass die Kinder Ansätze davon so verinnerlicht haben, und dass sie die heute gefundenen Gegenstände wiederverwerten wollen.“

Nach dem Sammeln durften die Kinder den Müll sortieren und lernten gleich auch, wie man Silvesterknaller und Einweghandschuhe richtig beseitigt. Die getane Arbeit wurde mit frühem Schulschluss belohnt: Denn bei Wind und Wetter Müll zu sammeln, das ist ein Erlebnis für sich.

„Hey seht her! Ich habe eine alte Chipsverpackung gefunden!“ Foto: Karin Riggelsen
Am Erlevvej gab es besonders viel Müll zu sammeln- und teilweise musste sogar geklettert werden. Foto: Karin Riggelsen
Die Müllbeutel wurden von dem dänischen Naturschutzbund gestellt. Foto: Karin Riggelsen
Lehrerin Anna Britta Naujeck begleitete die Kinder durch den windigen Morgen. Foto: Karin Riggelsen
Am Ende wurde der gesammelte Müll ordnungsgemäß entsorgt. Foto: Amanda Klara Stephany
Magnus (l.) und Storm freuten sich über den außergewöhnlichen Fund: Einen „Gamingstuhl“ Foto: Susan Dirschauer
Mehr lesen

Kulturkommentar

Meinung
Uffe Iwersen/ BDN-Kulturkonsulent
„Von Jugend für Jugend“