Royaler Besuch

Parade mit royalem Glanz

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
Zuletzt aktualisiert um:
Königin Margrethe bei der Militärparade in der Haderslebener Kaserne Foto: Karin Riggelsen

Das Comeback des Schleswigschen Infanterieregiments wurde am Freitag mit einer Parade gefeiert. Königin Margrethe II. überbrachte die geschichtsträchtige Regimentsfahne und warf persönlich Glanz auf die feierliche Zeremonie.

Königin Margrethe II. war am Freitag in Hadersleben, um dem Regiment die geschichtsträchtige Fahne zu überbringen und das Comeback des Schleswigschen Infanterieregiments (Slesvigske Fodregiment SLFR) zu feiern.

Die Monarchin hatte am Vormittag an einer Militär-Zeremonie in Oksbøl teilgenommen. Der Flug mit dem Hubschrauber von Esbjerg nach Skrydstrup war etwas verspätet. Das tat der Freude bei den etwa 100 Schaulustigen, die sich auf dem Außenhof der Kaserne versammelt hatten, keinen Abbruch. Sie harrten trotz Kälte und Dauerregen aus, um einen Blick auf die Königin zu erhaschen und den Flügelschlag der Geschichte zu erleben.

Die geladenen Gäste saßen in einem Zeltwagen. Zu den Ehrengästen zählte unter anderem Graf Ingolf af Rosenborg und Gräfin Sussie af Rosenborg, hochrangige Vertreter der dänischen Streitkräfte und Militärbedienstete, die eine besondere Bindung an das Schleswigsche Infanterieregiment haben. Zu den Politikern, die auf den Zuschauerbänken Platz nahmen, gehörten unter anderem die lokalen Folketingspolitiker Jesper Petersen (Soz.) und Hans Christian Schmidt (V). Bischöfin Marianne Christiansen und Dompropst Torben Hjul Andersen waren auch dabei.

Beim Mini-Konzert für die Königin im Anschluss an die Parade Foto: Karin Riggelsen

Der Haderslebener Bürgermeister H. P. Geil (V) und Verteidigungsminister Claus Hjort Frederiksen (V) sowie Verteidigungschef Bjørn Bisserup begrüßten die Königin. Eine dunkle Limousine hatte sie am Flughafen abgeholt. Die Königin war vorbereitet auf die kalte Witterung und hatte sich in einen grauen Pelzmantel gehüllt. Die Königin nahm zusammen mit ihrem Adjutanten und Garnisonskommandant Oberst Lars Mouritsen die traditionelle Parade ab. Neben den 112 Rekruten, die am Montag ihren Dienst an der Kaserne begannen, standen rund 80 Soldaten stramm. Sechs Fahnenkommandos verschiedener Soldatenvereine und Abordnungen waren ebenfalls ein Teil der Parade.

Das Schleswigsche Infanterieregiment bekam die Fahne erstmals vor knapp 27 Jahren aus der Hand der Monarchin. Im Jahre 2000 musste die Fahne eingerollt werden, als das Regiment aufgelöst wurde. Seitdem steht die Fahne im Büro des Garnisonskommandanten. Festlich umrahmt von der Musik der Militärkapelle SMUK nahm die Zeremonie, die sich über 75 Minuten erstreckte, ihren Lauf.

Von einem Fahnenkommando herbeigetragen, wurde die Fahne vor der Tribüne aufgerollt. In ihrer Ansprache freute sich die Königin darüber, dass SLFR erneut ein Teil des Landesteils geworden ist. „Es ist mir eine große Freude die Fahne überreichen zu können“, so die Königin. Verteidigungsminister Hjort Frederiksen hob in seiner Rede hervor, dass der Landesteil die Auswirkungen von Kriegen gespürt habe, aber gleichzeitig ein hervorragendes Exempel statuiere mit der dänisch-deutschen Versöhnung.

Graf Ingolf von Rosenborg mit Gattin Sussie nahmen als geladene Gäste an der Zeremonie teil. Foto: Karin Riggelsen

Der zweite Teil des Festtages wurde im Musikhaus ausgetragen. Dort gab es für Königin und Ehrengäste ein Mini-Konzert, das auch die Aufführung des neuen Marches für das Regiment enthielt. „Slesvigske Fodregiments March“, wurde von Flemming Neergård komponiert. Die Königin applaudierte gut gelaunt, als Dirigent Lars Olsen den Taktstock beiseite legte. Auf dem geschlossenen Teil des Empfangs hatten die Gäste Gelegenheit kurze Gespräche mit der Monarchin zu führen.

„Ich bin unglaublich stolz. Es war ein sehr großer Tag für mich“, so Garnisonskommandant Oberst Lars Mouritsen. Der Oberst bezeichnete SLFR als Rückgrat des Militärs, denn das Regiment wird Mittelpunkt des Aufbaus des neuen leichten Infanteriebataillons das mit kurzer Frist national und international eingesetzt werden kann. Das Regiment wird sowohl Polizei als auch Spezialtruppen unterstützen.

Mehr lesen