Südschleswig

Generalkonsul mit Breitseite an die Minderheit

Generalkonsul mit Breitseite an die Minderheit

Generalkonsul mit Breitseite an die Minderheit

jt
Christianslyst
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Generalkonsul Kim Andersen in Christianslyst. Foto: Martin Ziemer/Flensborg Avis

Die nutzlosen Streitigkeiten müssen aufhören: Dänemarks Generalkonsul in Flensburg hat bei der Generalversammlung des dänischen Jugendverbandes in Südschleswig erläutert, wie leid er es ist, dass die dänische Minderheit immer wieder negative Schlagzeilen macht.

Kim Andersen, der dänische Generalkonsul in Südschleswig, lieferte am Sonnabend beim „Sendemandsmøde“ des Jugendverbandes der dänischen Minderheit (SdU) in Christanslyst eine regelrechte Breitseite gegen die Organisationen der Minderheit. Das berichtet Flensborg Avis.

„Es ist an der Zeit, den Reden Taten folgen zu lassen. Die internen und nutzlosen Streitigkeiten müssen aufhören. Ihr müsst euch verändern, um euch verbessern zu können“, so Andersen vor rund 100 Zuhörern. Ganz konkret verweist Andersen dabei auf das derzeitige Sorgenkind der Minderheit: Christianslyst. In Südschleswig müsse man herausfinden, was man mit dem Heim wolle. Dabei unterstreicht er, dass die gesamte Minderheit an einem Strang ziehen müsse.

Die SdU als Betreiber hat bereits verlauten lassen, dass der Verband ab dem kommenden Jahr das Heim nicht alleine betreiben möchte, da es Jahr für Jahr ein Minusgeschäft ist.

Darüber hinaus sprach der Generalkonsul auch den Mut oder Unmut an, in den dänischen Organisationen Dänisch zu sprechen. „Dänemark unterstützt die dänischen Schulen, Kultur und Sprache in Südschleswig. Lass mich das ganz klar ausdrücken: Man kann kein SdU-Mitglied sein, wenn man nur auf die sportlichen Ergebnisse fokussiert und kein Interesse für das Minderheitenleben zeigt“, betont Andersen, und verweist auf den Bericht der SdU-Vorsitzenden Kirstin Asmussen.

Sprache zu schnell von Dänisch auf Deutsch

Diese hatte zuvor erklärt, dass sie gerne mehr Geld für dänische Trainer und Freundschaftsfahrten nach Dänemark investieren möchte. In den Vereinen wechselte ihr zufolge die Sprache zu schnell von Dänisch auf Deutsch. „Gibt es nun eine Person von 20, die kein Dänisch spricht, dann wird aus Höflichkeit gewechselt. Für eine nationale Minderheit, die das Ziel hat, Sprache und Kultur zu bewahren, ist das ein Problem und eine konstante Herausforderung“, so Asmussen laut Flensborg Avis.

Andersen bezeichnete daraufhin die Minderheit als äußerst privilegiert. „Der öffentliche Sektor in Dänemark muss Jahr für Jahr zwei Prozent sparen. Ihr bekommt zugleich immer mehr Geld. Versetzt euch mal in die Lage eines dänischen Politikers, der erklären soll, warum die Sparmaßnahmen nicht für die Minderheit in Südschleswig gelten sollten“, unterstreicht der Generalkonsul.

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