DANNEWERK

Schock für Spaziergänger: Hund ohne Leine reißt Reh

Schock für Spaziergänger: Hund ohne Leine reißt Reh

Schock für Spaziergänger: Hund ohne Leine reißt Reh

Christina Weiss/shz.de
Dannewerk
Zuletzt aktualisiert um:
Tragödie am Militärzaun: Ein freilaufender Hund hatte das Reh gehetzt und mit Bissen niedergestreckt. Das Reh hatte keine Chance. Foto: Jim Morris

Jim Morris musste zusehen, wie ein freilaufender Hund ein Reh zur Strecke brachte. Er konnte dem Wild nicht mehr helfen.

Das junge Reh hatte keine Chance. Am Donnerstagnachmittag ereignete sich am Wanderweg des Kograbens in Dannewerk ein Vorfall, den der Augenzeuge Jim Morris aus Schleswig so schnell nicht vergessen kann.

Was war geschehen?


Gegen 16 Uhr war der Schleswiger mit seinem Yorkshire-Hund zum Spaziergang am Ochsenweg und dem Kograben unterwegs, der entlang des Zaunes des Militärflugplatzes Jagel führt. Unweit vor seinen Augen hatte ein großer schwarzer Hund, vermutlich ein Labrador, ein Reh entlang des Militärzaunes gehetzt, das am Ende der Flucht mit Bissen niedergestreckt und getötet wurde.

Ich konnte das Reh nicht mehr retten.

Jim Morris

Der Hund war ohne Leine unterwegs – sein Halter erschien rund 30 Minuten später am Tatort, völlig erschöpft, durchnässt und ebenso geschockt. In der Hoffnung, das Reh noch retten zu können, hatte Morris beherzt den Versuch gestartet, in das Geschehen einzugreifen und den Labrador von seinem Jagdinstinkt abzuhalten.

Keine Chance, den Hund aufzuhalten

Doch der Hund ließ sich nicht verscheuchen. Das Reh war tot. Jim Morris rief sofort die Polizei, um den Vorfall zu melden, auch da der Hund ohne Halter unterwegs war. 30 Minuten nach dem Anruf traf der Halter ein, um den Hund zu sichern. Augenzeuge und Hundehalter waren geschockt, verblieben beide durchnässt und unterkühlt im Regen am Tatort. „Für mich war das ein Schock, dies Geschehen vor den Augen zu sehen. Doch es war bereits zu spät. Ich konnte das Reh nicht mehr retten“, sagte der Augenzeuge.

Morris übermittelte seine Adresse an den Hundehalter, um für spätere Anfragen als Tatzeuge zur Hilfe zu stehen. Zwischenzeitlich meldete sich die Polizeistation aus Kropp bei Jim Morris, die wegen eines neuen Einsatzes bei einem Verkehrsunfall nun den Fall an die Kollegen in Schleswig weitergeleitet hatten.

Doch auch die ließen weiterhin auf sich warten. In seiner Not rief Morris einen Jäger an, um ihn über das Geschehen zu informieren. Der Hundehalter verblieb vor Ort, um weiter auf die Polizei zu warten. „Bisher hat sich die Polizei nicht bei mir gemeldet“, sagte Jim Morris.

Leinenpflicht rund um das Unesco-Welterbe

Seit 2016 gilt in Schleswig-Holstein das Gesetz, dass Hunde so zu halten sind, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht. Dazu gehört auch, dass es im öffentlichen Raum und an vielen Orten eine Leinenpflicht gibt. Rund um das Unesco-Welterbe „Haithabu und Danewerk“ und die Wanderwege am Haddebyer und Selker Noor weisen Schilder die Hundehalter auf die Leinenpflicht ihrer Vierbeiner hin, auch um die Wildtiere im Landschaftsschutzgebiet zu schützen. Das Amt Haddeby und die Polizei appellieren an die Leinenpflicht.

Mehr lesen