Machtmissbrauch

Vestager brummt Google Rekordstrafe auf

dodo
Brüssel
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EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager Foto: Yves Herman/ Ritzau Scanpix

Die dänische EU-Wettbewerbskommissarin hat dem US-Konzern eine Strafe von 32 Milliarden Kronen aufgedrückt. Mit seinem Betriebssystem Android missbrauche er seine Marktvorherrschaft.

Sie ist der Schrecken der internationalen Großkonzerne – und sie hat erneut zugeschlagen. Diesmal hat es Google erwischt. Das Unternehmen hat von der dänischen EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager wegen Missbrauch der Marktmacht beim Smartphone-System Android eine Rekordstrafe von 32 Milliarden Kronen (4,34 Milliarden Euro) aufs Auge gedrückt bekommen. Die höchste Strafe, die die Europäische Union je gegen ein Unternehmen verhängt hat.

Unerlaubt seine Position gefestigt

Vestager sagt, dass Google seit 2001 unerlaubt Android dafür genutzt habe, seine Position als größte Suchmaschine der Welt zu festigen. So soll der Konzern Hersteller von Smartphones dazu gezwungen haben, Googles eigene Apps wie zum Beispiel „Maps“ oder den Browser Chrome auf den Geräten vorzuinstallieren.

Außerdem kritisiert die EU-Wettbewerbskommission die sogenannte Anti-Fragmentierungs-Vereinbarung: Laut dieser können Anbieter von Geräten mit Google-Diensten nicht gleichzeitig auch Smartphones mit abgewandelten Android-Versionen verkaufen. Der dritte Vorwurf der Behörde dreht sich darum, dass das Unternehmen die Erlöse aus Werbung in der Such-App nur mit Geräte-Herstellern teile, wenn Google auf den Telefonen und Tablets Exklusivität genieße.

Weitere Strafen könnten folgen

„Auf diese Weise hat Google anderen Unternehmen die Möglichkeit genommen, innovativ und konkurrenzfähig zu sein“, so Margrethe Vestager zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Google hat nun 90 Tage Zeit, die aufgezählten Missstände zu beheben, andernfalls drohen weitere Strafgelder von bis zu fünf Prozent des durchschnittlichen weltweiten Tagesumsatzes des Google-Mutterkonzerns Alphabet.

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