Gesundheitswesen

Corona: Was wäre, wenn?

Corona: Was wäre, wenn?

Corona: Was wäre, wenn?

Apenrade/Kopenhagen
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Gut zu erreichen – im Notfall auch für Passagierflugzeuge: der Luftwaffenstützpunkt in Skrydstrup (Archivfoto). Foto: Ute Levisen

Die Gesundheitsbehörde geht weiter nicht von einer Gefahr für Dänemark aus. Doch falls der Virus sich in Dänemark doch ausbreiten sollte, stehen Quarantäne-Orte fest. Auch in Nordschleswig.

Die Aktienkurse fallen, die Fluggesellschaften klagen über Passagiermangel, die Zahl der Infizierten und Toten steigt von Tag zu Tag. Dennoch geht der Chef der dänischen Gesundheitsbehörde, Direktor Søren Brostrøm, angesichts der weltweit und in Dänemark bereits eingeleiteten Sicherheitsvorkehrungen nicht davon aus, dass das Königreich von einer Corona-Pandemie betroffen sein wird.

Falls doch, stünden in Dänemark gleich mehrere Quarantäne-Zentren bereit. Eines davon in Skrydstrup, auf dem Luftwaffenstützpunkt. „Die meisten Regionen setzen militärische Einrichtungen dafür ein, in Nordschleswig ist es Skrydstrup“, sagt er dem „Nordschleswiger“.

Søren Brostrøm
Søren Brostrøm, Chef der dänischen Gesundheitsbehörde Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Chef der Gesundheitsbehörde: Quarantäne ist für Gesunde

Von Gerüchten, das ehemalige Krankenhaus in Hadersleben solle als nationale Quarantänestation eingerichtet werden, will er derweil nichts wissen. Jede Region in Dänemark habe schon längst und unabhängig vom Corona-Virus ein Zentrum für den Fall der Fälle bei einer Influenza-Pandemie ausgewählt, im Falle Süddänemarks sei dies Skrydstrup.

„Die Mitarbeiter des Verteidigunswesens werden dann so lange anderswo untergebracht oder müssen nach Hause gehen“, sagt er. Denn leer stehende Gebäude würden für solche Fälle nicht eingeplant. In den Quarantäne-Zentren soll alles funktionieren – und im Falle Skrydstrups wäre das auch gerade angesichts der günstigen (Luft-)Verkehrsanbindung der Fall.

In der jüngeren Geschichte sei es in Dänemark nicht vorgekommen, dass Quarantänezentren genutzt wurden, sagt Brostrøm. Und solange die Zahl der Verdachtsfälle in Dänemark überschaubar bleibt, werde es dazu auch nicht kommen, meint der ausgebildete Arzt, der Mitglied im Vorstand des ständigen Ausschusses der Weltgesundheitsorganisation in Europa ist.

„Wir haben stattdessen bisher die Heimquarantäne genutzt“, sagt er – und klärt auf, dass es bei den Zentren einzig um Prävention gehe: „Quarantäne ist für Gesunde, die keine Behandlung brauchen. Die Infizierten würden ins Krankenhaus kommen.“

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