Wirtschaft

Husum wartet seit drei Jahren auf sein Stadtmarketing

Husum wartet seit drei Jahren auf sein Stadtmarketing

Husum wartet seit drei Jahren auf sein Stadtmarketing

Friederike Reußner/shz.de
Husum
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Damit es am Husumer Hafen nach Corona nicht so leer bleibt, soll der Wirtschaftsstandort Husum stärker beworben werden. Foto: Carlo Jolly

Husum als Wirtschaftsstandort besser bewerben, das ist das Ziel. Doch der Weg dahin scheint steinig.

Die Aufgabe, mehr Menschen nach Husum zu locken, damit sie hier einkaufen, essen und ins Museum gehen, wird durch die durch Corona verschärfte Krise des Einzelhandels immer wichtiger. Dass Husum sein Stadtmarketing ausbaut und professionalisiert, darauf drängte vor allem die Husumer Wirtschaft schon vor der Pandemie.

Eine Veranstaltungsreihe, die dem Projekt aus den Startlöchern helfen sollte, ist nun ziemlich genau drei Jahre her – doch ein Stadtmarketing, das über die Arbeit der Tourismus- und Stadtmarketing Husum GmbH (TSMH) hinaus geht, gibt es trotzdem noch nicht.

Kosten teilen

Dass neben anderen die Messe Husum & Congress ein Interesse daran hat, die Aufgabe zu übernehmen, ist kein Geheimnis und lag der Politik im Herbst 2018 auch schon als Beschlussvorschlag vor. Die jährlichen Kosten von rund 150.000 Euro sollen sich Stadt und Wirtschaft teilen. Allerdings entschied man sich damals in nicht-öffentlicher Sitzung zunächst gegen diese Zusammenarbeit mit der Wirtschaft – in der Versenkung verschwand der Plan dennoch nicht.

Seit rund einem Jahr steht nun ein genereller Beschluss, dass Politik und Wirtschaft die bessere Vermarktung Husums gemeinsam auf die Schiene bringen wollen. Eine europaweite Ausschreibung sollte rechtssicher klären, wer die Aufgabe übernimmt.

Doch diese Ausschreibung lässt auf sich warten. Im Sommer ging zumindest schon einmal ein Interessenbekundungsverfahren über die Bühne, neben 14 weiteren Interessenten meldete sich auch die Messegesellschaft.

SPD wird nervös

Auf die Ausschreibung selbst aber wartet auch die Politik – und das schon ein bisschen zu lange, findet zumindest SPD-Fraktionschef Horst Bauer: „Es gibt offenbar immer wieder rechtliche und bürokratische Hürden.“ Er würde gern zeitnah wissen, ob der eingeschlagene Weg der richtige sei.

Alternativen suchen?

Bauer war schon vor drei Jahren ein Verfechter dafür, dass die Messe die Aufgabe übernimmt: „Dort könnte man vorhandene Synergien nutzen. Aber es muss auch machbar sein. Sonst müssen wir uns Alternativen überlegen.“ Denn gerade vor dem Hintergrund der Pandemie und ihrer Folgen für den Einzelhandel sei es umso dringlicher geworden, dass Husum die Werbung für die Innenstadt verstärke.

Jetzt geht's los?

Bürgermeister Uwe Schmitz dagegen erklärt, die Ausschreibung werde „in den nächsten zwei Wochen auf den Weg gebracht“. Warum es so lange gedauert habe? Es seien „ein paar Feinheiten“ zu klären gewesen, so der Bürgermeister, außerdem habe eine neue Mitarbeiterin die Aufgabe übernommen, die eine derartige Ausschreibung noch nie bearbeitet habe. Eines ist ihm in Sachen Stadtmarketing noch wichtig: Die Ausschreibung sei vollkommen ergebnisoffen, wie er betont: „Der, der das beste Konzept für das Stadtmarketing vorlegt, bekommt den Zuschlag.“ Für den 1. Juli rechnet Schmitz mit der Auftragsvergabe.

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