Team Grænzland
Hallo Berlin – hier sind wir
Hallo Berlin – hier sind wir
Hallo Berlin – hier sind wir
Diesen Artikel vorlesen lassen.
Das Team Grænzland startete am Sonnabend in Pattburg. Nun hat das Team bereits das erste Zwischenziel erreicht: Berlin. Auf der Tour wird aber nicht nur Rad gefahren, sondern auch der Service muss stimmen.
3. Etappe: Havelberg nach Berlin (120 km): Das Team Grænzland hat das erste Zwischenziel auf dem Weg nach Kopenhagen erreicht: Berlin. Hier wurden die 30 Fahrerinnen und Fahrer in der Landesvertretung Schleswig-Holsteins in Empfang genommen.
Bei Getränken, Kaffee und Kuchen gab es auch Reden von Sandra Gerken, Bevollmächtigte des Landes Schleswig-Holstein beim Bund, Susanne Hyldelund, Botschafterin des Königreichs Dänemark, Prof. Dr. Bernd Fabritius, Bundesbeauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, sowie Generalsekretär Uwe Jessen vom Bund Deutscher Nordschleswiger.
„Die Minderheitenpolitik hat für Schleswig-Holstein einen hohen Stellenwert und gilt europaweit als vorbildlich für ein friedliches Zusammenleben“, betonte Staatssekretärin Gerken und wies auf die Grenzziehung der heutigen Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark vor 101 Jahren hin.
Dies sei die Geburtsstunde der deutschen Minderheit in Dänemark und der dänischen Minderheit in Deutschland in der heutigen Form gewesen. „Wir verdanken es insbesondere den Menschen im Grenzland, dass uns heute so eine enge Freundschaft verbindet“, so Gerken.
Sprache unter Nachbarn
Team-Kapitän Uwe Jessen erklärte die Kommunikationsstrategie im Rad-Team und zog parallelen zum Alltag im Grenzland.
„Die Kommandos im Team sind allesamt auf Dänisch. Die Teamsprache unter den Teilnehmern ist Dänisch, Deutsch und „Sønderjysk“ – oder eine Mischung aus allem. Dieses Sprachkonzept hat alle Erwartungen übertroffen und unterstreicht, wie wichtig es ist, die Nachbarsprache zu verstehen. Dann kann jeder seine eigene Sprache sprechen, solange der Nachbar nur versteht, was gesagt wird. Wir vom Team Grænzland können das – vielleicht ist dies eine generelle Inspiration für Sprache unter Nachbarn“, sagte Jessen.
Kurz – aber immerhin 120 Kilometer
Nach zwei Mammutetappen von jeweils von 200 Kilometern, musste das Team Grænzland am Montag „nur“ 120 Kilometer fahren.
„Wobei 120 Kilometer für eine kurze Tour – das finde ich immer noch recht beeindruckend“, sagte Marie Medow – normalerweise Büchereileiterin in Tondern, aber in diesen Tagen im vierköpfigen Cateringteam, das für das leibliche Wohl der Fahrerinnen und Fahrer sorgt.
Kochen am Wegesrand
Im idyllischen Kuhhorst gab es am Montag das erste Depot.
Tische und Stühle müssen aufgebaut und das Essen zubereitet werden. Vor der letzten Strecke nach Berlin, gab es Rührei, Würstchen, Frikadellen und Hähnchenspieße und dazu natürlich Getränke, Kaffee und etwas Süßes.
„Es gibt immer genug zu tun. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben maximal eine halbe Stunde, und vielleicht muss auch noch ein Rad nachgesehen werden, bevor es weitergeht“, erklärt Marie Medow.
Abwaschen, wegpacken und weiter
Danach heißt es abwaschen und zusammenpacken und schnell weiter zum nächsten Depot – am Nachmittag gibt es in der Regel Kaffee, Getränke und Kuchen – selbstgemacht natürlich.
Montag fuhr das Team in kleineren Gruppen fast 40 Kilometer durch den Stadtverkehr bis ins Zentrum. Am Brandenburger Tor war das Team wieder gesammelt, bevor das es gemeinsam in die Landesvertretung fuhr.
Dienstag heißt es früh aufstehen, um nicht im Berliner Berufsverkehr zu landen. Frühstück gibt es daher um 6 Uhr und dann heißt es 181 Kilometer Richtung Norden nach Linstow radeln – fast immer mit vollem Magen.
2. Etappe: Ahrensburg-Havelberg, 195 Kilometer: Das ging an die Kräfte. Nach der ersten Marathon-Etappe von fast 200 Kilometern am Sonnabend folgte am Sonntag eine weitere große Etappe – und auch diesmal gab es einen kleinen Umweg obendrauf. So standen am Abend 197,5 Kilometer auf dem Tacho.
Bei schönstem Wetter ging die zweite Etappe aus Ahrensburg los, doch ein Tiefdruckgebiet holte die nordschleswigschen Radfahrerinnen und Fahrer ein.
80 Kilometer im Regen
„Bei der Abfahrt und der Ankunft war das Wetter gut, doch zwischendurch sind wir 80 Kilometer bei Regen gefahren. Das ist hart, aber das Team hat es richtig gut weggesteckt und gute Moral gezeigt“, berichtet Lasse Tästensen nach der Ankunft in Havelberg.
