Pappeln ade

Liebesallee wird nach Indien verschifft

Liebesallee wird nach Indien verschifft

Liebesallee wird nach Indien verschifft

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Die abgeholzten Pappeln werden demnächst nach Indien verschifft. Foto: Paul Sehstedt

Forstlohndienstleister Per Kjær hat die Pappelstämme an Holzexporteur DSHwood verkauft. Die Bäume kommen als Bleistifte teilweise wieder zurück nach Dänemark.

Nun liegt sie danieder, die Liebesallee. Abgeholzt und schön sortiert: Baumstämme und Geäst je für sich, der Rest in großen Lagerhalden.

Während minderwertiges Holz und Äste zu Holzspäne gehäckselt werden, erwartet die Pappelstämme eine bessere Zukunft: Sie werden in Indien zu Bleistiften verarbeitet, und einige kehren nach einer Schiffshinundherreise wieder zurück nach Dänemark, um dort in den Schreibwarenhandel zu gelangen.

Der Forstlohndienstleister Per Kjær aus Gramm/Gram hat die Pappeln gefällt und gemeinsam mit der Firma Frede Andersen Skoventrepnør aus Lintrup werden die Wälle für neue Schösslinge vorbereitet.

Rund 500 Kubikmeter Holz

Die gefällten Bäume gehören Kjær. „Ich habe das Rundholz an DSHwood in Fredericia verkauft“, informiert Per Kjær auf Anfrage des „Nordschleswigers“. „Das werden wohl rund 500 Kubikmeter, die mir etwa 135.000 Kronen einbringen werden.“

Über das weitere Schicksal des Pappelholzes weiß Rasmus Grønborg Bak zu erzählen, dass daraus Bleistifte in Indien hergestellt werden sollen. „Indien ist Großabnehmer von Pappelholz“, erläutert der DSHwood-Direktor.

„Außer Bleistiften werden Dekorationsgegenstände, Zahnstocher und Furnier aus Pappel produziert. Wir kaufen viel Pappelholz in Deutschland für den Export auf, weil der dänische Markt zu wenig hergibt.“

Drei Fragen an den Holzvermarkter

„Werden die Stämme aus Fredericia verschifft?“

„Nein, das wäre zu umständlich. Das Rundholz wird in 40-Fuß-Container geladen und geht ab Hamburg auf die große Reise“, fährt Grønborg Bak fort. „Die Frachtraten nach Asien sind sehr gering, weil Europa mehr von dort importiert als exportiert. Daher werden viele Container leer zurückgeschickt. Holz ist wegen des hohen Gewichtes eine willkommene Fracht und auch ein guter Ballast.“

„Ist dieser Verkehr nicht sehr umweltbelastend?“

„Nein, nur sehr gering“, sagt der Exporteur. „Pro Kubikmeter ist der Energieverbrauch verschwindend klein, weil Holz ein hohes grünes Profil hat. Werden andere Rohprodukte verschifft, sieht die Bilanz gleich anders aus!“

„Würde sich das Pappelholz für die Papierherstellung eignen?“

„Das wäre natürlich eine Möglichkeit, aber der Preis für Papierholz ist sehr niedrig und daher ist der Export weit ergiebiger“, schließt Rasmus Grønborg Bak.

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