Verkehr

Regierung will Fahrtauglichkeitstests für Senioren abschaffen

dodo
Kopenhagen
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Es gebe keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Ältere im Straßenverkehr eine größere Gefahr darstellen als andere Teilnehmer, sagt Transportminister Ole Birk Olesen.

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Ältere im Straßenverkehr eine größere Gefahr darstellen als andere Altersgruppen, sagt Transportminister Ole Birk Olesen von der Liberalen Allianz.

In einer Pressemitteilung gab er am Mittwoch bekannt, dass die Regierung einen Gesetzesvorschlag einreichen werde, der die ärztlichen Untersuchungen zur Erneuerung des Führerscheines für Senioren abschaffen soll. Derzeit müssen Personen ab 75 Jahren jedes zweite Jahr ihre Fahrtauglichkeit ärztlich untersuchen lassen – ab dem 80. Lebensjahr sogar jährlich.

Grund ist, dass Menschen im Alter körperlich und gedanklich schwächer werden und so eine größere Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellen. Doch diese Begründung basiere auf falschen Annahmen, sagt der Transportminister. „Untersuchungen zu Unfallrisiken zeigen, dass Ältere sich oft an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und die Risikobereitschaft bei ihnen niedriger ist. Gleichzeitig ist es wichtig für die Mobilität und Lebensqualität der Älteren, dass sie zum einen von A nach B kommen und zum anderen ihre Familie und Freunde besuchen können“, sagte Olesen.

Der Gesetzesvorschlag soll nicht nur die Untersuchungen beenden, sondern es Ärzten künftig auch schwerer machen, Senioren ein Fahrverbot zu attestieren.

Seniorenministerin Thyra Frank (Liberale Allianz) freut sich über den Vorstoß ihres Kollegen: „Wir sollten uns darüber freuen, dass die Dänen heute länger Leben und im hohen Alter deutlich fitter sind als früher.“ Die Entfernung der Fahrtauglichkeitsprüfungen zeige ihrer Meinung nach, dass Vertrauen in die Älteren und deren Fähigkeiten gesetzt werde.

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