Umwelt und Natur

Kleiber jetzt überall in Dänemark

Kleiber jetzt überall in Dänemark

Kleiber jetzt überall in Dänemark

Apenrade/Aabenraa
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Der Kleiber kann auch kopfüber an Baumstämmen klettern. Foto: DOF/Jan Skriver

Ursprünglich in älteren Laubwäldern beheimatete Vögel seit 1990er Jahren auch in Parks und Gärten im Westen des Landes heimisch.

Der Kleiber zählt zu den besonders interessanten Vogelarten, die man im Winter auch an Futterhäusern im Garten beobachten kann. Die Vogelart, in Dänemark Spætmejse genannt, gehört einer eigenen Familie von Klettervögeln an, die auf Felsen und Bäumen leben. Auffallend ist, dass sie kopfauf- und abwärts klettern können. Im Gegensatz zu den Spechten stützen sie sich dabei nicht mit dem Schwanz ab. Im Verhältnis zu seiner Körpergröße hat der Kleiber eine gewaltige Spannweite seiner Zehen, mit denen er sich in der Rinde festkrallt.

Sein deutscher Name geht auf die Eigenschaft zurück, dass der in Höhlen und auch Nistkästen brütende Vogel den Eingang zu seinem Brutplatz „verklebt“ und auch in der Höhle Spalten schließt. Mit feuchter Erde kann der Kleiber sogar Starenkästen so bearbeiten, dass kein Star mehr ins dabei verkleinerte Einflugloch passt. Zuständig für die „Klebearbeit“ ist vor allem das Kleiberweibchen.

Bestand deutlich vergrößert

Vogelerhebungen des dänischen Vogelschutzverbandes Dansk Ornitologisk Forening (DOF) haben gezeigt, dass sich der Bestand der Kleiber in Dänemark seit einem Rückgang Mitte der 1990er Jahre in den vergangenen 20 Jahren deutlich vergrößert hat. Die ursprünglich vor allem in alten Laubwäldern auf den dänischen Inseln und entlang der Ostküste verbreiteten Vögel, die ihre Anwesenheit schon im zeitigen Frühjahr durch weithin hörbare Wi-Wi-Wi-Rufe und kurze Töne wie Titi-Tirr und Twit verraten, haben Gärten und Parks als Lebensraum erobert und sind inzwischen in ganz Dänemark selbst entlang der waldarmen Westküste zu finden. Selbst niedrige Eichengehölze oder Baumbestände um Kirchen in den Ortschaften sagen ihnen zu. Das haben DOF-Registrierungen gezeigt. „Sie sind heute weit weniger wählerisch beim Aussuchen ihres Lebensraumes als in früheren Jahren“, berichtet Charlotte Moshøj, Biologin im Vogelschutzverband. Sie hat Daten aus den Punktzählungen von DOF-Vogelkundlern ausgewertet.

Die Kleiber bleiben größtenteils auch in den Wintermonaten in Dänemark. In der kalten Jahreszeit fressen sie Bucheckern, Nüsse und andere Pflanzensamen, die sie teilweise in Rinden und im Boden verstecken – und laut DOF-Biologin Moshøj noch bis zu 100 Tage nach Unterbringung im Versteck wiederfinden. In der warmen Jahreszeit fressen Kleiber vor allem Insekten.

Die Bestandserhebungen des DOF haben gezeigt, dass die höchste Zahl Brutpaare – bis zu 25 Paare pro Quadratkilometer – in naturnahen Wäldern zu finden ist, während in intensiv bewirtschafteten Forsten gerade ein Fünftel der Brutpaare gezählt wird.

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