Leserbrief

„Über das Miteinander im Grenzland“

Über das Miteinander im Grenzland

Über das Miteinander im Grenzland

Siegfried Christiansen
Frederiksberg/Apenrade
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Siegfried Christiansen kommentiert den Artikel „,Revoluzzer' ohne Revolution“ von Siegfried Matlok unter Verweis auf eine Grundsatzdebatte beim Bund Deutscher Nordschleswiger im Jahr 1968.

Erst kürzlich kam mir zur Kenntnis, dass Siegfried Matlok am 18/12/2022 in seiner Serie „50 Jahre EU“ meinen Beitrag vom 21/10/1968 zur damaligen Grundsatzdebatte im BDN heraus gegraben hat. Das liegt mal 54 Jahre zurück.

Leider unterlässt Matlok es in seiner Wiedergabe, mein zentrales Anliegen für das Dasein als Minderheit im Grenzland anzusprechen. Aus meiner Sicht und im Rückblick auf die 25 Jahre gegeneinander in der Zeitspanne 1920-45 und angesichts der bald 25 Jahre nebeneinander nach der Loyalitätserklärung 1945, legte ich den BdN-Delegierten nahe, dass es jetzt an der Zeit sei, im Grenzland mit der dänischen Mehrheit aktiv ein Miteinander anzustreben.

Mein Referat und die Betonung des Miteinander fand bei den Delegierten wenig Zuspruch. Genauer gesagt gab es nach meinem Auftritt nur eisiges Schweigen. Jedoch wurden meine Überlegungen im Nordschleswiger veröffentlicht und fanden anschließend auch Aufnahme in den Grenzfriedensheften.

Glücklicherweise entfaltete sich das Miteinander über die folgenden Jahrzehnte. Den wohl endgültigen Durchbruch gab es 1995 mit der Einladung des damaligen BdN-Vorsitzenden Hans Heinrich Hansen, anlässlich der Feierlichkeiten 75 Jahre nach der Volksabstimmung 1920 auf Düppel zu sprechen. Das instruktive Bild vom Gegeneinander über das Nebeneinander zum Miteinander wurde gang und gäbe.

So wurde das 50. Jubiläum der Bonn-Kopenhagener Erklärungen 2005 unter dem Leitspruch „Vom Gegeneinander zum Miteinander“ begangen. In der Jubiläumsbroschüre heißt es dazu „Das ,Gegeneinander‘ wurde zunächst ein ‚Nebeneinander‘ und ist heute ein ‚Miteinander‘ geworden“.

Dass es über eine hundertjährige Entwicklung dazu gekommen ist, und dass die deutsche Minderheit sich jetzt ganz anders als in meiner Jugend sowohl nach Norden wie nach Süden orientiert, empfinde ich äußerst glücklich. Deutlich erlebe ich diese Entwicklung auch in der täglichen Redaktion des Nordschleswigers.

Siegfried Christiansen
Nyvej 8 B, st. tv., 1851 Frederiksberg C

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