Finanzen

Zwei Drittel der Kommunen wollen Geld aus dem Armutstopf

Zwei Drittel der Kommunen wollen Geld aus dem Armutstopf

Zwei Drittel der Kommunen wollen Geld aus dem Armutstopf

jt
Kopenhagen
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Foto: Nationalbanken

62 der 98 Kommunen Dänemarks haben finanzielle Mittel aus dem 360 Millionen Kronen großen „Armutstopf“ der Regierung beantragt – darunter auch „reiche“ Kommunen.

In vielen Kommunen in Dänemark mangelt es offenbar an Geld. Denn rund zwei Drittel der Kommunen haben sich um einen Betrag aus dem 360 Millionen Kronen schweren „Armutstopf“ der Regierung beworben. Das berichtet der Nachrichtensender Danmarks Radio (DR). Zugleich haben 19 Kommunen im Hauptstadtgebiet Geld aus einem besonderen Topf für Hauptstadtkommunen beantragt.

In der Kommune Ishøj habe man beispielsweise aus beiden Töpfen Geld beantragt, erklärt der Bürgermeister, Ole Bjørstorp (Sozialdemokraten) „Wir haben große finanzielle Schwierigkeiten. Wir bekommen immer mehr Bürger, darunter Ausländer und Sozialhilfeempfänger“, so Bjørstorp. Ohne das zusätzliche Geld müsse ihm zufolge im Schul- und Sozialbereich gekürzt werden.

Doch auch wohlhabende Kommunen, wie die Kommune Skanderborg, wollen ihren Teil des finanziellen Kuchens sicherstellen. „Wir sind eine Wachstums-Kommune, die durch das Ausgleichssystem viel Geld an andere Kommunen bezahlt“, erklärt der Bürgermeister Frands Fischer (Sozialdemokraten). Deshalb werden die 20 Millionen Kronen, die seine Kommune beantragt hat, dringend gebraucht. „Uns fehlt es an Kindergärten. Und die kosten rund 35 Millionen Kronen“, so Fischer zu DR.

Wenn 62 der insgesamt 98 Kommunen im Land Geld aus einem Topf für „besonders schlecht gestellte Kommunen“ beantragen, dann denken viele Bürger womöglich, dass es finanziell bergab geht. „Doch so ist es nicht. Solche Töpfe werden, egal wie es finanziell aussieht, traditionell angezapft “, versichert Niels Jørgen Mau, Forscher des Nationalen Forschungs- und Analysezentrums für Wohlfahrt (Vive).

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