Zudringliche Jugendliche

Sorge um Sicherheit: Bücherei schützt Mitarbeiter und Nutzer

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Büchereidirektorin Claudia Knauer (Archivbild). Foto: Karin Riggelsen

Der Ärger mit zudringlichen Jugendlichen in der Deutschen Zentralbücherei geht weiter. Die Büchereidirektorin greift jetzt durch – um die Mitarbeiter und Nutzer zu schützen, wie sie sagt.

Seit Wochen beschäftigt das impertinente Verhalten einer Gruppe Jugendlicher die Mitarbeiter und Nutzer der Deutschen Zentralbücherei in Apenrade. Nun werden weitere Maßnahmen ergriffen. Wie berichtet, hatte die Bücherei Anfang des Monats reagiert und einige Nutzer gesperrt, sodass sie außerhalb der bemannten Öffnungszeiten mit ihrer Gesundheitskarte, die als Bibliotheksausweis dient, nicht mehr ins Haus kamen.

„Wir haben umgehend das Gespräch mit der Schule der Jugendlichen gesucht, die in unserer Nähe liegt“, berichtete Büchereidirektorin Claudia Knauer vor gut einer Woche. Auch die Kooperation mit der Kriminalpräventiven Zusammenarbeit (SSP) vor Ort laufe. „Ich will, dass sich die Mitarbeiter und Nutzer der Bücherei wohlfühlen.“

Doch der Einsatz der Streetworker hat offenbar keine Früchte getragen. Erneut habe die Gruppe sich „Gegenüber unseren Mitarbeitern sehr aufdringlich“ gezeigt, berichtet Knauer am Freitag. „Sie haben das Hausverbot nicht akzeptiert, irritieren und verängstigen unsere Nutzer.“

Ich bin wütend, dass so wenige es für so viele kaputt machen, aber ich musste im Interesse der Kollegen eingreifen

Claudia Knauer

Knauer zieht deshalb jetzt die Karte, die sie nach den ersten Gesprächen mit der SSP noch stecken ließ: Die Radaumacher werden bei der Polizei angezeigt. Außerdem werden, zunächst für zwei Wochen, die Außen- und Innentüren (die Bücherei in Apenrade ist über ein Foyer im Haus Nordschleswig zu erreichen) jetzt werktags schon um 16 Uhr verriegelt. Bis 18 Uhr muss dann die Klingel betätigen, wer hinein möchte. „Wie in der Disko kommt man nur auf Einlassbegehren rein“, sagt Knauer.

Auch außerhalb der bemannten Öffnungszeiten steht die Bücherei weiterhin allen Nutzern zur Verfügung – außer den Jugendlichen, deren Karten gesperrt wurden und von denen Überwachungsaufnahmen vorliegen.

„Wir sind eigentlich ein ganz offenes Haus. Ich bin wütend, dass so wenige es für so viele kaputt machen, aber ich musste im Interesse der Kollegen eingreifen“, fährt die Büchereidirektorin fort. „Es ist ärgerlich und es bindet Energien, die wir anderswo einsetzen könnten“, sagt sie und spricht von „erst einmal zwei Wochen“, die angepeilt sein.

Der Facebook-Eintrag der Bücherei zum Thema:

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