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Trio mit guten Aussichten auf die Hansen-Nachfolge

Trio mit guten Aussichten auf die Hansen-Nachfolge

Trio mit guten Aussichten auf die Hansen-Nachfolge

Hadersleben/Haderslev
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Esben Hansen (rechts) ärgert sich, dass eine Entlassung von Henrik Hansen notwendig war. Foto: Kent Rasmussen/Gonzales Photo/Ritzau Scanpix

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Die Suche nach dem neuen Cheftrainer läuft schon. Sønderjyske-Sportdirektor Esben Hansen will sich nicht in die Karten schauen lassen, hat aber schon die Fühler nach mehreren Kandidaten ausgestreckt.

Die Sønderjyske-Fußballer haben den Anschluss im Aufstiegskampf noch nicht verloren, haben seit geraumer Zeit nicht wie eine künftige Superliga-Mannschaft ausgesehen. Die stagnierende Entwicklung hat zur Entlassung von Cheftrainer Henrik Hansen und Co-Trainer Niels Lodberg geführt.

Eine Trennung zur Winterpause hatte sich schon länger abgezeichnet, doch nach der 0:1-Pleite beim Abstiegskandidaten Fremad Amager verloren die Sønderjyske-Verantwortlichen die Geduld.

„Ein Sieg gegen Fremad Amager hätte die Entscheidung hinausgeschoben, aber das Fazit der Analyse wäre nicht anders gewesen, wenn wir die Winterpause erreicht hätten“, sagt Sønderjyske-Sportdirektor Esben Hansen zum „Nordschleswiger“: „Wir sind grundlegend nicht auf dem Weg in die richtige Richtung. Wir haben schon länger eine Tendenz erkannt, haben aber abwarten müssen, ob sie dauerhaft oder zu lösen ist. Der Aufwärtstrend, den wir im Frühjahr und in der durch den Eigentümer-Wechsel erschwerten Saisonvorbereitung gesehen haben, hat stagniert. Wir haben an den Reaktionen der Spieler Unsicherheit und Angst gesehen, und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir reagieren müssen.“

Henrik Hansen ärgert sich über eine der vielen vergebenen Chancen gegen Fremad Amager. Foto: DN

Die Suche nach einem Nachfolger ist schon angelaufen, und zwar nicht erst seit der am Sonnabendmorgen vollzogenen Entlassung.

„Eine Trainerentlassung ist ein großer Eingriff, für den Trainer selbst, für die Spieler und auch für den Klub. Das muss man sich gründlich überlegen. Das war keine gefühlsbetonte Entscheidung am Freitagabend. Wir sind mit der Suche nach einem Nachfolger nicht weit. Der große Unterschied zwischen jetzt und der Situation vor einem Jahr ist der, dass es damals meine erste Aufgabe als Sportdirektor war. Ich habe vorher nicht meine Hausaufgaben machen können. Jetzt habe ich eine Liste über Spieler in der Schublade liegen und auch eine Liste über Trainer. Alles andere wäre unverantwortlich. Ich werde mich nicht erst morgen hinsetzen und sehen, was möglich ist. Ich habe eine klare Idee, was passieren kann“, so Esben Hansen.

Nach Informationen des „Nordschleswigers“ hat Sønderjyske bereits vor der Entlassung von Henrik Hansen die Fühler nach mindestens vier Kandidaten ausgestreckt. Zwei davon sind derzeit ohne Job, zwei stehen aktuell bei Liga-Konkurrenten unter Vertrag.

Lars Friis steht bei Sønderjyske weit oben auf der Liste. Foto: René Schütze/Ritzau Scanpix

Nur drei dieser Kandidaten sind aber noch im Rennen. Sønderjyske hat sich nach Informationen des „Nordschleswigers“ ein klares Nein vom ehemaligen AGF-Trainer David Nielsen eingehandelt.

Auf dem Zettel stehen aber noch der ehemalige Viborg- und AaB-Trainer Lars Friis sowie Christian Lønstrup von Hillerød Fodbold und Morten Eskesen vom FC Helsingør.

Obwohl seine Hillerød-Mannschaft im laufenden Wettbewerb nicht mehr gegen Fremad Amager oder Sønderjyske spielen wird, befand sich Christian Lønstrup auf den Zuschauerrängen im Sundby Idrætspark, wo Henrik Hansen zum letzten Mal für Sønderjyske auf der Trainerbank saß.

„Es frustriert mich, dass wir Henrik haben feuern müssen. Er ist ein tüchtiger, zielstrebiger und arbeitsamer Trainer. Ich bin mir sicher, dass er anderswo Erfolg haben kann. Er wird auch wertvolle Erfahrung mitnehmen“, meint Esben Hansen.

Mads Albæk sah keinen Spielerkader, der sich von Henrik Hansen abgewendet hatte. Foto: Karin Riggelsen

Die Reaktionen im Spielerkader waren unterschiedlich.

„Für mich ist es keine Riesenüberraschung, wenn man auf die vergangenen Wochen blickt. Wir sind nicht so stabil, wie wir sein müssen. Wir hatten gehofft, dass die wahnsinnige Nachspielzeit in Nykøbing irgendetwas auslösen würde, aber selbst das hat uns keinen Schub gegeben. Ich weiß nicht, ob das Ergebnis gegen Fremad Amager einen Unterschied ausgemacht hat, aber wenn ich auf das tägliche Training blicke, sehe ich keinen Spielerkader, der nicht hinter Henrik Hansen stand. Ich denke, dass er die Unterstützung des Spielerkaders hatte“, sagt Mads Albæk, der gegen Fremad Amager die Kapitänsbinde trug.

„Ich bin überrascht, aber das ist oftmals die Lösung, die gewählt wird, wenn es nicht läuft“, so Torwart Nicolai Flø: „Wir Spieler haben nicht immer unsere Topleistungen abgerufen und haben uns schwergetan, 90 gute Minuten zu bringen, sowohl offensiv als auch defensiv. Das ist dann leider die Konsequenz.“

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