Minderheiten in Europa

Streit zwischen Österreich und Italien wegen Südtirol

dpa
Rom
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Not amused: Italiens Außenminister Enzo Moavero Milanesi. Foto: PA Images/IPA Milestone/Ritzau Scanpix

Italiens Regierung ist erbost über die von Österreichs Regierung geplante österreichische Staatsbürgerschaft für Südtiroler.

Das italienische Außenministerium hat verärgert auf Pläne der Regierung in Wien reagiert, Mitgliedern der deutschsprachigen Minderheit in der italienischen Provinz Südtirol die österreichische Staatsbürgerschaft zuzuerkennen. Die Regierung in Rom habe von Österreichs Plänen erfahren, eine Regierungskommission ein Gesetz für eine doppelte Staatsbürgerschaft der Südtiroler vorbereiten zu lassen, erklärte das Ministerium am Freitagabend.

„Diese Initiative ist unpassend wegen ihrer potenziell Unruhe stiftenden Wirkung“, kritisierte das italienische Außenministerium. Es sei ein einzigartiger Vorgang, dass die österreichische Regierung als gegenwärtige EU-Ratsvorsitzende ein Gesetzesvorhaben vorantreibe, das dazu angetan sei, „Zwietracht zu schüren“, statt „sich auf Taten zu konzentrieren, die einen und die gegenseitige Eintracht zwischen den Ländern fördern“.

Südtirol gehörte jahrhundertelang überwiegend zu Österreich, bevor es nach dem Ersten Weltkrieg Italien zugeschlagen wurde. Dort hat es den Status einer autonomen Provinz. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2011 gaben 70 Prozent der Südtiroler an, deutschsprachig zu sein.

Die Regierung in Wien hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, den deutschsprachigen Südtirolern die österreichische Staatsangehörigkeit geben zu wollen. Die Südtiroler Regierung begrüßte die Pläne. Die deutschsprachige Minderheit in der Nachbarprovinz Trient äußerte derweil Bedauern, dass Wien sie nicht ebenfalls in die Pläne einschließt.

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