Marschbahn

Marschbahn : Pünktlichkeit der Sylt-Züge liegt weiter unter 80 Prozent

dpa/ky/shz.de
Westerland
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Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Pendler haben wegen der Verzögerungen der Bahn allein im Februar knapp 130.000 Euro Entschädigungen enthalten.

„Vorführeffekt“. Das ist das Wort, dass Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) vor einigen Stunden einfiel als der Zug der Marschbahn, der ihn auf die Insel Sylt bringen soll, tatsächlich pünktlich im Bahnhof von Klanxbüll (Kreis Nordfriesland) einläuft. Denn auch im Juli war die Deutsche Bahn auf der Strecke zwischen Hamburg und Westerland wieder nur zu 75 Prozent pünktlich. Vertraglich sind mit dem Land 93 Prozent vereinbar. Deswegen hat Buchholz der Bahn seit Februar Strafzahlungen in Millionenhöhe aufgebrummt, es wird damit gerechnet, dass er es auch heute wieder tut.

Die Bahn akzeptiert die Strafen nicht, es gibt juristischen Streit – mit unklarem Ausgang. Für die vergangenen Monate haben sich im Schnitt 2000 Pendler gemeldet, die Entschädigungen beantragt haben, die Buchholz aus den Strafzahlungen finanziert. „Ich gehe davon aus, dass das auch die Größenordnung für die anderen Monate sein wird“, sagt Buchholz, der heute auf der Insel auch mit Pendlern ins Gespräch kommen wird. Die hatten in der Vergangenheit deutlich höhere Strafzahlungen und Entschädigungen verlangt. Dazu wird es am Abend ein Dialogforum zum Thema Bahn geben.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums haben wegen der Probleme für Februar bislang knapp 130.000 Euro Entschädigungen erhalten. In den Folgemonaten März und April lagen die Auszahlungen bei jeweils gut 100,000 Euro. Pendler mit Fahrkarten der 2. Klasse erhalten für den Monat Mai eine erhöhte Entschädigung von 75 Euro, Pendler mit Fahrkarten der 1. Klasse 112,50 Euro. Für die Vormonate Februar, März und April gab es 50 Euro beziehungsweise 75 Euro.

Über dieses Thema hinaus will Buchholz mit Sylter Geschäftsleuten allgemein über die Erreichbarkeit der Insel ins Gespräch kommen. Deswegen steht das Thema Flughafen ganz oben auf der Agenda. „Ich unterstütze die Flughafenbetreiber darin, dass Flugsicherungskosten möglicherweise vom Bund übernommen werden können“, sagt Buchholz. Dazu will Buchholz mit den Kaufleuten über den Fachkräftemangel auf der Insel diskutieren. Außerdem geht es in den Gesprächen um die Zukunft des Hörnumer Hafens.

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