Ausstellung

Kunstobjekte voller Empathie und Mitgefühl

Kunstobjekte voller Empathie und Mitgefühl

Kunstobjekte voller Empathie und Mitgefühl

Sonderburg/Sønderborg
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Die Ausstellung wurde am Dienstag aufgebaut. Foto: Ilse Marie Jacobsen

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Sønderjyllands Kunstskole schließt das Jahr der BGK-Schüler mit einer abwechslungsreichen Ausstellung im Multikulturhaus ab. Thema: Mitgefühl und Mütter der Ukraine.

Die zehn Abgangsschülerinnen und -schüler der Sønderjyllands Kunstkole in den Kategorien „BGK Syd“ und „ungBGK“, die beiden Linien der bilderkünstlerischen Talentschule, haben in den vergangenen Wochen schwer geschuftet. Sie haben sich auf ihr großes Finale eines ereignisreichen Jahres in der Kunstschule vorbereitet.

Vernissage am Mittwoch

Am Mittwoch, 25. Mai, 17 Uhr, wird zur offiziellen Vernissage der Ausstellung eingeladen. Dann werden die Werke mindestens zehn Tage lang im öffentlich zugänglichen Ausstellungsraum des Multikulturhauses zu sehen sein.

Ein dekoratives Puzzle verschiedener Kunstwerke Foto: Ilse Marie Jacobsen
Einige der Gemälde Foto: Ilse Marie Jacobsen
Ein gesticktes Gemälde Foto: Ilse Marie Jacobsen

Das Thema: Mitgefühl und junge ukrainische Mütter. Die jungen Leute haben es völlig unterschiedlich in Angriff genommen. Ob Naturhütten (Shelter) mit groben Holzzweigen aus dem Wald, ein künstlerisches Puzzle an der Wand, Gemälde oder eine alte Mahagoni-Kommode mit einem gezeichneten Porträt. Die jungen Talente haben sich intensiv mit dem Thema befasst und dieses in ein Stück Kunst verwandelt.

Sich als Mensch identifizieren

Der Künstler Amel Ibrahimovic unterrichtet die BGK-Schülerinnen und -Schüler in Sonderburg und war im vergangenen Jahr auch der feste Berater. Das Thema Mitgefühl und Ukraine ist für ihn Karma und Energie.

Amel Ibrahimovic war ein Jahr lang der feste Berater der BGK-Schülerinnen und -Schüler. Foto: Ilse Marie Jacobsen

„Jeder hat seine ganz eigene Weise, sich als Mensch zu identifizieren. Hier sollten sie ihr Mitgefühl für die Grausamkeiten beschreiben, die immer noch stattfinden“, so Ibrahimovic.

Himmel und Meer

Die 20-jährige Emma Otten lächelte und schaute gespannt hoch zum Kunstschul-Hausmeister Tom Langendorff, der sich mithilfe eines Krans diverse Meter in die Luft hieven ließ, um dort Emmas große blaue Wolke an der Decke zu befestigen. Das war gar nicht so einfach, gelang ihm aber nach verschiedenen Versuchen und einem ungeduldigen „Mamma Mia" schließlich doch noch.

Emma Otten hatte unter anderem eine blaue Wolke genäht. Diese wurde von Hausmeister Tom Langendorff an der Decke befestigt. Foto: Ilse Marie Jacobsen

„Ich wollte eigentlich Himmel und Meer machen. Ich habe mir die Beschreibung von Himmel angeschaut, und das war sehr abstrakt. Ich habe es dann ganz konkret gemacht“, so die Sonderburgerin, die blaue Flächen zusammengenäht hat.

Sie hat sich in den vergangenen Jahren schon an mehreren Ausstellungen beteiligt. Ihr zweites Werk im Multikulturhaus ist ein Zelt, das beim Besuch des „Nordschleswigers“ noch nicht aufgebaut worden war.

Lob an die Lehrer

Frederikke Frost (15) gehört seit einem Jahr zu „ungBGK“. Die Sonderburgerin hat für die Ausstellung ukrainische CDs zerbrochen und mit den blanken Scherben auf einer weißen großen Fläche das Land Ukraine, eine Nachtigall und eine Sonnenblume geschaffen. Sie liebt Kunst.

Frederikke Frost mit ihrem Gemälde Foto: Ilse Marie Jacobsen

„Das ist einfach hyggeligt und auch interessant. Hier an der Kunstschule habe ich mehr Struktur erhalten, und die Lehrer sind einfach gut. Wir haben jede zweite Woche einen neuen Lehrer, und alle haben mir etwas beibringen können“, so Frederikke Frost.

Große Talente

Der Kunstschulleiter Thomas Lunau lobt die BGK-Gruppe. „Sie sind unglaublich diszipliniert und sind ein richtiges Team geworden. Das ist aber nicht zuletzt Amel (Ibrahimovic) zu verdanken. Er ist in Augenhöhe mit den jungen Leuten und motiviert sie unglaublich gut“, so Lunau.

Thomas Lunau (r.) und Amel Ibrahimovic (2. v. l.) mit den zehn BGK-Abgängerinnen und -Abgängern Foto: Ilse Marie Jacobsen

Amel Ibrahimovic ist sich nicht im Zweifel: „Wir haben hier ein paar sehr große Talente. Die sind so unglaublich tüchtig“, so der Künstler. Mehrere BGK-Schüler haben sich an großen Schulen beworben.

Zu Hause in der Kunst

Eine von ihnen ist Laura Tolbøll-Andersen (19) aus Woyens (Vojens), die wegen dem Jahr an der Sønderjyllands Kunstskole nach Sonderburg ins Kollegium gezogen ist. Sie fährt am 30. Mai zu einem Gespräch zur Fynsk Kunstakademi. Die Akademie auf Fünen hat jährlich 200 Bewerberinnen und Bewerber. 20 werden zu einem Gespräch eingeladen, und zehn werden letztendlich angenommen. Laura Tolbøll Andersen ist daher mehr als gespannt.

Laura Tolbøll Andersen hat sich bei „Fynsk Kunstakademi" beworben. Foto: Ilse Marie Jacobsen

In der Kunst fühlt sie sich einfach zu Hause. „Ich habe schon immer gemalt, aber jetzt ist es alles viel breiter geworden. Hier probiert man ein paar neue Dinge. Ich habe hier ganz viel Unterstützung von der Schule erhalten", sagt sie.

Wenn die 19-Jährige nicht zur Kunstakademie nach Fünen kommt, was dann?

„Dann bleibe ich noch ein weiteres Jahr hier. Ich bin einfach superglücklich hier in Sonderburg.“

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Nach der Schule: Zugfahrt statt Ratschlag“