Wiedereröffnung

Festivals hängen weiterhin am seidenen Faden

Festivals hängen weiterhin am seidenen Faden

Festivals hängen weiterhin am seidenen Faden

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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2019 herrschte beim Kløften-Festival noch ausgelassene Stimmung. Ob das Festival in diesem Jahr stattfinden kann, ist weiterhin fraglich. (Archivfoto) Foto: Karin Riggelsen

Die Nachricht des Wiedereröffnungsplans der dänischen Regierung hat am Montagabend große Wellen geschlagen. Kosmetiker, Sportvereine, Einkaufszentren – alle fiebern der Wiedereröffnung entgegen. Nur bei den Festivals herrscht weiterhin große Ungewissheit.

„Wir können noch immer nichts konkret planen“, erklärt Anette Kastbjerg, Vorsitzende des Kløften-Festivals, gegenüber dem „Nordschleswiger“. Grund dafür seien in erster Linie die unklaren Bestimmungen, unter denen die von der Regierung versprochenen Hilfspakete zum Tragen kommen.

„Es heißt zwar, dass wir finanzielle Unterstützung bekommen, falls das Festival coronabedingt abgesagt werden muss, aber in der politischen Vereinbarung heißt es auch, dass wir bei der Planung mit finanzieller Gewissenhaftigkeit vorgehen sollen. Wir wissen jedoch nicht, was das konkret für das Abschließen von Verträgen bedeutet, also was genau im Vertrag festgehalten werden muss“, so die Festivalchefin.

Festivalchefin Anette Kastbjerg, hier mit dem Sicherheitsbeauftragten Bjarne Davidsen, hofft noch immer, dass das Kløften-Festival 2021 wie geplant stattfinden kann. (Archivfoto) Foto: Karin Friedrichsen

Viele Pläne, wenig Konkretes

Konkret bedeute das für die Organisation des Festivals, dass so viel wie möglich geplant wird, jedoch keine konkreten Absprachen getroffen oder gar Verträge abgeschlossen werden können, wie Kastbjerg verrät.

Hinzu komme, dass die Expertengruppe der Regierung erst Mitte April bekannt geben werde, welche Restriktionen es für die Festival-Betreiber einzuhalten gilt. „Dann müssen wir schauen, wie realistisch es ist, diese einhalten zu können“, meint die Festivalchefin. Auch gehe sie im Moment davon aus, dass der geplante Corona-Pass Teil dieser Restriktionen sein wird: „Das würde für uns natürlich bedeuten, dass wir zusätzlichen Raum sowie zusätzliches Personal für das Kontrollieren der Corona-Pässe bereithalten müssen.“

Selbst wenn das Festival stattfinden kann, so dicht gedrängt wie in den Vorjahren werden die Festival-Besucher wohl nicht miteinander feiern können. (Archivfoto) Foto: Karin Riggelsen

Hoffen auf das Beste

Bei den Organisatoren des Kløften-Festivals, das, wenn alles nach Plan läuft, vom 24. bis 26. Juni 2021 stattfindet, herrscht daher auch nach Bekanntgabe des großen Wiedereröffnungsplans große Ungewissheit. „Wir hoffen natürlich sehr, dass das Festival stattfinden kann“, so Kastbjerg, „aber wir wissen auch, wie schnell sich die Lage in Zeiten von Corona ändern kann.“

Corona-Pass wird zur Herausforderung

Ähnlich geht es auch den Verantwortlichen des Haderslebener Herzog-Hans-Festivals. Bei ihnen sorgt neben der allgemeinen coronabedingten Ungewissheit vor allem der angekündigte Corona-Pass für Sorgenfalten, wie Festivalvorsitzende Anette Winther Prip im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ verrät: „Der Corona-Pass bereitet uns ein wenig Sorgen, denn für uns wird es sehr schwierig, den Corona-Pass zu kontrollieren.“

Auch die Verantwortlichen des Herzog-Hans-Festivals bangen noch um ihre Veranstaltung. Ihnen bereitet besonders der angekündigte Corona-Pass sorgen. (Archivfoto) Foto: Hertug Hans Festival

Das Herzog-Hans-Festival findet traditionell im Haderslebener Dammpark und teils auch in der Innenstadt statt und ist dementsprechend nicht abgezäunt. „Daher wissen wir nicht, ob das Festival stattfinden kann“, so Winther Prip. Fraglich sei laut der Festivalvorsitzenden auch, inwieweit Veranstaltungen wie der Kindertag im Rahmen des Festivals stattfinden können.

Entscheidung fällt am 7. April

Sollte es dem Festival überhaupt gelingen, den Corona-Restriktionen gerecht zu werden, sei auf jeden Fall zusätzliches Personal zur Einhaltung der Richtlinien vonnöten, ist sich Anette Winther Prip sicher.

Traditionell gehört ein Umzug durch die Altstadt zum Haderslebener Herzog-Hans-Festival. (Archivfoto) Foto: Ute Levisen

Ob und in welchem Umfang das Herzog-Hans-Festival am ersten Juni-Wochenende gefeiert werden kann, entscheidet sich allerdings erst am 7. April – denn dann trifft sich die Vorsitzende mit allen Festival-Partnern zur großen Lagebesprechung. „Wir haben richtig viele Freiwillige, die in den Startlöchern stehen, und auch die verschiedenen Akteure stehen bereit“, so die Vorsitzende. Das Festival innerhalb so kurzer Zeit auf die Beine zu stellen, sei daher kein Problem.

Plan B: Große Geburtstagssause für den Herzog

Sollte an jenem Tag allerdings beschlossen werden, dass das Herzog-Hans-Festival erneut ausfallen muss, habe sie noch einen Plan B in der Tasche, wie Winter Prip verrät: „In diesem Fall würden wir versuchen, am 29. Juni, dem eigentlichen Geburtstag des Herzogs, zusammen mit dem Museum Sønderjylland einen Festtag zu veranstalten. Und wir hoffen natürlich, dass auch die Kommune mit an Bord ist.“

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