„An dem Wetter können wir nichts ändern. Dafür hat unser Cateringteam uns heute bei den Stopps verwöhnt, und es gab warme Suppe“, erzählt Tästensen, der schon Erfahrung aus dem Radfahrteam Rynkeby hat und nach Paris geradelt ist.
„Wir haben viele unerfahrene Fahrer, aber alle haben es sehr gut gemacht, was keine Selbstverständlichkeit ist bei zehn Stunden im Sattel. Dazu gehört sowohl Kondition als auch Konzentration, wenn 30 Zentimeter vor dir und hinter dir Teamkollegen fahren und es dann auch noch regnet. Alle waren bei der Ankunft durchnässt“, sagt Lasse Tästensen.
Erster Höhepunkt: Berlin
Er und die Fahrerinnen und Fahrer können sich Montag auf eine wesentlich kürzere Etappe freuen: 120 Kilometer nach Berlin.
„Die größte Herausforderung sind die 35 bis 40 Kilometer in Berlin. Da werden wir die große Gruppe in kleinere Gruppen aufteilen müssen“, so Tästensen.
In Berlin wartet der erste Höhepunkt auf die Nordschleswiger: In der Landesvertretung von Schleswig-Holstein gibt es einen kleinen Empfang mit Reden.
Fazit nach den ersten beiden langen Etappen: Alle 30 sind noch dabei und sind heil durchgekommen.
Start und erste Etappe
Pattburg-Ahrensburg, 181 Kilometer: Vor zweieinhalb Jahren entstand beim Bund Deutscher Nordschleswiger, der Dachorganisation der deutschen Minderheit in Dänemark, die verrückte Idee, zum 100. Jubiläum der deutsch-dänischen Grenzziehung von Nordschleswig über Berlin nach Kopenhagen zu radeln, um so auf das Grenzland und die Minderheiten aufmerksam zu machen.
Am Sonnabendmorgen war es dann endlich so weit: Mit mehr als einem Jahr Verspätung wegen der Corona-Pandemie machten sich 30 Radfahrer und neun Servicemitarbeiter auf den Weg.
Erste Etappe mit Hindernissen
Die erste Etappe führte das Team Grænzland, das aus Fahrerinnen und Fahrern aus den beiden Minderheiten sowie aus der Mehrheitsbevölkerung nördlich und südlich der Grenze besteht, auf 181 Kilometer von Pattburg (Padborg) nach Ahrensburg.
Allerdings lief nicht alles wie geplant, aber dazu gleich mehr.
Feierliche Abfahrt
Die Abfahrt aus Pattburg wurde feierlich begleitet von Familienmitgliedern und Freunden – unter anderem Fahrern von anderen Fahrradteams. Für das Team gab es, nachdem LKW, Service- und Cateringwagen gepackt waren, erst einmal ein Frühstück beim Fuhrunternehmen H. P. Therkelsen.
Dort ist es für Seniorchef Mogens Therkelsen zur schönen Gewohnheit geworden, Fahrradteams von Team Rynkeby auf die Wohltätigkeitstour nach Paris zu schicken. Am Sonnabend schickte er die Radfahrer aus dem Grenzland mit aufmunternden Worten los.
Gute Nachbarschaft
„Zeigt, wofür ihr steht, und zeigt, wofür das Grenzland steht. Für Zusammenarbeit und gute Nachbarschaft“, sagte Therkelsen dessen Werkstatt von Mitarbeitern mit deutschen und dänischen Fähnchen geschmückt worden war.
Uwe Jessen ist Generalsekretär beim BDN und einer der Initiatoren des Team Grænzland. Im Team ist er der Kapitän. Er bedankte sich vor der Abfahrt für die gute Zusammenarbeit mit der dänischen Minderheit und freute sich, nach dem langen Anlauf endlich aufs Rad steigen zu können.
Wie kommt man durch?
933 Kilometer in sechs Etappen. Ist das Kopf- oder Beinsache?
„Das ist Hintern-Sache“, sagte Olaf Hansen schmunzelnd. Der Haderslebener ist einer der 30 Fahrer, die gut vorbereitet auf die Grænzland-Tour gehen. Am vergangenen Wochenende haben sie bei der Generalprobe 330 Kilometer zurückgelegt.
Alle gut durchgekommen
Die erste Etappe wurde ohne Schwierigkeiten gemeistert. Zwei kleine Defekte gab es zu vermelden, aber bei 30 Rädern auf fast 200 Kilometern sei dies kaum der Rede Wert. Schließlich hat das Team auch zwei eigene, kompetente Fahrradmechaniker dabei.
„Alle sind gut durchgekommen“, berichtet Kapitän Jessen am Sonnabendabend.
Mehr Kilometer als gedacht
Allerdings kam das Team etwas später als erwartet in Ahrensburg an, denn wegen zwei Umleitungen wurden aus den geplanten 181 Kilometern ganze 195. Eine Mammut-Etappe.
„Jetzt gibt es erst einmal ein gutes Abendessen und ein Gläschen Wein. Danach werden alle sicherlich gut schlafen“, war sich Uwe Jessen sicher.
Sonntagmorgen geht es von Ahrensburg nach Havelberg. 195 Kilometer – wenn es denn keine Umleitungen gibt.