Schleuse defekt

Nord-Ostsee-Kanal teilweise gesperrt: Arbeiten gehen am Montag weiter

Nord-Ostsee-Kanal teilweise gesperrt: Arbeiten gehen am Montag weiter

Nord-Ostsee-Kanal teilweise gesperrt

Christina Norden/shz.de
Brunsbüttel
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Die große Südschleuse in Brunsbüttel ist ausgefallen. Foto: Danfoto/shz.de

Geduldsprobe für Seeleute: Große Schiffe können den NOK aktuell nicht befahren. Es gibt Probleme mit dem Schleusentor.

Kein Durchkommen mehr für große Schiffe: Seit Samstagnachmittag kann kein Schiff mehr durch die großen Schleusen von Brunsbüttel fahren. Sedimente hätten ein Schleusentor in Brunsbüttel blockiert, sagte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) am Sonntag. Betroffen ist die Südkammer. Das Problem: Die große Nordschleuse ist wegen eines Wechsels der Torunterwagen ebenfalls außer Betrieb.

Schiffe mit einer Länge von mehr als 120 Metern können demnach seit Samstagmittag nicht mehr geschleust werden. Nur die beiden kleinen Schleusen sind weiterhin passierbar.

Ein Bagger und Taucher seien im Einsatz, um das Tor wieder gängig zu machen, hätten es am Sonntag aber nicht geschafft, sagte der Sprecher. Die Arbeiten müssten nun am Montag weitergehen. Das Schleusentor läuft auf Wagen in Schienen am Boden des Kanals. In den Schienen haben sich Sedimente, Steine und Holz gesammelt, die nun herausgeholt werden müssen.

Große Schiffe müssen über das Skagerrak ausweichen

Nur Schiffe, die kürzer als 120 Meter sind, können aktuell noch durch die kleinen Schleusen geschifft werden. Das sei laut Detlef Wittmüß, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes, allerdings die Minderheit. Für alle größeren Schiffe bedeutet das: Sie müssen den langen Umweg um das Skagerrak nehmen. Das dauert circa einen Tag länger und benötigt entsprechend mehr Treibstoff. In Kiel werden ebenfalls keine Schiffe mehr durch die großen Schleusen in den Kanal hineingelassen, um Staus zu verhindern.

Erste Reparaturversuche ohne Erfolg

Spezialisten versuchten am Sonntag, das Material wegzuspülen. Ein Baggerschiff war am Vormittag an der Südschleuse im Einsatz und erzeugte mit der Schiffsschraube starke Sog- und Spülbewegungen. Allerdings zunächst ohne Erfolg.

Alexander Beltz, Schiffsmakler bei der United Canal Agency (UCA), hat in Brunsbüttel die Probleme vor Ort beobachtet. Am Samstagnachmittag sei bemerkt worden, dass die Schleuse mehr Strom verbrauche als normal, berichtet er. Die United Canal Agency betreut viele Schiffe, die den Nord-Ostsee-Kanal passieren. Beltz habe am Samstag bereits drei Schiffe vom NOK weggeschickt. "Das ist sehr ärgerlich. Die müssen jetzt ums Skagerrak herum, das kostet viel Zeit und Geld."

Negative Schlagzeilen in der Vergangenheit

Im vergangenen Jahr sind etwa 30.000 Schiffe durch die knapp 100 Kilometer lange künstliche Wasserstraße zwischen Kiel und Brunsbüttel gefahren. 2018 hatte der Containerfrachter „Akacia“ ein Schleusentor in Kiel gerammt, was zu wochenlangen Problemen für die Schifffahrt auf dem Kanal führte. In den vergangenen Jahren musste der Kanal auch immer mal wieder gesperrt werden, weil die mehr als 100 Jahre alten Schleusen defekt waren.

Aktuell wird in Brunsbüttel die fünfte Schleuse gebaut. Mit ihr soll der Verkehr durch den Kanal reibungsloser ablaufen. Außerdem bekommt der Abschnitt bei Kiel flachere Kurvenradien und die Fahrrinne soll so vertieft werden, dass größere Schiffe passieren können.

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