Pläne für einen Solarpark vorgestellt

Politik will zunächst weitere Flächen prüfen lassen

Politik will zunächst weitere Flächen prüfen lassen

Politik will aber zunächst weitere Flächen prüfen lassen

Karin Johannsen/shz.de
Leck
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Solarpark
Falls es zum Bau eines Solarparks in Leck kommt, soll der dort erzeugte Sonnenstrom direkt vor Ort vermarktet werden. Foto: Patrick Pleul

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Auf zwei Flächen in Leck-Osten sollen die Photovoltaikanlagen installiert werden, danach könnte dort sogar ein Biotop entstehen.

Das Unternehmen Solar-Energie Andresen liefert das Know How, der Landwirt Hauke Brodersen seine Flächen: Gemeinsam wollen sie auf 16 Hektar einen Solarpark betreiben. Grünes Licht muss allerdings die Gemeinde Leck geben. Deshalb wurde das Projekt erstmals den Politikern im Infrastruktur- und Umweltausschuss vorgestellt.

Es handelt sich um zwei Flächen in Leck-Osten, auf denen Photovoltaikanlagen installiert werden sollen: Sechs Hektar befinden sich an der ehemaligen Bahnstrecke an der Landesstraße 300, weitere zehn Hektar ebenfalls östlich der Gemeinde südlich der Lecker Au.

Keine Düngung, keine Pestizide, keine Einwirkung durch den Menschen. Das kann die Artenvielfalt erhöhen.
Christian Andresen

„Die Verbundachse durch die Lecker Au ist da“, meinte Geschäftsführer Christian Andresen. Eine Verwässerung des Moores an der Bahn sei nach Bau der Anlage möglich, pries er die Möglichkeit, ein Biotop zu schaffen. Insgesamt listete Christian Andresen die Vorteile für die Natur auf: „Keine Düngung, keine Pestizide, keine Einwirkung durch den Menschen! Das kann die Artenvielfalt im Park und der umgebenden Landschaft erhöhen!“

Lohnende Investition

Auf der Freiflächenanlage sollen bis zu 1,3 Megawatt pro Hektar installiert werden. Der Geschäftsführer sprach von 4,5 bis fünf Cent/kWh Einspeisevergütung und Investitionskosten von 550 bis 600.000 Euro pro Megawatt. „Es ist eine Sache, die sich lohnen würde“, meinte der Seniorchef, Hans-Christian Andresen.

Die Gewerbesteuereinnahmen würden zu 100 Prozent in der Gemeinde bleiben, sagte er. Außerdem sei eine Bürgerbeteiligung möglich ganz nach der Philosophie des Unternehmens: „Es ist wichtig, die Wirtschaft vor Ort zu stärken und sie auf mehreren Schultern zu verteilen!“

Solarstrom für die Bevölkerung vor Ort

Als Vorteil für die Bürger wurde genannt, den Strom direkt von der PV-Freifläche über einen Direktvermarkter beziehen zu können. Beide Andresens mahnten, die Flächen nicht von großen Konzernen wegnehmen zu lassen, die die Wertschöpfung nicht vor Ort beließen.

Die Informationsflut mussten die Politiker erst einmal sacken lassen. Ingrid Marcussen-Kressin (CDU) wusste, dass dasselbe Thema über Solar-Freiflächen schon im Jahr 2009 auf dem Tisch gelegen hat und eine Untersuchung über geeignetes Land in Leck gefordert worden war.

Wir müssen sehr wohl eine Betrachtung über mögliche Solarflächen machen.
Andreas Deidert

Das schien im Sande verlaufen zu sein, niemand konnte sich daran erinnern. Klaus Schmidt von der Unabhängigen Wählergemeinschaft begrüßte es, im Vorwege zu klären, wo es konfliktarme Flächen in der Gemeinde gibt.

Bürgermeister Andreas Deidert schlug in dieselbe Kerbe: „Wir müssen sehr wohl eine Betrachtung über mögliche Solarflächen machen. Deutliche Hinweise darauf wird eine Fachexpertise erstellen müssen“.

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